Kühltechnik: Gekühlte Fracht im Lager, Verkauf & LKW

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Vor allem frische Lebensmittel bedürfen einer bestimmten Handhabung. Damit Fleisch, Fisch, Frischmilch oder Gefrierware nicht verdirbt, müssen einige Dinge beim Transport, der Lagerung und im Verkauf beachtet werden. Egal ob Kühlware oder Tiefkühlware: Die Kühlkette darf auf keinen Fall unterbrochen werden.

Das stellt die Logistikbranche sowohl bei der Lagerung als auch beim Transport vor eine große Herausforderung. Doch auch der Handel muss im Verkauf auf die passende Kühlung achten – und das gilt nicht nur für Lebensmittel.

Gekühlte Lebensmittel: Der Gesundheit zuliebe

Nahrungsmittel beinhalten bestimmte Mikroorganismen und Enzyme, die die Alterung eines Produkts vorantreiben, bis es schließlich verdirbt. Durch die Kühlung von Lebensmitteln werden die Mikroorganismen an ihrer Verbreitung gehindert, was den Vorteil hat, dass gekühlte Lebensmittel länger haltbar bleiben.

Eine Unterbrechung der Kühlkette hat im besten Fall die Folge, dass ein Lebensmittel verdirbt, im schlechteren Fall verbreiten sich schädliche Bakterien auf einem Nahrungsmittel, die im menschlichen Körper großen Schaden anrichten können – man denke hierbei an Lebensmittelvergiftung oder Schlimmeres.

Aus Gründen der Gesundheit ist es essenziell, dass die Kühltechnik in jedem Teilabschnitt der Strecke, den ein Produkt hinter sich legt, reibungslos funktioniert. Sobald Lebensmittel den Produzenten verlassen, hat ein gekühlter LKW die Aufgabe, die Temperatur auf dem richtigen Level zu halten.

Beim Umschlagen, beim Lagern und im Verkauf kommt es ebenfalls auf eine passende und verlässliche Kühltechnik und Kühltruhen wie z.B. die von allpax an. Kleinste Unterbrechungen des Kühlvorgangs können Lebensmittel ungenießbar, verderblich und für den menschlichen Körper nicht verträglich machen.

Kühltechnik: Perfekte Kühlung auch im Laden

Kühltechnik: Perfekte Kühlung auch im Laden (#01)

Die Kühlung bei der Fracht

Die Kühlung während des Transports eines Produkts ist eine besondere Herausforderung für die Logistiker und eine starke Belastung für die Umwelt. Kühltransporte sind essenziell, dennoch wird ihnen vorgeworfen, gleich zweifach Emissionen zu produzieren.

Einerseits gibt er LKW beim Fahren Co2 ab – doch das ist noch nicht alles: Auch die in das Fahrzeug integrierte Kühlung produziert zusätzliche Emissionen. Kühlungen werden hauptsächlich mit Diesel betrieben, wodurch der LKW durch das Fahren und gleichzeitig durch das Kühlen Abgase produziert.

Doch wie funktioniert ein Kühltransport überhaupt? In der Regel verfügt der LKW über einen Aufbau, der isoliert ist, um nach außen keine Kälte zu verlieren. Zudem schützt die Isolationsschicht des Transporters die Ware im Inneren vor warmen Außentemperaturen, Sonneneinstrahlung und weiteren äußeren Einflussfaktoren. Jene Isolationsschicht besteht häufig aus einer Kombination von Polyurethan, Aluminium, Holz und Glasfaser.

Dieses aufwendige Konstrukt erhöht das Grundgewicht eines LKW enorm, weshalb die Nutzlast auf ein Gewicht von etwa 24 Tonnen sinkt. Im Inneren des LKW befindet sich außerdem ein Aggregat, welches die Temperatur entsprechend kühlen oder erwärmen kann. Oftmals können die Geräte sowohl Wärme als auch Kälte abgeben, was die Nutzbarkeit des Transporters flexibel gestaltet.

Das Aggregat wird entweder mit Diesel oder über eine externe Stromversorgung betrieben. Beide Möglichkeiten zeigen sich effektiv, aber wenig nachhaltig. Durch die Verringerung der Nutzlast aufgrund der verhältnismäßig schweren Grundkonstruktion werden Kühltransporte mit einer gewissen Skepsis betrachtet: Erhöhte Emissionen bei geringer Nutzlast – das ist nicht nur für Umweltschützer ein Grund zur Sorge, sondern auch ein wirtschaftlicher Aspekt, der näher betrachtet werden und im besten Fall optimiert werden muss.

Stickstoff als Alternative zum traditionellen Dieselaggregat?

Immer mehr innovative Unternehmen setzen auf die Entwicklung von Alternativen zur Dieselbetriebenen Kühlung, um die Belastungen der Umwelt zu minimieren. Die Lösung lautet hierbei ‚flüssiger Stickstoff‘. Das chemische Element zeichnet sich durch seine Kühlfähigkeit bei gleichzeitig null Emissionen aus.

Beim Transport kann der kalte Stickstoff durch einen in den LKW integrierten Wärmetauscher die Luft des Transportraums abkühlen bzw. dem Transportgut die Wärme entziehen. Gleichzeitig verdampft der Stickstoff und fließt nach außen ab. Stickstoff fungiert demnach als effektives Kühlmittel.

