Umbau: Schadstoffklasse E2 bei Ford, Mercedes, Subaru & Co. ist teuer!

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Ford, Mercedes, Subaru und viele andere Fahrzeuge waren nicht immer so umweltfreundlich wie heute. Und immer noch sind einige dieser Autos auf den Straßen unterwegs, die – gern und unschön – als „Dreckschleudern“ bezeichnet werden. Dabei ist es nicht nötig, dass die Schadstoffklasse E2 beibehalten wird, denn es gibt verschiedene Möglichkeiten für den Umbau des Fahrzeugs. Das geht sogar soweit, dass die grüne Plakette erlangt werden kann, mit der in die Umweltzonen der Innenstädte gefahren werden darf. Somit gibt es für den Umbau Schadstoffklasse E2 Ford eine klare Empfehlung!

Umbau Schadstoffklasse E2 Ford u. a.: Was bedeuten die Kürzel?

Zuerst einmal geht es um die Abgasnorm: Damit sind Grenzwerte für die Abgase von Fahrzeugen gemeint, wobei es um die Partikel, um Kohlenstoffmonoxid, um Kohlenwasserstoffe und um Stickstoffoxide geht, die hier gemessen werden. Die Fahrzeuge werden zum Beispiel nach der Euro-Norm in verschiedene Schadstoffklassen eingeteilt, die wiederum sogenannte Emissionsschlüsselnummern zugewiesen bekommen. Anhand dieser Daten wird die Höhe der Kfz-Steuer berechnet, auch die Zulassung für bestimmte Umweltzonen erfolgt aufgrund der ermittelten Werte. Die Grenzwerte fallen unterschiedlich aus, je nachdem, ob es sich um einen Otto- oder einen Dieselmotor handelt. Auch der Fahrzeugtyp spielt hier eine Rolle. Im gesamten europäischen Raum unterliegen die jeweiligen Grenzwerte einer stetigen Verschärfung. Gemessen werden die Werte im Rahmen der Typprüfung – der Hersteller von Ford und Co. muss dabei garantieren, dass die Werte für eine feste Zeitspanne eingehalten werden.

Seit September des Jahres 2014 gilt die Euro 6 Norm, diese ist für neu zugelassene Fahrzeuge auch ab September 2015 bindend. Bis dato galt die Euro 5 Norm für neu zugelassene Autos. Für Lkw hingegen gilt bereits seit Januar 2013 die Euro 6 Norm, seit dem darauffolgenden Januar ist sie bei der Neuzulassung bindend.
Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht über die verschiedenen Normen und deren Gültigkeit bei der Erstzulassung des Fahrzeugs:

Pkw mit Ottomotor

Euro 1 Euro 2 Euro 3 Euro 4 Euro 5 Euro 6b Euro 6c
Erstzulassung (jeweils ab Januar) 1993 1997 2001 2006 2011 2015 2018

Pkw mit Dieselmotor

Euro 1 Euro 2 Euro 3 Euro 4 Euro 5a Euro 5b Euro 6
Erstzulassung (jeweils ab Januar) 1993 1997 2001 2006 2011 2013 2015

Motorräder

Euro 1 Euro 2 Euro 3 Euro 4 Euro 5
Typprüfung 1999 2003 2006 2016 2020

 

Umbau Schadstoffklasse E2 Ford und Co.: Warum soll ich umrüsten?

