DAkkS Kalibrierung: Definition, Normen, Unterschied zur ISO Kalibrierung

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Hersteller sind immer häufiger gefordert und müssen die Qualität ihrer Produkte belegen können. Möglich wird das mit Prüfscheinen, die nach der DAkkS Kalibrierung vergeben werden. Auch die ISO Kalibrierung kommt infrage.

Höchster Standard: DAkkS wird international anerkannt

Wer Tischwaagen mit hoher Genauigkeit verwenden möchte, muss darauf achten, ob diese nach DAkkS kalibriert worden sind. Dabei ist bei der Überwachung sämtlicher Messaufgaben wichtig, dass die eingesetzte Messtechnik ebenfalls überprüft wird, was nach einer festgelegten Norm zu erfolgen hat.

Etabliert hat sich hier zur Überprüfung die DIN ISO 9001, die in den meisten Unternehmen vor allem in der Produktion üblich ist. Die Kalibrierung der Prüfmittel ist von entscheidender Bedeutung bei dem Versuch, die Herstellerqualität zu belegen.

DAkkS: Kalibrierung auf höchstem Niveau

Die Produktionsrichtlinien werden ebenso strenger wie die Erwartungen an die Produktqualität höher. Messergebnisse müssen sich jederzeit als verlässlich und nachvollziehbar präsentieren, was aber nur möglich ist, wenn diese die DAkkS Kalibrierung vorweisen können. Durch diese Kalibrierung wird nachgewiesen, dass die vorgegebene Norm eingehalten wurde.

Genaue Ergebnisse sind nur durch Kalibrierung möglich ( Foto: Shutterstock-Naphanya)

Genaue Ergebnisse sind nur durch Kalibrierung möglich ( Foto: Shutterstock-Naphanya)

Wichtiges Detail:
Die Messergebnisse sind durch die Kalibrierung rückführbar, was als wichtiger Anspruch an das Verfahren gilt. In dem Zuge sind auch rechtliche Fragen zu beantworten. Der Grund für die Genauigkeit bei Messergebnissen und für den Anspruch auf Rückführbarkeit ist leicht erklärt: Schon kleinste Ungenauigkeiten würden dazu führen, dass es zu Qualitätseinbußen kommt.

Eine falsche oder fehlerhafte Kalibrierung würde dazu führen, dass es in der Produktion zu teils deutlichen Abweichungen kommt. Daraus wiederum können sich schwerwiegende Qualitätsmängel für das Endprodukt ergeben.

DAkkS Kalibrierung: Für Labors und Zertifizierungsstellen wichtig

Als nationale Stelle für die Akkreditierung in Deutschland ist die DAkkS bzw. ihr Betrieb im öffentlichen Interesse. Sie agiert nach der EG-Verordnung 765/2008 und muss zudem das Akkreditierungsstellengesetz berücksichtigen. Akkreditiert werden dabei Labors und Zertifizierungsstellen.

Die Prüfer selbst werden im Rahmen dieser Akkreditierung geprüft, wobei die DAkkS Kalibrierung durchaus Vorteile gegenüber der ISO Kalibrierung hat. So ist zum einen das Vertrauen der Menschen in die Zertifikate, die durch die DAkkS vergeben werden, deutlich größer, außerdem gelten die Prüfscheine international.

Sie sind somit auch weltweit vergleichbar und die Rechtssicherheit durch die Akkreditierung ist jederzeit gegeben. Auch vor Gericht sind die Prüfscheine als verbindlich anzusehen.

Sie sind unter anderem für diese Berufsgruppen und Bereiche relevant:

  • Gutachter und Sachverständige
  • Industrieproduktion
  • Medizintechnik
  • Pharmazeutische Labors
  • Automobilindustrie

Konformitätsbewertungen werden über die DAkkS Kalibrierung selbst vorgenommen, sind aber nicht in dem nötigen Maße möglich. Daher werden Akkreditierungen vergeben. Das bedeutet, dass die derart ausgezeichnete Labors und Prüfstellen die Konformitätsprüfungen selbst durchführen können.

