Oel separieren: In Werkstatt und Lager Vorsicht walten lassen!

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In Werkstätten fällt zwangsläufig altes Oel an – dieses und weitere Schmierstoffe müssen aber professionell gelagert werden. Das gilt übrigens nicht nur für Altöl, sondern auch für frische Oele, denn eine falsche Lagerung kann zu nicht passender Viskosität oder unpassender Additivierung führen.

Oel separieren in Werkstatt: Das Konzept muss stimmen

Geht es um das Oel separieren in Werkstatt und Co., so muss ein stimmiges Konzept für Lagerung und Handling vorliegen. Dabei muss dieses Konzept schon bei der Anlieferung ansetzen und darf erst mit einer fachgerechten Entsorgung der alten Schmierstoffe enden. Durch dieses Ver- und Entsorgungskonzept lassen sich sogar Kosten reduzieren – ein Punkt, der für die meisten Werkstätten und Unternehmen ein schlagendes Argument sein dürfte. Außerdem lassen sich durch das Konzept Arbeitszeiten verringern und es werden Probleme mit verschiedenen Behörden verringern. Diese lassen sich in der Regel von dem richtigen Umgang mit Schmierstoffen überzeugen, wenn diese richtig aufbewahrt und später entsorgt werden bzw. wenn ein entsprechendes Konzept vorgelegt werden kann. In dem Konzept müssen folgende Punkte enthalten sein:

  • Verfügbarkeit der Schmierstoffe
  • Erhaltung des Betriebswertes der Oele
  • Kosten für die Lagerhaltung
  • Korrektes Handling
  • Umwelt- und Sicherheitsaspekte
  • Gesundheitliche Aspekte der Mitarbeiter

Dieses Konzept mag auf den ersten Blick umfangreich und aufwendig erscheinen, allerdings muss es nur einmal ausgearbeitet werden und bedarf lediglich einer Anpassung an sich ändernde Verhältnisse im Betrieb oder in der Werkstatt.

Oel separieren in Werkstatt und Betrieb: Der Wareneingang

Wer Oel separieren möchte, muss in Werkstatt und Betrieb schon bei der Lieferung der Schmierstoffe ansetzen. Die genaue Liefermenge spielt dabei aber keine wichtige Rolle, wichtig ist bei Wareneingang nur, die Ware genauestens zu kontrollieren. So müssen Bestell- mit Liefermengen übereinstimmen, die genaue Produktbezeichnung muss zu finden sein, die Gebinde müssen unbeschädigt und sauber sein. Werden wiederaufbereitete Fässer geliefert, so müssen diese einen intakten Eindruck machen. Häufig ist es sinnvoll, sich Rückstellmuster zu sichern sowie die gegebenen Informationen über die Produktionscharge und das Datum der Abfüllung aufzubewahren.

Wichtig: Berücksichtigen Sie den Reinheitsgrad! Dieser kann variieren, wenn die Fässer, in denen Oel geliefert wird, immer wieder verwendet werden und hier andere Oele mit den immer gleichen Fässern in die Werkstatt geliefert werden. Sinnvoll kann eine OPA sein, eine Optische-Partikel-Analyse, bei der die jeweilige Reinheitsklasse genauestens ermittelt wird.

Oel separieren in Werkstatt und Betrieb: Die richtige Lagerung

Wer Oel separieren möchte und damit in Werkstatt und Betrieb für dauerhaft verfügbares reines Oel sorgt, muss einige Dinge in puncto Lagerung beachten. Dass der Lagerraum trocken und sauber sein muss, versteht sich von selbst. Wichtig ist aber überdies, dass die Temperatur möglichst gleichmäßig ist und es nicht zu einem großen Temperaturabfall – beispielsweise in der Nacht – kommen kann. Auch die Abweichung der Temperatur nach oben ist zu vermeiden. Übersteigt die Lagerungstemperatur 60 °C, so altert das Oel bereits in seiner Tonne oder im Behälter. Schwankungen der Temperatur bewirken, dass das Oel sein Volumen ändert. Außerdem kann es passieren, dass sich Kondenswasser bildet, was das Oel belastet. Ein Problem bei hygroskopischen Oelen ist, dass diese Feuchtigkeit aus der Luft absorbieren können, daher müssen sie sehr gut abgedichtet in einem Raum lagern, der eine hohe Luftfeuchtigkeit besitzt. Lagert sich Feuchtigkeit an Additive an, so können diese das Oel separieren und in Werkstatt und Betrieb für unnötige Kosten sorgen.

Tipp: Konnte sich Oel separieren, so wirkt es milchig oder trüb. Daran ist meist Wasser schuld, welches in feinsten Tröpfchen im Oel schwebt. Welchen Sättigungsgrad Wasser in Oel hat, ist unter anderem vom Oeltyp abhängig, vom Luftdruck und von der Temperatur.

Oel separieren in Werkstatt und Betrieb: Lagerung unter freiem Himmel?

Ist in Werkstatt und Betrieb nicht allzu viel Platz, so wird das Oel gern im Freien gelagert. Doch dies sollte vermieden werden, wenn nicht gewünscht wird, dass sich das Oel separieren kann. Regen und Kondenswasser sowie Frost sorgen ansonsten dafür, dass das Oel Schaden nimmt. Ist das Lagern draußen nicht zu umgehen, dürfen die Oelfässer auf keinen Fall in der prallen Sonne aufgestellt werden, auch vor Regen und Schnee sollten sie geschützt lagern. Außerdem ist wichtig, dass diese Fässer nur liegend lagern, wobei der Verschluss nach unten zeigen soll. Dies verhindert, dass Schwankungen der Außentemperatur für ein Ansaugen der Umgebungsluft sorgen oder dass sich Kondenswasser bilden kann.

Wer in Werkstatt oder Betrieb Oel separieren möchte, sollte also ein komplettes Konzept über Einkauf, Lagerung und Entsorgung vorweisen können. Viele Dinge bringen dabei die Praxis, andere können anhand von Empfehlungen umgesetzt werden. In jedem Fall kommt es stets darauf an, die empfindlichen Oele richtig zu behandeln, damit es nicht nur naturschutzrechtlich, sondern auch anwendungstechnisch keinerlei Probleme gibt.


Bildnachweis: © pixabay.com – Krzysiek

Über den Autor

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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