Die Schadstoffklasse E2 bei Ford und Mercedes sowie bei vielen weiteren Fahrzeugen ist nur noch bei älteren Kfz vorhanden, wenn denn noch kein Umbau vorgenommen wurde. Damit sind die Besitzer dieser Fahrzeuge aber arg gebeutelt, schlägt hier das Finanzamt doch richtig zu und verlangt kräftig Steuern. Im Jahr 2005 gab es eine Steuererhöhung, die ziemlich zu Buche geschlagen haben dürfte und womit den Kfz-Besitzern die Pistole auf die Brust gesetzt wurde: Entweder, sie entschieden sich für einen Umbau ihres alten Ford oder anderen Kfz oder sie mussten eine enorme Steuererhöhung in Kauf nehmen. Der Neukauf eines Fahrzeugs kam natürlich auch in Frage. Pro angefangenen Kubikzentimeter Hubraum sollten 15,14 Euro gezahlt werden – vorher lag der Betrag um rund fünf Euro je Kubikzentimeter niedriger. Ein Beispiel: Wenn der alte Ford 1,8 Liter Hubraum besaß, wurden vor der Erhöhung 195 Euro an Kfz-Steuer fällig. Nach der Neuerung wurden nun 272 Euro verlangt.

Natürlich war der Umbau des Ford oder eines anderen Kfz nicht nur aus finanziellen Gründen ratsam, sondern auch aus Gründen des Umweltschutzes. Weniger Abgase bedeuten eine sauberere Luft – und für so manchen Autofahrer ein ruhigeres Gewissen, wenn wieder einmal das Auto statt des Fahrrads genommen wird.
Auch der Wiederverkaufswert des Fahrzeugs konnte durch den Umbau gesteigert werden, denn natürlich hatten Autokäufer die Schadstoffklasse E2 im Blick. Dass sich jemand ein Fahrzeug kaufte und es danach umrüsten ließ, war wohl höchst selten.

Der Umbau war damit dringend nötig, damit der geliebte Ford,VW oder Audi doch noch fahren durfte, ohne in die Pleite zu führen. Die Schadstoffklasse E2 musste also zwingend gewechselt werden. Dabei sind verschiedene Möglichkeiten für den Umbau infrage gekommen.

Umbau Schadstoffklasse E2 Ford und andere Kfz: Wie kann nachgerüstet werden?

Für den Umbau des alten Ford oder Subaru, Mercedes oder Fiat gab es verschiedene Möglichkeiten, damit die Schadstoffklasse E2 verlassen werden kann. Auch heute noch sind die diversen Umrüstsätze im Handel erhältlich und können entweder direkt oder durch die ausführende Werkstatt bezogen werden.
Zu nennen ist an dieser Stelle zuerst der Kaltlaufregler für den Umbau des Ford oder eines anderen Fahrzeugs mit Otto-Motor auf eine bessere Schadstoffklasse. Mit dem Kaltlaufregler wird der Ausstoß der Schadstoffe in der Phase, in der das Fahrzeug noch nicht warmgelaufen ist, reduziert. Es werden nur halb so viele schädliche Stoffe in die Umwelt gepustet und der Motor wird schneller warm. Die Kosten für den Umbau liegen bei rund 140 Euro, wobei sich diese Ausgabe binnen kürzester Zeit amortisiert. Die dadurch eingesparten Steuern bewirken schon bald eine nicht unwesentliche Ersparnis.

Auch mit dem Mini-Kat kann das Auto nachgerüstet werden, wobei die Kosten hier nur bei ca. 60 Euro liegen. Des Weiteren kann ein neuer Katalysator eingebaut werden, wobei ein solcher bisher nur für BMW, Mercedes und Opel erhältlich ist – Ford geht hier noch leer aus bzw. wurde nicht bedacht.

Wer ein Dieselfahrzeug fährt, sollte über den Einbau eines Rußpartikelfilters nachdenken. In 2015 wurde der Umbau Schadstoffklasse E2 Ford und für andere Fahrzeuge sogar noch durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gefördert, wobei hier jeder Antragsteller mit bis zu 260 Euro unterstützt wurde (bis der Fördermitteltopf leer war). Bei Gesamtkosten von rund 300 Euro war das durchaus lukrativ. Allerdings kamen Einbau, Prüfung und Eintragung noch hinzu.


Bildnachweis: © Fotolia – Ingo Bartussek

Über den Autor

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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