Den passenden Gabelstapler finden in 6 Schritten

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Wer erst einmal in die Welt der Stapler eingetaucht ist, der weiß: Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Modelle und kein Gabelstapler ist wie der andere. Die einzelnen Fahrzeuge unterscheiden sich vor allem hinsichtlich ihrer Hubhöhe, bei der Bereifung und der Art und Weise, wie sie angetrieben werden. Deshalb ist es gar nicht so einfach, den richtigen Stapler für den jeweiligen Einsatzzweck zu finden. Zunächst ist es deshalb vor allem einmal wichtig zu wissen, welche Möglichkeiten überhaupt zur Verfügung stehen.

Die Wahl des richtigen Gabelstaplers ist vor allem vom jeweiligen Einsatzzweck abhängig. Nicht jeder Stapler ist für jede Ladetätigkeit gleichermaßen gut geeignet.

Schritt 1: Das Einsatzgebiet analysieren

Welcher Gabelstapler am besten für den Einsatz im eigenen Unternehmen geeignet ist, lässt sich anhand von ein paar einfachen Leitfragen herausfinden.

Wer einen Stapler benötigt, sollte sich deshalb vor der Anschaffung die folgenden Fragen stellen:

  • Wo soll der Stapler zum Einsatz kommen?
  • Befindet sich der Einsatzort im Freien oder in einer Halle?
  • Wie sieht der Untergrund am Einsatzort aus?
  • Welche Lasten sollen mit dem Gabelstapler transportiert werden?
  • Wie groß ist die Ware, die transportiert werden soll?
  • Welche Kriterien muss der Stapler im Hinblick auf die Umwelt erfüllen?

Anhand der Beantwortung dieser Fragen ist es möglich, die passende Staplerart auszuwählen. Dazu ist es jedoch erforderlich, die unterschiedlichen Arten eines Gabelstaplers zu kennen.

Wer erst einmal in die Welt der Stapler eingetaucht ist, der weiß: Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Modelle und kein Gabelstapler ist wie der andere.( Foto: Shutterstock-_DH Saragih )

Wer erst einmal in die Welt der Stapler eingetaucht ist, der weiß: Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Modelle und kein Gabelstapler ist wie der andere.( Foto: Shutterstock-_DH Saragih )

Schritt 2: Die unterschiedlichen Gabelstaplertypen kennenlernen

Insgesamt kann zwischen vier Gabelstaplertypen unterschieden werden. Dabei handelt es sich um den Hubmaststapler, den Schubmaststapler, den Quersitzstapler sowie den Vierwegestapler. Was hinter den einzelnen Begriffen steckt, ist zu erkennen, wenn die unterschiedlichen Typen ein wenig näher betrachtet werden.

Als Klassiker unter den Gabelstaplern gilt der Hubmaststapler. Sein markantestes Merkmal ist das Hubgerüst, das sich an der Front befindet. Der Hubmaststapler ist ein echter Allrounder, weil damit sehr einfach die unterschiedlichsten Dinge auf den Stapler gehoben und vom Stapel gelassen werden können. Darüber hinaus lässt er sich durch unterschiedliche Anbaugeräte sehr einfach auf den jeweiligen Anwendungszweck optimieren.

Der Schubmaststapler erinnert von seinem Aussehen ein wenig an eine Giraffe. Er ist die perfekte Lösung, wenn in engen, schmalen und hohen Gängen Lasten aufgenommen, transportiert und abgesetzt werden müssen. Deshalb kommt er vor allem in Logistikzentren und Kühlhäusern sowie in kleinen Lagern mit Hochregalen zum Einsatz. Er ist etwas langsamer als der Hubmaststapler und benötigt aufgrund seiner kleinen Räder einen ebenen Untergrund.

Wer vor allem lange Stückgüter durch Lager mit schmalen Gängen befördern muss, ist mit dem Quersitzstapler gut beraten. Oftmals wird dieser auch als Seitenstapler bezeichnet, weil die Last seitlich aufgenommen und auch wieder abgesetzt wird.

Beliebt ist er vor allem aufgrund seiner platzsparenden Bauweise. Denn zum Transport wird das Hubgerüst einfach eingefahren. Darüber hinaus gilt er als besonders sicher und komfortabel, weil die Last beim Anheben und Absetzen immer im Blickfeld des Fahrers bleibt.

