Kaufmann für Spedition und Logistik: Ein Beruf mit vielen Möglichkeiten

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Der Kaufmann für Spedition und Logistik ist heute gefragter denn je. Logistische Prozesse werden komplexer, die Suche nach effizienten Lösungen hält an. Was macht diesen Beruf aus?

Das macht ein Kaufmann für Spedition und Logistik

Eines vorweg: Die Bezeichnung „Kaufmann für Spedition und Logistik“ wird an dieser Stelle der Einfachheit halber auch für die weibliche Form der Kauffrau benutzt und stellt keine Herabsetzung oder Form der Nichtbeachtung dar!

Der Kaufmann für Spedition und Logistik ist an der gesamten Logistikkette beteiligt und koordiniert verschiedene Prozesse. Er arbeitet an umsetzbaren und möglichst effizienten Lösungen und muss als Fachkraft für die Lagerlogistik einen hinreichenden Weitblick beweisen. Speditionskaufleute sind sowohl koordinierend als auch steuernd und organisierend tätig, sie beraten Kunden und Geschäftspartner und kennen sich auch mit den rechtlichen Gegebenheiten zum Transport von Waren und Gütern aus. Dabei sind sie mit der Transportabwicklung mithilfe von Transportern und Lkw ebenso vertraut wie mit Bahn, Flugzeug oder Schiffen als Transportmittel.

Ein- und Ausfuhrvorschriften sind bekannt, dazu kommt das Fachwissen rund um die Organisation eines Transports.

  • Welches ist der beste und effizienteste Transportweg?
  • Welche gesetzlichen Regelungen gilt es dabei zu beachten?
  • Was muss vor dem Transport erledigt werden?

Die Tätigkeit ist besonders vielseitig und abwechslungsreich und stellt hohe Anforderungen an das Organisationstalent der Kaufleute für die Speditionslogistik.

Ein Kaufmann für Spedition und Logistik muss Lösungen kennen und Antworten finden, er muss dem Kunden Rede und Antwort stehen und sollte auf alle Fragen eingehen können. Sein Ziel ist es, den gewünschten Transport zur Zufriedenheit aller umsetzen zu können. Gleichzeitig geht es aber auch um Preise und Rechnungslegungen, um Kalkulationen und Vertragsverhandlungen. Die Geschäftsprozesse müssen optimiert werden und bedürfen immer wieder eines Controllings.

Der Kaufmann für Spedition und Logistik nimmt überdies Reklamationen entgegen und kümmert sich um die Abwicklung von Schadensmeldungen bzw. um die Regulierung von gemeldeten Schäden. Er ist ein Allroundtalent, das sich mit allen Fragen rund um den Transport verschiedener Waren und Gütern bestens auskennen muss. Gleichzeitig muss er die unternehmerische Sichtweise bedenken und Lösungen für die Vereinbarkeit besonderer Transportwünsche und der ökonomischen Ansprüche des eigenen Unternehmens finden.

Kundenberatung gewinnt einen immer höheren Stellenwert, gleichzeitig müssen auch Sonderlösungen für Kunden gefunden werden. Im Fokus stehen individuelle Lösungen, die ökonomisch und effizient zugleich sind.

Kundenberatung gewinnt einen immer höheren Stellenwert, gleichzeitig müssen auch Sonderlösungen für Kunden gefunden werden. Im Fokus stehen individuelle Lösungen, die ökonomisch und effizient zugleich sind.(#01)

Die Hauptaufgaben der Kaufleute für Spedition und Logistik lassen sich somit wie folgt zusammenfassen:

