Die Herausforderungen in der Transportwelt

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Die Transportwelt steht vor großen Herausforderungen und das nicht erst seit Corona. Als drängendste Themen gelten dabei die Bereich Personal, Digitalisierung und Nachhaltigkeit.

Herausforderungen für die Transportwelt: Früher war alles besser?

Auch wenn aktuelle Herausforderungen für die Transportwelt den Anschein erwecken, als sei vor Corona alles besser gewesen, so stimmt das nicht ganz. Die Ausgangslage war eine andere, damit lagen auch die jeweiligen Herausforderungen anders. Schon vor Corona wurden die Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit auf die Agenda vieler Unternehmen gesetzt, doch durch die Pandemie wurden diese etwas in den Hintergrund gedrängt.

Weitaus wichtiger ist zu verschiedenen Zeiten die Frage nach dem Personal gewesen, denn ohne ausreichendes Personal sind Transporte nicht zu stemmen. Gerade ein weltweiter Transport zu Wasser, auf der Schiene oder in der Luft ist ein umfassendes organisatorisches und personelles Problem.

Herausforderungen bis 2020

Die Transportwelt gab im Herbst 2019 an, mit einem Wirtschaftswachstum von 2,2 Prozent pro Jahr zu rechnen. Im Fokus standen als Voraussetzung für ein Wachstum die Behebung des Fachkräfte- und Fahrermangels sowie die Digitalisierung, die dringend benötigt wurde. Auch die Automatisierung verschiedener logistischer Prozesse sollte deutlich vorangetrieben werden. Entsprechende Potenziale waren zu diesem Zeitpunkt durchaus erkennbar.

Dabei stellten sich die Herausforderungen im Einzelnen wie folgt dar:

  • Personalmangel

    Auf der einen Seite wurden und werden immer noch Fahrer gesucht. Die gesundheitlich belastende Arbeitssituation schreckt immer mehr Menschen ab. Dazu kam aber auch ein Mangel an Fachkräften und hier insbesondere im Bereich IT. Dadurch konnten viele Optimierungspotenziale nicht richtig ausgeschöpft werden, auch Prozess- und Produktketten wurden teils unterbrochen, in vielen Fällen zumindest nicht effizient genug gestaltet.

  • Verschenkte Digitalisierungspotenziale

    Viele Start-ups haben sich im Bereich der Transportwelt gegründet, häufig warteten sie mit digitalen Lösungen für verschiedene Bereiche auf. Wie groß die Digitalisierungspotenziale waren, zeigt gerade die Anzahl an Neugründungen. Allerdings waren viele Unternehmen zu wenig risikofreudig, scheuten entsprechende Investitionen oder zeigten sich neuen Technologien gegenüber nicht offen genug. Potenziale wurden teilweise verschenkt.

  • Hohe Kosten für Nachhaltigkeit

    Der Punkt der Nachhaltigkeit stellt schon lange eine der größten Herausforderungen dar. Die Klimaziele, die bis 2030 gesetzt wurden, sind für die Transportwelt nur schwer umsetzbar, denn sie bedeuten teils immense Mehrkosten. Die von der Politik und auch von der Bevölkerung gewünschte Umsetzung von Transporten u. a. mit einer Lieferung am gleichen Tag stellt die Branche vor große Probleme.

Die Klimaziele, die bis 2030 gesetzt wurden, sind für die Transportwelt nur schwer umsetzbar, denn sie bedeuten teils immense Mehrkosten. ( Foto: Shutterstock-Scharfsinn)

Die Klimaziele, die bis 2030 gesetzt wurden, sind für die Transportwelt nur schwer umsetzbar, denn sie bedeuten teils immense Mehrkosten. ( Foto: Shutterstock-Scharfsinn)

Wandel in der Transportwelt: Herausforderungen in und nach der Corona-Krise

Es ist schon länger erkennbar, dass sich die Transportwelt im Wandel befindet und dass die Entwicklung der Logistik in Deutschland deutlich voranschreitet.

In großem Umfang wurden mittlerweile Prozesse implementiert, bei denen Künstliche Intelligenz und Big Data zur Anwendung kommen. Flächendeckend ist so etwas aber noch nicht möglich und so brennt die Frage nach einer stärkeren Automatisierung und Digitalisierung immer noch unter den Nägeln.

Herausforderungen nach Corona

Insgesamt lassen sich vier große Herausforderungen festmachen, die bereits in der Pandemie an Stellenwert gewonnen haben, die aber auch in Zukunft noch relevant sein werden:

  1. Logistik 4.0

    Digitale Lösungen sind in immer mehr Bereichen zu finden und weitere Branchen stellen darauf ab. Digitalisierung und Logistik 4.0 gehören daher auch in der Transportwelt zu den drängendsten Fragen, die beantwortet werden müssen. Es ist zu erwarten, dass entsprechende Lösungen in den kommenden Jahren dominieren werden.

    Vor allem die Datenverarbeitung wird von der analogen zur digitalen Variante gewandelt werden, wobei feststellbar ist, dass gerade die Transportwelt mit immensen Datenmengen zu kämpfen hat. Viele davon bleiben noch immer ungenutzt, weil sie in physischen Speichern gesammelt und liegen gelassen werden. Es braucht neue technologische Lösungen, um auch große Datenvolumen zu erheben und zu verarbeiten.

    Vor allem kommt es auf die Überwachung der einzelnen Abschnitte bei einem Warentransport an. Letzten Endes soll damit erreicht werden, dass die Logistikprozesse deutlich transparenter werden und dass die Rückverfolgbarkeit der Sendungen über verschiedene Plattformen jederzeit gegeben ist.

