Kennzeichnung ist das A und O in der Logistik: Vorteile im Überblick

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Die Logistik in einem Unternehmen betrifft bei Weitem nicht nur reine Logistikbetriebe. Jedes Unternehmen besitzt zumindest eine interne Logistik, mithilfe derer die Abläufe, Güter und Vorgänge geregelt werden.

Wozu braucht man die Kennzeichnung?

Produziert oder vertreibt ein Unternehmen hingegen Waren, besitzt einen Onlineshop, einen anderen Verkaufsraum oder verkauft die Güter über interne Bestellungen an andere Händler, reicht eine einfache Logistik nicht mehr aus. Hier gibt es viel zu viel zu beachten, beginnend bei den Warenbeständen bis hin zu den Lagerplätzen und Zubehörteilen. Wer nicht aufpasst, kann schnell ein Chaos im Lager verursachen, das so einfach nicht mehr durchbrochen wird. Abhilfe schafft hier ein gutes Logistiksystem und die korrekte Kennzeichnung der Güter. Und wie funktioniert das?

Wichtig ist, dass die Kennzeichnung nicht nur in sich schlüssig ist, sondern auch, dass sie leicht zu entziffern ist. Hierzu eignen sich Etiketten besonders gut, denn sie können wahlweise direkt auf die einzelnen Güter, Teile oder Kartons geklebt werden oder sie werden mittels stabilen Bändern an die Produkte gebunden. Doch bevor es an die Kennzeichnung geht, gilt es zu klären, welche Daten auf einem Etikett stehen müssen:

  • Ware:
    Um welche Ware handelt es sich? In der Produktion, in der nun mal nicht nur fertige Stücke, sondern auch Teile gelagert und ausgeliefert werden, muss der Lagerbestand extrem genau bezeichnet sein. Anderenfalls vergeuden Produktionsmitarbeiter zu viel Zeit auf der Suche nach Schrauben, Muttern oder der korrekten Kartonage.
  • Kunde:
    Handelt es sich bei der Logistik um einen Warenversand, müssen die bereits gepackten Pakete korrekt gekennzeichnet werden. Hier spielt nicht allein der Kunde eine Rolle, sondern auch der Ort des Empfängers.
  • Verfallsdaten:
    Unternehmen, die mit Lebensmitteln handeln oder sonstige Produkte haben, die über ein Verfallsdatum verfügen, müssen auch dieses auf den Etiketten notieren. Dasselbe gilt natürlich auch für Gefahrgut sämtlicher Art.
Kennzeichnung: Etikett mit Barcode (#01)

Kennzeichnung: Etikett mit Barcode (#01)

Jedes Unternehmen kann die Etiketten für seine Güter so gestalten, wie es für den Betrieb schlüssig ist. Extern gibt es keinerlei Vorgaben, sofern die gesetzlichen oder schutzrechtlichen Vorschriften beachtet werden.

Einzig bei bereits für den Versand vorbereiteter Ware ist vorgegeben, wie die Beschriftung auszusehen hat. Wer in den Paketaufkleber seine eigene Kennzeichnung einbringen möchte, arbeitet möglichst mit einem Barcode.

Wie wird das Ganze heute umgesetzt?

Größere Betriebe, die eine Masse an Gütern lagern und vertreiben, aber auch Unternehmen, die massig kleinere Teile in den Lagern halten, nutzen heute ein System aus Computerunterstützung, Scannern und selbst gestalteten Etiketten, die einen Barcode aufweisen und somit aus- und eingelesen werden können. Diese Vorgehensweise hat auf jedem Gebiet Vorteile:

  • Computerunterstützung:
    Warenwirtschafts- und Logistikprogramme stellen eine deutliche Arbeitserleichterung dar und verhindern, dass Chaos im Lager ausbricht. Die Programme können mit Onlineshops oder den Bestellsystemen örtlicher Händler verknüpft werden, sodass getätigte Bestellungen sogleich mit dem Warenbestand im Lager abgeglichen werden können. Da sämtliche Güter im Lager über Etiketten und Barcodes eingescannt und somit im Programm hinterlegt sind, verändert sich bei der Abfertigung der Warenbestand automatisch, zugleich ist es möglich, bereits verpackte und auf den Weg gebrachte Ware zu verfolgen. Zusätzlich lässt sich heute sogar die Warenorder automatisieren: Wenn die Software erkennt, dass ein bestimmter Artikel knapp wird, sendet es automatisch eine vorher generierte Bestellung an den jeweiligen Lieferanten.
  • Scanner:
    Sie helfen Unternehmen, Güter im Programm zu hinterlegen und wieder aufzufinden. Wird beispielsweise jede Bestellung automatisch mit Barcodes hinter den einzelnen Produkten versehen, können Mitarbeiter mithilfe des Scanners die Lagerplätze auslesen und wesentlich schneller die Pakete packen.
  • Etiketten:
    Etiketten werden in der Logistik meist schriftlich und mit einem Barcode gedruckt. Optisch lässt sich über die Schrift auf dem Etikett der Inhalt oder die Art der Ware ablesen, der Code hingegen hilft, die Ware in das System ein- oder wieder auszutragen. Gleichzeitig hilft der Code, sofern das Unternehmen ihn so generiert, den genauen Lagerplatz eines Stücks herauszufinden. Dies verkürzt den Versandprozess enorm, weil Waren nicht gesucht werden müssen.