  • Organisation von Transportaufträgen/Disposition
    Warenein- und –ausgang müssen geplant werden, hier kommt es auf reibungslose Abläufe an. Güter müssen zur Abholung bereitgestellt werden, Abholaufträge sind zu erteilen. Transporte müssen überwacht werden, Fahrer eingeteilt und Touren geplant werden.
  • Beratung von Kunden und Geschäftspartnern
    Kundenberatung gewinnt einen immer höheren Stellenwert, gleichzeitig müssen auch Sonderlösungen für Kunden gefunden werden. Im Fokus stehen individuelle Lösungen, die ökonomisch und effizient zugleich sind.
  • Kalkulation
    Der Kaufmann für Spedition und Logistik übernimmt das Schreiben von Angeboten und kalkuliert die Preise unter Berücksichtigung verschiedener Einflussfaktoren. Wichtig ist hierbei die Kenntnis über alle anfallenden Nebenkosten.
  • Organisation der Aufträge
    Wurde ein Auftrag erteilt, muss dieser umgesetzt werden. Dabei sind gesetzliche Vorgaben und Zollvorschriften zu berücksichtigen, es müssen teilweise behördliche Genehmigungen eingeholt werden. Auch Stücklisten und Ladelisten sind zu verfassen. Teilweise kommt es auf schnelle Neulösungen an, die beispielsweise bei unvorhergesehenen Ereignissen wie Unwettern oder Straßensperren nötig werden. Des Weiteren zählt die Abwicklung der Fracht zu den Hauptaufgaben, dazu sind Dokumentationen und eventuelle Schadensberichte zu erstellen.
  • Abrechnung
    Der Kaufmann für Spedition und Logistik muss die Prüfung der Leistung ebenso vornehmen, wie er Rechnungen schreiben muss. Auch Grundzüge des Mahnwesens fallen in die Tätigkeit des Speditionskaufmanns.

Video: Fachkraft für Lagerlogistik – Ausbildung – Beruf

Welche persönlichen Voraussetzungen braucht ein Kaufmann für Spedition und Logistik?

Zuerst muss natürlich das Interesse an dem Beruf selbst vorhanden sein, ein Einstieg in den Job ohne jegliches Interesse ist vergebliche Liebesmüh. Denn es kommt hier nicht auf das Verrichten von Dienst nach Vorschrift an, sondern es braucht engagierte und teils auch kreative Leute, wenn logistische Probleme gelöst werden müssen. Außerdem sollte der angehende Speditionskaufmann ein Zahlengenie sein: Immer muss in diesem Beruf mit Preisen und Angeboten umgegangen werden, es werden Auswertungen und Kalkulationen erstellt.

Rechnungen müssen geschrieben und geprüft werden. Kurzum: Berufsbilder wie die des Kaufmanns für Speditionslogistik erfordern jemanden, der sicher alle vier Grundrechenarten beherrscht und darüber hinaus zu teils komplexen Rechnungen fähig ist.

Die meisten Ausbildungsbetriebe legen auf die Allgemeine Hochschulreife großen Wert. Insbesondere wird auf die schulischen Fähigkeiten in den Fächern Mathematik, Wirtschaft, Deutsch und Englisch geschaut.

Die meisten Ausbildungsbetriebe legen auf die Allgemeine Hochschulreife großen Wert. Insbesondere wird auf die schulischen Fähigkeiten in den Fächern Mathematik, Wirtschaft, Deutsch und Englisch geschaut. (#03)

Auch die folgenden Eigenschaften sind für die Tätigkeit als Kaufmann für Spedition und Logistik wichtig:

  • Menschenkenntnis
    Da der Speditionskaufmann an jedem Tag mit zahlreichen Kunden zusammenarbeitet, sollte er auf Menschen zugehen können und den Kontakt nicht scheuen. Er muss im Team arbeiten können und sowohl mit Kollegen als auch mit Vorgesetzten oder Geschäftspartnern respektvoll umgehen. Er muss außerdem eine gute Menschenkenntnis besitzen und in Gesprächen die Wünsche der Kunden herausfiltern können.
  • Analytische Fähigkeiten
    Ein Auftrag kann eine sehr komplexe Angelegenheit sein, daher sind analytische Fähigkeiten sehr wichtig Die Aufträge müssen logisch bearbeitet und geplant werden, was teilweise auch unter Zeitdruck geschehen muss. Der Kaufmann für Spedition und Logistik muss daher auch sehr stressresistent und belastbar sein. Dennoch muss er sorgfältig arbeiten können und sollte unter Druck nicht zu Fehlern neigen.

Die meisten Ausbildungsbetriebe legen auf die Allgemeine Hochschulreife großen Wert. Insbesondere wird auf die schulischen Fähigkeiten in den Fächern Mathematik, Wirtschaft, Deutsch und Englisch geschaut. Das Wissen daraus wird vor der Unterzeichnung des Ausbildungsvertrags abgefragt. Verschiedene Unternehmen führen anspruchsvolle Einstellungstests vor der Ausbildung durch und testen hier die Fähigkeiten und Fertigkeiten, die für eine Tätigkeit als Speditionskaufmann nötig sind. Der Einstieg in den Beruf ist somit häufig nicht über eine einfache Bewerbung möglich, sondern führt über umfassende Auswahlverfahren.