  2. Personelle Veränderungen

    Mit den Herausforderungen und Veränderungen der Transportwelt geht auch eine Veränderung bei Berufsbildern einher. Es braucht nicht mehr nur Fahrer und Menschen, die im Lager arbeiten. Vielmehr braucht es Fachkräfte, die die erforderlichen organisatorischen Vorgänge unter Anwendung fortschrittlicher Technologien vornehmen und überwachen. Unternehmensstrukturen müssen dafür angepasst werden, denn es muss in den Logistikunternehmen die nötigen IT-Fachkräfte geben, in deren Weiterentwicklung und Fortbildung ständig investiert wird.

    Es werden Fachkräfte für Künstliche Intelligenz gesucht, Analysten für Big Data, Digital Transformation Manager und Innovationsmanager, um nur einige neue Berufsbilder zu nennen. Nur die Angehörigen dieser neuen Berufe können die Logistikbranche voranbringen und einzelnen Unternehmen im Konkurrenzkampf stärken.

    Es werden Fachkräfte für Künstliche Intelligenz gesucht, Analysten für Big Data, Digital Transformation Manager und Innovationsmanager, um nur einige neue Berufsbilder zu nennen. ( Foto: Shutterstock- Blue Planet Studio)

    Es werden Fachkräfte für Künstliche Intelligenz gesucht, Analysten für Big Data, Digital Transformation Manager und Innovationsmanager, um nur einige neue Berufsbilder zu nennen. ( Foto: Shutterstock- Blue Planet Studio)

  3. Automatisierung ist gefragt

    Wie kann sich die Logistikbranche nach Corona wieder erholen? Richtig ist, dass es dafür ein hohes Maß an Automatisierung geben muss, damit der Personaleinsatz reduziert werden kann. Robotik-Systeme werden auf dem Vormarsch sein und zeigen sehr effizient, was die Transportwelt zu leisten vermag.

    Viele Unternehmen haben ihre Lagerung und den Transport von Waren bereits auf automatische Prozesse umgesetzt oder setzen automatisierte Verfahren zur Unterstützung des Personals ein. Wichtig ist demnach, dass Mensch und Maschine zusammenarbeiten und dass die Maschinen den Menschen wirklich entlasten. Nur dann verbessern sich auch die Arbeitsbedingungen und die Personalressourcen werden geschont.

    Ob und wie die Automatisierung in naher Zukunft umgesetzt werden kann, ist noch nicht klar. Solange es an gut ausgebildetem Personal fehlt, das technologische Neuerungen anwenden kann und im Zuge der Digitalisierung bestehende Prozesse umwandelt, wird es Probleme mit der automatisierten Prozessbearbeitung und Logistik geben.

  4. Umweltschutz und Nachhaltigkeit

    Ein Blick auf Umwelt und Nachhaltigkeit zeigt, dass die Transportwelt hier immer noch ein wenig hinkt. Gleichzeitig ist aber die Umweltbelastung durch verschiedene Maßnahmen zumindest teilweise gesunken, was beispielsweise durch den Einsatz erneuerbarer Energien möglich wurde. Eine der größten Herausforderungen dürfte die nachhaltige Logistik sein, wobei diese auf der einen Seite für das Unternehmen selbst, auf der anderen Seite für die Umwelt ein Gewinn ist.

    Möglich ist zum Beispiel die Selbstversorgung mit Energie, was die Umwelt schont und Kosten senken kann. Auch die Veräußerung von Energie, die zwar produziert, aber nicht verwendet wird, ist ein wichtiger Aspekt. Aktuell sind derartige Bilder noch Zukunftsvisionen und eher vereinzelt zu finden. Experten rechnen aber damit, dass entsprechende Technologien und ausgereifte Prozesse schon bald üblich und weit mehr als nur Trends sein werden.

    Möglich ist zum Beispiel die Selbstversorgung mit Energie, was die Umwelt schont und Kosten senken kann.( Foto: Shutterstock-Scharfsinn)

    Möglich ist zum Beispiel die Selbstversorgung mit Energie, was die Umwelt schont und Kosten senken kann.( Foto: Shutterstock-Scharfsinn)

Preisdruck als Problem

Neben den genannten Fragestellungen ist auch der Preisdruck ein großes Problem, das sich dem Transportwesen präsentiert. Nicht alle Unternehmen können diesem Druck standhalten, was eine Vielzahl von Insolvenzen zur Folge haben kann. Hierbei ergibt sich allerdings ein doppeltes Problem: Auf der einen Seite sollen Transporte umweltfreundlicher werden, schneller und die Same-Day-Lieferung wird immer stärker gefragt.

Auf der anderen Seite soll die Logistik so günstig wie möglich sein, was sich aber nicht miteinander vereinbaren lässt. Personal, automatisierte Prozesse und der Umstieg auf die Digitalisierung verursachen Kosten, die nicht über noch weitere Niedrigpreise wieder einzuholen sind. Wie die Branche dieses Problem lösen möchte, steht noch in den Sternen.

Fazit: Neue Herausforderungen knüpfen an alte an

Die aktuellen Fragestellungen sind mit denen vergleichbar, die vor der Pandemie bestanden. Sie werden aber immer drängender, was nicht nur für das Erreichen der Klimaziele und die Vorgaben bis 2030 gilt. Auch das Personalproblem verschärft sich und wird künftig noch weitere Probleme aufwerfen. Gleichzeitig macht sich der Fachkräftemangel auch in der Logistikbranche immer stärker bemerkbar, wobei vor allem IT-Fachkräfte fehlen.

An ihnen wiederum hängt die Umsetzung der Ziele von Logistik 4.0 und die verstärkte Anwendung automatisierter Prozesse. Es ergibt sich ein Kreislauf, der dringend unterbrochen werden muss. Das wiederum stellt sich aber als sehr kostenintensiv dar.

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