Sie alle arbeiten vergleichbar und richten ihre Tätigkeit nach der Norm aus, die für die fachliche und technische Ausstattung wichtig ist. Dabei geht es unter anderem um die Einbeziehung von Fachpersonal, bewertet werden überdies verschiedene Messverfahren unter Berücksichtigung der jeweils vorhandenen Umweltbedingungen.

Qualitätssicherung durch qualifiziertes Personal sollte in bestimmten Abständen gemacht werden. (Foto: Shutterstock-Dmitry Kalinovsky )

Qualitätssicherung durch qualifiziertes Personal sollte in bestimmten Abständen gemacht werden. (Foto: Shutterstock-Dmitry Kalinovsky )

Darauf kommt es bei der Kalibrierung an

Damit eine internationale Anerkennung durch Akkreditierung möglich ist, müssen bestimmte Maßgaben für die Kalibrierung eingehalten werden.

Diese beziehen sich nicht auf feste Intervalle, denn solche sind nicht vorgegeben. Ein Beispiel dafür sind Waagen: Sie sollten, wenn sie zur Qualitätssicherung eingesetzt werden, einem Prüfintervall von einem Jahr folgen. Das reguläre Intervall liegt bei ein bis zwei Jahren.

Um herauszufinden, welches Intervall die Norm sein sollte und im einzelnen Fall angemessen ist, können die folgenden Punkte zur Beurteilung herangezogen werden:

  • Nutzungshäufigkeit
  • Toleranzband
  • Umweltbedingungen, unter denen das Messmittel eingesetzt wird
  • Stärke und Dauer der Beanspruchung
  • Messgrößen
  • Sicherheit der vorhergehenden Kalibrierung
  • interne Anforderungen seitens des Qualitätsmanagements

Um die Kalibrierung vorzunehmen, wird der jeweils beauftragte Kalibrierdienst vorab mit der Unternehmensleitung oder mit den Verantwortlichen besprechen, welche Kalibrierung vorzunehmen ist. Meist kann die Kalibrierung im Rahmen der üblichen regelmäßigen Wartung vorgenommen werden.

Dies ist nicht zuletzt vor dem Hintergrund von Vorteil, dass bei zeitgleicher Wartung, einer nötigen Reparatur sowie der Kalibrierung Ausfallzeiten so gering wie möglich ausfallen können. Gleichzeitig wird die nötige Rechtssicherheit geschaffen und es ist möglich, die Lebensdauer des Messgeräts deutlich zu verlängern.

Viele Unternehmen gehen davon aus, dass die ISO Kalibrierung genüge und eine DAkkS Kalibrierung nicht nötig sei. ( Foto: Shutterstock- panyajampatong )

Viele Unternehmen gehen davon aus, dass die ISO Kalibrierung genüge und eine DAkkS Kalibrierung nicht nötig sei. ( Foto: Shutterstock- panyajampatong )

Akkreditierte Kalibrierung und Werkskalibrierung: Wo ist der Unterschied?

Viele Unternehmen gehen davon aus, dass die ISO Kalibrierung genüge und eine DAkkS Kalibrierung nicht nötig sei. Die Entscheidung lässt sich jedoch nicht treffen, ohne die genauen Umstände zu kennen, denn hier gibt das Qualitätsmanagement des jeweiligen Unternehmens vor, ob eine DAkkS Kalibrierung nötig oder ob eine ISO Kalibrierung ausreichend ist.

Meist zeigt die Definition des hauseigenen Qualitätsmanagements, dass die ISO Kalibrierung zwar ausreichend ist, die hochwertigere DAkkS Kalibrierung jedoch im Rahmen des internen Qualitätsmanagements die bessere Entscheidung.
Beide Verfahren unterschieden sich kaum und werden nach der gleichen Norm vorgenommen. Doch nur die Kalibrierung nach DAkkS Standard ist rückführbar und völlig rechtssicher.