Dennoch wird nicht nur auf die schulischen Leistungen geschaut, denn zu den Anforderungen der Speditionswirtschaft zählen auch Soft Skills wie Organisationstalent, Stärke in der Kommunikation und ein gewisses technisches Verständnis. Es ist hilfreich, wenn der Spediteur weiß, warum manche Dinge rein technisch nicht möglich sind und folglich nicht in der gewünschten Art und Weise geplant werden können.

Außerdem spielt natürlich auch in der Speditionsbranche die digitale Transformation eine nicht unerhebliche Rolle, daher sollte zumindest ein Grundverständnis für die neuen Technologien vorhanden sein. Natürlich soll der angehende Logistiker auch sorgfältig arbeiten und sich diese Fähigkeit sogar unter Druck erhalten. Dies kann ebenfalls im Rahmen der genannten Einstellungstests geprüft werden.

Nicht vergessen werden darf die Bereitschaft zur Weiterbildung. Mit einer einmaligen Ausbildung im Rahmen der dualen Berufsausbildung ist es heute längst nicht mehr getan, die Fortbildung spielt für Logistiker eine zunehmende Rolle.

Video: Azubis stellen ihre Ausbildung vor: Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung

Was verdient der Kaufmann für Spedition und Logistik?

Verschiedene Berufsbilder sind ähnlich anspruchsvoll wie das des Kaufmanns für Spedition und Logistik, dennoch sind die Verdienste nicht sonderlich hoch. Im ersten Lehrjahr sind Vergütungen zwischen 480 bis 935 Euro möglich, was zeigt, dass die Unterschiede hierbei sehr stark sind. Im zweiten Lehrjahr werden zwischen 570 und 985 Euro gezahlt, im dritten Ausbildungsjahr gibt es zwischen 640 und 1025 Euro. Da sich die Vergütung in der Regel nach dem Tarif richtet, sind nach dem Ende der Ausbildung Bruttogrundvergütungen zwischen 2540 und 2920 Euro möglich.

Je nach Unternehmen, Einsatzort und Verantwortung können die Gehälter aber auch darüber oder darunter liegen. Wer beispielsweise nach der Ausbildung nur noch im Lager beschäftigt ist, wird deutlich weniger verdienen als jemand, der eine Weiterbildung als Disponent abgeschlossen hat und künftig auch komplexe Transportaufträge planen und organisieren kann.

Zuerst muss natürlich das Interesse an dem Beruf selbst vorhanden sein, ein Einstieg in den Job ohne jegliches Interesse ist vergebliche Liebesmüh.

Zuerst muss natürlich das Interesse an dem Beruf selbst vorhanden sein, ein Einstieg in den Job ohne jegliches Interesse ist vergebliche Liebesmüh.(#02)

Welche Ausbildungswege gibt es noch?

Neben der Möglichkeit, eine duale Ausbildung zum Kaufmann für Spedition und Logistik zu absolvieren, ist auch das Ablegen eines Bachelorstudiums möglich. Das duale Studium wird zeitweise an der Hochschule und zeitweise im Ausbildungsbetrieb durchgeführt, die Ausbildung zum Kaufmann für Spedition und Logistik ist in das Studium integriert. Am Ende steht aber dennoch nicht nur die Bachelorarbeit, sondern auch die Prüfung vor der zuständigen Industrie- und Handelskammer.

Das duale Studium ist deutlich länger als eine normale Ausbildung und dauert meist zwischen drei und vier Jahren. Der Abschluss des Studiums ist mit dem Titel „Bachelor Betriebswirtschaft“ möglich. Als Schwerpunkt muss hierbei die Unternehmenslogistik gewählt werden, wobei das auch an der Fernhochschule möglich ist. Ein Präsenzstudium verkürzt in der Regel die Ausbildungszeit, ist aber deutlich anstrengender als ein Onlinestudium, das sich auf einen längeren Zeitraum erstreckt und eine gänzlich andere Lern- und Lehrmethode darstellt.

Nach einem solchen Studium ist der Absolvent dank der nebenbei gesammelten praktischen Erfahrung im Ausbildungsunternehmen auch bestens darauf vorbereitet, sein eigenes Unternehmen zu gründen. Die betriebswirtschaftlichen Hintergründe sowie das nötige Fachwissen sind dank der gründlichen Ausbildung zur Genüge vorhanden. Dank hoher Nachfragen nach effizienten Transporten steht auch der Kundenfindung nichts im Wege.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Africa Studio-#01: Maksim Shmeljov  -#02: VadosLoginov  -#03: Travel mania

About Author

Marius Beilhammer Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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