Des Weiteren ermöglicht der Einsatz von Stickstoff jedoch auch das Antreiben einer Turbine, welche schließlich das Kühlsystem am Laufen hält. Das funktioniert nach dem Prinzip eines Kraftwerks: Wenn sich der Stickstoff in Gas verwandelt, breitet er sich um mehr als das 500-fache aus. Diese Eigenschaft des chemischen Elements kann genutzt werden, um durch die Dynamik beim Ausbreiten des Volumens das Kühlsystem anzutreiben.

Diese und weitere innovative Ideen sorgen für eine Revolution des Marktes, sowohl im wirtschaftlichen als auch im nachhaltigen Sinne. Insbesondere die steigenden Restriktionen hinsichtlich der Emission von Fahrzeugen erhöhen den Druck auf die Wissenschaft und die Entwicklung. Handlungsbedarf besteht also durchaus!

Im Lager kühlen

Nicht nur während des Transports, sondern auch beim Umschlagen oder beim Zwischenlagern ist die richtige Temperatur für die Produkte äußerst relevant. Eine stetige Kühlung bedarf eines ausgeklügelten Kontrollsystems, welches auch gleichzeitig eine große Anzahl neuer Arbeitsplätze im Logistiksektor bereithält. Der Trend geht auch in der Logistik immer mehr in Richtung Digitalisierung, weshalb besonders IT-affine Mitarbeiter gesucht werden.

Kueltechnik fuer offene Lebensmittel

Kühltechnik für offene Lebensmittel im Lager (#02)

Ähnlich wie ein Kühltransporter ist auch ein Kühllager aufgebaut. Es verfügt über eine außerordentlich effektive Isolierung und eine Klimatechnik, die die Temperatur des Lagers zwischen 7 und -2 °C hält. Abhängig von den gelagerten Produkten kann die Temperatur auch noch geringer sein: Tiefkühlware beispielsweise muss unter -18 °C aufbewahrt werden, damit die Produkte genießbar bleiben.

Die Isolationsschicht besteht bei Kühllagern, wie bei Kühl-LKW auch, zumeist aus Polyurethan. Fachkundige Installationsbetriebe verfügen über ausreichendes Know-how, welche baulichen Maßnahmen die beste Energieeffizienz zur Folge haben. Expertise ist auch hinsichtlich des Kühlsystems bzw. der Klimatechnik gefragt, denn nur so kann der Energieverbrauch niedrig gehalten werden.

Ein wichtiger Faktor im Umgang mit gekühlten Produkten ist ebenfalls die Hygiene. Besonders frische Waren müssen von potenziellen Krankheitserregern, Bakterien und Co ferngehalten werden. Eine ununterbrochene Kühlkette und spezielle Hygienevorschriften hinsichtlich Boden und Handling sind Garanten für einen einwandfreien Umgang mit Lebensmitteln beim Lagern und beim Umschlagen.

Kühlen im Verkauf

Selbstverständlich müssen die Lebensmittel auch im Verkauf gekühlt werden. Hier gilt wiederum, dass die Kühlkette auf keinen Fall unterbrochen werden darf. Frischfleisch, Käse, Fisch und spezielle Obst- bzw. Gemüsesorten werden auch im Laden kühl gelagert. Hierfür bedarf es erneut besonderer Technik, um die Produkte zuverlässig kalt zu halten.

Während bis vor 20 Jahren noch FCKW als kühlende Hilfe genutzt wurde, setzt die moderne Kühltechnik auf andere Kühlmittel, die wesentlich umweltverträglicher sind. Eine Kühltheke im Verkauf funktioniert ähnlich wie der Kühlschrank in den heimischen vier Wänden. Dabei leitet der Kühlschrank keine Kälte ins Innere, sondern entzieht den Lebensmitteln anfallende Wärme. Das geht mithilfe eines geschlossenen Rohrsystems, durch das ein Kühlmittel geleitet wird.

Wenn der Kühlschrank oder die Theke wärmer wird, dann wird auch die Kühlflüssigkeit wärmer. Diese hat einen äußerst niedrigen Siedepunkt und verdampft. Der Dampf wird durch einen Kompressor wieder verdichtet, woraus – vereinfacht dargestellt – wieder Kühlflüssigkeit entsteht. Wenn diese durch das Rohrsystem fließt, nimmt sie erneut die Wärme aus dem Inneren auf und gibt sie durch das Rohrsystem nach außen ab. Dieser Kühlkreislauf sorgt im Großen wie im Kleinen für eine kühle Umgebung, in der Lebensmittel ohne Sorge aufbewahrt werden können.

Kühlen nur bei Lebensmitteln?

Kühltechnik beim Lagern, beim Transport und beim Verkauf kommen nicht nur im Umgang mit Lebensmitteln zum Einsatz. Sowohl Labors als auch Gärtnereien oder Apotheken sind auf eine funktionierende Kühlkette angewiesen. Manche Wirkstoffe in Medizin, Spritzmitteln und Co können nur in einer kühlen Umgebung überleben. Hierbei darf die Kühlkette während des gesamten Wegs eines Produkts nicht unterbrochen werden. Gerade bei Arzneimitteln könnte dies fatale Folgen haben.

Eine funktionierende Kühltechnik ist also unumgänglich. Zu wünschen ist, dass technische Neuerungen eine gewisse Nachhaltigkeit mit sich bringen, die die Umwelt sowohl hinsichtlich schädlicher Emissionen als auch hinsichtlich der Energiebilanz merklich entlasten.


Bildnachweis: © Fotolia Titelbild:Vitaly Krivosheev #01 flashpics #02 Maksim Shebeko

Über den Autor

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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