Sicken und Bördelmaschinen: In der Blechbearbeitung nicht mehr wegzudenken!

1

Die moderne Blechbearbeitung kommt nicht mehr ohne sie aus: Sicken und Bördelmaschinen gehören mittlerweile zur Grundausstattung der Metall verarbeitenden Betriebe. Sämtliche Zweige der Industrie setzen auf Bördelmaschinen und Sicken.

Was sind Sicken?

Sicken werden bei der Verarbeitung von Blechtafeln verwendet und sollen deren Steifigkeit erhöhen. Die Sicke ist eine lang gezogene Vertiefung, die in das Blech geprägt wird. Länge und Breite der Sicke spielen eine Rolle, auch die Tiefe der Prägung ist wichtig – je nach Ausprägung dieser drei Aspekte wird die Steifigkeit des Blechs erhöht oder verringert.

Die Sickenmaschine muss dabei aber auch auf Dicke und Größe des zu bearbeitenden Werkstücks eingestellt werden. In der Produktion gibt es dabei die Grundregel, dass bei einem rechteckigen Werkstück immer eine ringförmige Sicke von der Maschine eingeprägt werden muss. Umgekehrt gilt, dass ein rundes Werkstück mit einer rechteckigen Sicke versehen wird. Wichtig ist immer, dass sich beide Formen unterscheiden, denn das erhöht den Effekt der Steifigkeit.

Sicken und Bördelmaschinen sollen dafür sorgen, dass Kräfte angemessen verteilt werden und dass Bleche für die vorgesehene Belastung ausreichend versteift sind.

Sicken und Bördelmaschinen sind unverzichtbar im Metallbau. Die Sickenmaschine prägt Vertiefungen in Bleche, die für Karosserien von Fahrzeugen, für Dosen oder Container verwendet werden sollen. (#02)

Sicken und Bördelmaschinen sind unverzichtbar im Metallbau. Die Sickenmaschine prägt Vertiefungen in Bleche, die für Karosserien von Fahrzeugen, für Dosen oder Container verwendet werden sollen. (#02)

Wofür sind Sicken und Bördelmaschinen gut?

Sicken und Bördelmaschinen sind unverzichtbar im Metallbau. Die Sickenmaschine prägt Vertiefungen in Bleche, die für Karosserien von Fahrzeugen, für Dosen oder Container verwendet werden sollen. Dabei lässt sich zusammenfassend sagen, dass die Sickenmaschine überall dort zum Einsatz kommt, wo versteifte Bleche für hohe Kräfte nötig sind. Sicken und Bördelmaschinen arbeiten entweder manuell oder motorisch.

Eine Sickenmaschine, die manuell arbeitet, ist keine Maschine in dem Sinne. Denn dabei werden die Sicken durch einen Sickenstock und unter Zuhilfenahme des Sickenhammers in das Blech gedrückt. Verschiedene Sickenrollen sorgen dafür, dass unterschiedliche Formen entstehen, wobei diese auch von der Blechdicke abhängig gemacht werden müssen.

Bei dünnen Blechen wird vorrangig manuell gearbeitet, bei dickeren Blechen motorisch und mit einem Antrieb. Bei diesen Sicken und Bördelmaschinen werden Walzen eingesetzt – Messerwalze und Bördelwalze sind zwei Beispiele dafür. Die Blechdicke ist auch hier wieder entscheidend, denn nach dieser richtet sich die Wahl der Sicken- und Bördelmaschine.

Motorisch kann die Sicke auch durch das Nibbeln angefertigt werden – dies ist ein Stanzverfahren, bei dem ein Stempel in das Blech gedrückt wird. Form, Verlauf und Länge der Prägung können hier individuell festgelegt werden. Wieder darf aber die Blechdicke nicht vergessen werden, denn die Maschine muss auf diese eingestellt sein.

Sicken und Bördelmaschinen mit oder ohne Antrieb sind für verschiedene Muster und Prägungen erhältlich. (#02)

Sicken und Bördelmaschinen mit oder ohne Antrieb sind für verschiedene Muster und Prägungen erhältlich. (#02)

Sicken und Bördelmaschinen: Besondere Formen und höchste Stabilität möglich

Sicken und Bördelmaschinen mit oder ohne Antrieb sind für verschiedene Muster und Prägungen erhältlich. Abhängig ist die Art und Ausladung der Maschine auch davon, wie stark das zu verarbeitende Blech ist. Große und gerade Bleche werden im Karosseriebau verwendet, dort müssen Sicken und Bördelmaschinen mit der Prägung dafür sorgen, dass Dröhngeräusche minimiert werden.

Die Maschine braucht hier eine große Stabilität und sorgt beim Raffsicken dafür, dass überschüssiges Material mit nach oben genommen wird. Falten im Material bilden sich dabei weniger schnell, auch die Oberfläche des Blechs bleibt unangetastet.

Sicken und Bördelmaschinen bearbeiten Kanten und sorgen dafür, dass die oberen Ränder von Borden verformt werden können. Bleche mit einer Dicke von bis zu acht Millimetern können mit solchen Bördelmaschinen bearbeitet werden, wenn deren Antrieb motorisch ist und die Ausladung stimmt. Diese Ausladung kann bei vielen Maschinenausführungen bis zu 300 cm betragen!

Wichtig ist, dass die gewünschte Stabilität stets gewährleistet wird – Bördelmaschinen können dann mit einer zusätzlichen Vorrichtung das zu bearbeitende Blech auch noch einschneiden und ausprägen. Dabei wird eine sogenannte Nockenstehfalz geschnitten. Diese wiederum ergibt gemeinsam mit der Schnappfalz die gleichnamige Schnappfalz-Verbindung.


Bildnachweis:© Fotolia-Titelbild:  industrieblick-#01: ake1150-#02: industrieblick

Über den Autor

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

1 Kommentar

  1. Avatar
    Blechbearbeitung Online am

    Gelungener Artikel über die Bedeutung von Maschinen und Anlagen zum Sicken. Gerade die Verwendung professioneller Stanzwerkzeuge garantieren dabei eine optimale Passgenauigkeit der gefertigten Sicken und durch den Einsatz vollautomatisierter Werkzeug-Wechselsysteme können in einem Arbeitsgang die unterschiedlichsten Formen hergestellt werden.

Lassen Sie eine Antwort hier