Schließlich gibt es auch noch den Vierwegestapler. Dieses Modell macht seinem Namen alle Ehre und bietet dank seiner schwenkbaren Räder ein Höchstmaß an Mobilität. Beim Vierwegestapler ist die Drehung der Räder um 90 Grad möglich. Damit kann auch auf kleinstem Raum gut rangiert werden.

Eine Sonderform stellt der Mehrwegestapler dar, bei dem sich die Räder sogar beliebig schwenken lassen. Auch dieser Gabelstapler arbeitet sehr platzsparend, weil sich die Last beim Transport innerhalb der Radbasis befindet.

Gabelstapler können aber nicht nur nach Typen, sondern auch nach der Anzahl der Räder unterschieden werden. ( Foto: Shutterstock-  hacohob)

Gabelstapler können aber nicht nur nach Typen, sondern auch nach der Anzahl der Räder unterschieden werden. ( Foto: Shutterstock- hacohob)

Schritt 3: Sich für einen 3-Rad-Gabelstapler oder 4-Rad-Gabelstapler entscheiden

Gabelstapler können aber nicht nur nach Typen, sondern auch nach der Anzahl der Räder unterschieden werden. Es gibt sogenannte 3-Rad-Gabelstapler und 4-Rad-Gabelstapler. Eigentlich haben beide Modelle vier Räder.

Beim 3-Rad-Gabelstapler sitzen allerdings die beiden Hinterräder direkt nebeneinander und sind drehbar. Dadurch sind diese Modelle wesentlich kompakter und haben einen sehr kleinen Wendekreis. Allerdings sind sie dafür nur für Lasten von maximal zwei Tonnen geeignet.

Der 4-Rad-Gabelstapler hat hingegen vier „echte“ Räder wie ein Auto. Dadurch weisen diese Modelle beim Manövrieren eine wesentlich höhere Stabilität auf und haben einen großen Wendekreis. Ein 4-Rad-Gabelstapler kann auch auf unebenen Untergründen Lasten bis zu fünf Tonnen stabil transportieren.

Schritt 4: Die erforderliche Hubhöhe bestimmen

Um den richtigen Gabelstapler zu finden, spielt auch die Hubhöhe eine wichtige Rolle. Deshalb sollte im Vorfeld die maximal erforderliche Hubhöhe definiert werden. In einem Hochlagerregal kann diese leicht bei sechs Metern liegen.

Je nachdem, in welchen Höhen der Stapler die Waren ein- und ausladen muss, ist entweder ein Niederhubwagen oder ein Hochhubwagen die bessere Wahl. Der Niederhubwagen ist besonders gut geeignet, um Lasten bodenfrei anzuheben. Der etwas größere Hochhubwagen erreicht hingegen eine Hubhöhe von fünf bis sechs Metern.

Entscheidend dafür ist jedoch der passende Masttyp. Hier wird zwischen den folgenden Varianten unterschieden:

  • Der Einfachmast (Simplex) ist für eine Hubhöhe von bis zu etwa zwei Metern geeignet.
  • Beim Zweifachmast (Duplex) kann der innere Fahrmast wie bei einem Teleskop auf eine Hubhöhe bis etwa sechs Meter ausgefahren werden.
  • Der Dreifachmast (Triplex) funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie ein Duplex. Er enthält allerdings noch einen zusätzlichen Fahrmast und erreicht damit eine Hubhöhe von über zehn Metern.
Jeder Unternehmer braucht  andere Maschinen ( Foto: Shutterstock-poo )

Jeder Unternehmer braucht andere Maschinen ( Foto: Shutterstock-poo )

Vor dem Kauf eines Gabelstaplers sollte die maximal erforderliche Hubhöhe ermittelt werden.

Schritt 5: Die richtige Marke finden

Nachdem alle benötigten Faktoren analysiert wurden, gilt es, die passende Marke zu finden. Dabei spielt nicht nur das Fahrzeug selbst, sondern auch die mit dem Kauf verbundenen Rahmenbedingungen eine wesentliche Rolle. Wer mehrere Gabelstapler benötigt, ist gut damit beraten, sich an eine bestimmte Marke zu binden. So ist es auch wesentlich einfacher, Reparaturen und Servicetermine zu koordinieren, weil dafür in der Regel nur noch ein Ansprechpartner benötigt wird.