Video: Webinar: Kalibrierung von Messgeräten

Werkskalibrierung: Die Definition

Die Werkskalibrierung ist eine andere Bezeichnung für die ISO Kalibrierung, die nach der Norm DIN EN ISO/ IEC 17025 stattfindet und als Standardvariante einer Kalibrierung gilt. Der Nachweis einer richtigen Funktionsweise der Messgeräte erfolgt durch ihre Rückführung auf die Normale, das heißt auf die festgelegten Prüfgewichte.

Durch die Einhaltung der Normen nach DIN ISO 9001 wird sichergestellt, dass die Qualität aller Messungen stets gleich ist. Wichtig ist, dass alle Prüfmittel ständig nach DIN EN ISO/ IEC 17025 kalibriert werden.

Prüfstellen sind für die Kalibrierung nach DIN ISO 9001 zuständig, wobei diese Prüfstellen keine Akkreditierung besitzen, die von der DAkkS vergeben wurde. Vorteilhaft ist, dass die Werkskalibrierung für das Unternehmen günstiger ist, denn eine Prüfung nach DIN ISO 9001 verursacht geringere Kosten als eine DAkkS Kalibrierung. Dafür sind die vergebenen Prüfscheine aber auch nicht weltweit gültig. Außerdem lehnen viele Prüfer die Anerkennung der Prüfscheine auch national ab, was im Rahmen von Audits möglich ist.

Das Labor, welches die Kalibrierung vornimmt, muss die Selbstverpflichtung berücksichtigen und die Vorgaben der Norm DIN EN ISO/ IEC 17025 einhalten. Dies gilt auch in Bezug auf die Angabe von Messungenauigkeiten.

Genauigkeit in Laboren, ist so wichtig, Messgeräte müssen genaue Messungen durchführen können. ( Foto: Shutterstock- Krysja)

Genauigkeit in Laboren, ist so wichtig, Messgeräte müssen genaue Messungen durchführen können. ( Foto: Shutterstock- Krysja)

Akkreditierte Kalibrierung: Eine Definition

Eine akkreditierte Kalibrierung findet ebenfalls konform zur DIN EN ISO/ IEC 17025 statt. Die DAkkS prüft dabei, ob die Prüfstellen ihrerseits richtig arbeiten, und stellen einen entsprechenden Kalibrierschein aus. Dieser steht für die Einhaltung der hohen Sicherheitsstandards sowie der nötigen Qualitätsmaßstäbe. Die akkreditierte Kalibrierung wird meist alle ein bis zwei Jahre vorgenommen.

Der größte Vorteil ist hier sicherlich die weltweite Anerkennung der Prüfscheine, allerdings ist diese Form der Kalibrierung sehr teuer und nicht für jedes Unternehmen sinnvoll. Ganz wichtig dabei ist die genannte Norm DIN EN ISO/ IEC 17025, denn nur, wenn diese nachweislich eingehalten wurde, sind die Prüfscheine rechtssicher und international gültig.

Die Unterschiede zwischen akkreditierter Kalibrierung und Werkskalibrierung

Beide Arten der Kalibrierungen stellen sicher, dass die DIN ISO 9001 eingehalten wird. Messergebnisse werden umfassend dokumentiert und sind damit jederzeit rückführbar. Unterschiede gibt es dennoch und die Definition der beiden Verfahren macht diese deutlich: Hier stehen sich Rechtssicherheit und Rückführbarkeit sowie internationale Anerkennung der Prüfscheine gegenüber. Eine Werkskalibrierung ist – vereinfacht gesagt – minderwertiger, auch wenn sie in vielen Fällen ausreichend ist.