Je größer ein Unternehmen ist, desto schwieriger und umfangreicher wird die Logistik. Gerade bei einem angeschlossenen Onlinehandel oder bei angeschlossenen, doch externen Händlern ist es wichtig, dass der Lagerbestand stets korrekt angezeigt wird. Sieht der Kunde, dass noch zwanzig Stück auf Lager sind, vertraut er darauf. Ohne ein solides und gepflegtes Warenwirtschaftssystem geschehen an dieser Stelle häufig Fehler. Und selbst bei einem rein internen Vertrieb ohne weitere Händler oder in einer Produktion müssen die Güter sauber gekennzeichnet, mit Etiketten bestückt und hinterlegt werden. Nur so lassen sich schnell wichtige Entscheidungen in Bezug auf den Warenbestand treffen.

Nur mit ausreichender Kennzeichnung lassen sich schnell wichtige Entscheidungen in Bezug auf den Warenbestand treffen. (#02)

Nur mit ausreichender Kennzeichnung lassen sich schnell wichtige Entscheidungen in Bezug auf den Warenbestand treffen. (#02)

Welche Vorteile hat das?

Kleine Unternehmen ohne eine große Anzahl an Mitarbeitern und mit einem übersichtlichen Warenbestand glauben häufig noch, dass die Logistik für sie eine untergeordnete Rolle spielt. Immerhin ist die Logistik doch das, was die Großbetriebe interessiert. Mitnichten, denn schon eine kleine Firma mit Minilager ist gut beraten, die Kennzeichnung von Beginn an korrekt zu gestalten. Die Etiketten lassen sich heute leicht selbst gestalten, während selbst die Generierung von Barcodes und der Erwerb eines Scanners nicht mühsam sind. Das Einpflegen des Bestands und die erste Kennzeichnung kosten natürlich ein wenig Zeit und Mühe, doch lohnt sich der Aufwand:

  • Zeitersparnis:
    Wer weiß, wo er etwas findet, ist schneller. Insbesondere in kleinen Betrieben, in denen nicht zig Mitarbeiter einspringen können, ist der Zeitfaktor ungemein wichtig. Ein Einmannbetrieb kann es sich nicht erlauben, Stunden im Lager zu suchen, nur weil hier ein Chaos herrscht. Bei einem guten Warenwirtschaftssystem reicht im Normalfall jedoch ein Blick und schon lässt sich die gewünschte Ware lokalisieren.
  • Sicherheit:
    Wer mit einem Blick in den PC weiß, was im Lager ist, schafft sich Sicherheit. Nachbestellungen können rechtzeitig getätigt werden – im Idealfall sind solche Transaktionen sogar automatisiert möglich. Durch die hohe Transparenz lassen sich zudem auch Fehlerquellen einfacher identifizieren.
  • Einfachheit:
    Selbst das kleinste Unternehmen muss sich um die Inventur kümmern. Auch hierbei hilft die Kennzeichnung des Bestandes, da zum Zählen nicht erst großartig sortiert werden muss. Im Idealfall wird der Warenbestand genau im System angezeigt. Anders sieht dies natürlich in Ladengeschäften aus.
Die Etiketten lassen sich heute leicht selbst gestalten, während selbst die Generierung von Barcodes und der Erwerb eines Scanners nicht mühsam sind. (#03)

Die Etiketten lassen sich heute leicht selbst gestalten, während selbst die Generierung von Barcodes und der Erwerb eines Scanners nicht mühsam sind. (#03)

Fazit

Die Kennzeichnung mittels Etiketten – ob mit Barcode oder nicht – ist für große und kleine Betriebe unverzichtbar. Gerade junge Unternehmer sollten die Aufgabe nicht vor sich herschieben, sondern gleich zu Beginn mit korrekten Kennzeichnungen und Warenwirtschaftsprogrammen arbeiten. So erleichtern sie sich nicht nur die tägliche Arbeit, sondern sparen ungemein Zeit, die wiederum lieber in die Kernkompetenzen des Unternehmens investiert werden kann. Und wenn das Unternehmen wächst, wächst die Logistik einfach mit, ohne erst nachträglich mühsam aufgebaut werden zu müssen. Ein solcherart organisches Logistik-Wachstum ist deutlich harmonischer und am Ende auch kostengünstiger.


Bildnachweis: © Shutterstock-Titelbild: Syda Productions, #01: RFvectors, #02: Pressmaster, #03: mrkob

Über den Autor

Klaus Müller-Stern

Klaus Müller-Stern (25) studiert aktuell Maschinenbau, beschäftigt sich daneben jedoch schon lange mit allen Aspekten rund um Selbstständigkeit und Unternehmensgründung. Eloquent und scharfsinnig bringt er Themen wie Social Media oder den Finanzsektor auf den Punkt. Darüber hinaus blickt der passionierte Laufsportler in seinen Beiträgen hinter die Kulissen erfolgreicher Startup-Firmen.

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