Die Kalibrierungen der DAkkS hingegen sind hochwertiger und für viele Unternehmen wichtig, gerade für kleine Betriebe jedoch oft nicht finanzierbar. Wenn gefordert ist, dass die Kalibrierung über die DAkkS vorliegen muss, um zum Beispiel als Produktionspartner in die engere Wahl zu kommen, müssen die betreffenden Unternehmen jedoch entsprechend handeln. Nur die Vergabe eines Kalibrierscheins, der den Anforderung der DAkkS genügt, gibt die Gewähr, dass alle Normen und Regelungen eingehalten wurden und dass es sich um ein validiertes Verfahren handelt.

Ein gravierender Unterschied wird nicht in der Definition deutlich: Es geht dabei um die Formel, die bei der DAkkS im Kalibrierschein genannt wird. Diese gibt mögliche Messunsicherheiten an, sodass ein Anwender eines Messinstruments einschätzen kann, ob die abgelesenen Werte korrekt sind. Dank der aufgeführten Formel ist es möglich, eventuelle Messungenauigkeiten herauszurechnen und so die Richtigkeit der Ergebnisse sicherzustellen.

Genaue Einstellungen sorgen für genaue Ergebnisse ( Foto: Shutterstock-ALPA PROD )

Genaue Einstellungen sorgen für genaue Ergebnisse ( Foto: Shutterstock-ALPA PROD )

FAQs zur akkreditierten Kalibrierung

Was heißt akkreditierte Kalibrierung?

Als akkreditierte Kalibrierung wird die Laborkompetenz bezeichnet, es geht dabei um die Leistungsfähigkeit auf der einen Seite und um die Unabhängigkeit der Labors auf der anderen Seite. Im Rahmen eines Akkreditierungsverfahrens muss das Labor nachweisen, dass es tatsächlich auf dem erwarteten hohen Leistungsniveau agiert und einen entsprechenden fachlichen Standard wahren kann. Des Weiteren muss nachgewiesen werden, dass alle Normen und Gesetze eingehalten werden. Die Akkreditierung bietet die Möglichkeit zu einem internationalen Vergleich bzw. ist sie weltweit anerkannt.

Wann ist ein Messmittel zu kalibrieren?

Wann ein Messmittel zu kalibrieren ist, hängt von deren Einsatz bzw. von den Einsatzbedingungen ab. Bei Verwendung für regelmäßige Begutachtungen ist eine Kalibrierung alle zwölf Monate angeraten, dies gilt vor allem beim Einsatz für Prüfungen innerhalb der Arbeitssicherheit. Auch beim Einsatz der Messmittel unter extremen Umweltbedingungen ist ein kurzes Kalibrierungsintervall empfehlenswert. In allen anderen Fällen sind zwei Jahre als Intervall ausreichend.

Was ist eine DAkkS Kalibrierung?

Die DAkkS Kalibrierung gilt in Deutschland als höchster Standard und ist auch international anerkannt. Die vergebenen Kalibrierscheine enthalten Formeln, mit denen sich Messunsicherheiten berechnen lassen. Dabei darf die Kalibrierung nur durch ein akkreditiertes Prüflabor durchgeführt werden. Des Weiteren ist die DIN EN ISO 17025 zu berücksichtigen. Treten Messunsicherheiten auf, können diese den einzelnen Messergebnissen zugeordnet werden, wodurch sich die Rechtssicherheit des Prüfverfahrens erklärt.

Was ist eine Werkskalibrierung?

Die Werkskalibrierung ist ein Kalibrierverfahren, das nicht den Anforderungen der DAkkS entspricht und daher etwas weniger wertig ist. Eine internationale Anerkennung liegt dafür nicht vor, auch eine Akkreditierung ist hier nicht möglich. Es werden Prüfscheine vergeben, diese werden allerdings nicht weltweit anerkannt. Daher ist bei besonders hohen Anforderungen die Werkskalibrierung meist nicht ausreichend und muss durch eine DAkkS Akkreditierung ersetzt werden.

About Author

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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