Früher war das auch von Vorteil, weil so benötigte Ersatzteile einfach und schnell beim Hersteller bestellt werden konnten. Doch die Digitalisierung hat die Beschaffung von Ersatzteilen für Gabelstapler wesentlich erleichtert. Auf Plattformen wie beispielsweise Staplerkönig können über 34 Millionen Ersatzteile von den unterschiedlichsten Herstellern bestellt werden.

Typische Verschleißteile, die regelmäßig ersetzt werden müssen wie etwa Radbremszylinder, Lichtmaschinen, Dichtungen und Keilriemen werden hier in der Regel innerhalb weniger Werktage geliefert.

Bei den folgenden zehn Marken handelt es sich um die weltweit größten Hersteller von Flurförderfahrzeugen, zu denen auch die Gabelstapler gezählt werden:

  • Clark (Südkorea)
  • Hangcha (China)
  • Doosan (Südkorea)
  • Anhui Forklift mit der Handelsmarke Heli (China)
  • Hyster-Yale (USA)
  • Crown (USA)
  • Jungheinrich (Deutschland)
  • Mitsubishi (Japan)
  • Kion Group mit der Handelsmarke Still (Deutschland)
  • Toyota (Japan)
Mit dem Gabelstapler kann man unterschiedliche Höhen erreichen ( Foto: Shutterstock-Hit1912)

Mit dem Gabelstapler kann man unterschiedliche Höhen erreichen ( Foto: Shutterstock-Hit1912)

Schritt 6: Das passende Zubehör auswählen

Wie bereits kurz angeschnitten, lässt sich der Verwendungsradius eines Gabelstaplers durch das richtige Zubehör deutlich erweitern. Das ist vor allem für kleine Unternehmen interessant, für die die Anschaffung eines Gabelstaplers oftmals eine sehr kostenintensive Angelegenheit ist. Kann das Fahrzeug allerdings auch noch andere Aufgaben erledigen, ist es möglich, zumindest anderweitig Kosten einzusparen.

Besonders in landwirtschaftlichen Betrieben werden Gabelstapler oftmals mit einer Schaufel ausgestattet. Damit können unterschiedliche Schüttgüter wie etwa Getreide oder Sand aufgenommen werden, ohne dass dafür ein eigener Schaufellader benötigt wird. Durch eine Wiegegabel kann der Gabelstapler auch zur Waage umfunktioniert werden.

Der Gabelstapler kann auch gute Winterdienste verrichten. Mit einem Schneeschieber und einem Streuwagen wird er im Nu zum kostengünstigen Schneefahrzeug, mit dem Gehwege und Fahrbahnen mühelos freigeräumt werden können. Ein zusätzlicher Kehrbesen dient dazu, das Gelände zu reinigen und Streumaterial wieder zu entfernen.

Mit den passenden Behältern ist es möglich, auch Baustoffe und andere Schüttgüter gefahrenlos zu transportieren.

Grundsätzlich ist es verboten, mit einem Gabelstapler Menschen zu befördern und zu heben, weil die Unfallgefahr einfach zu groß ist. Doch es gibt Arbeitsbühnen und Arbeitskörbe mit mindestens einem Meter hohen Geländer und Sicherheitstür, mit denen das Anheben erlaubt ist. Das ist beispielsweise dann sinnvoll, wenn Wartungs- oder Reparaturarbeiten in großer Höhe erledigt werden müssen.

Mit Kranarmen und Kranhaken kann der Gabelstapler sogar zu einem kleinen Kran umgebaut werden, der schwere Lasten von oben erfassen kann.

Bonus-Schritt 7: Die Zukunft im Auge behalten

Die meisten Stapler, die heutzutage in Deutschland zum Einsatz kommen, werden mit Verbrennungsmotoren angetrieben. In den USA sieht die Lage schon etwas anders aus. Vor allem die großen Hersteller sind hier schon vor längerer Zeit auf Gabelstapler mit Brennstoffzellen umgestiegen. Diese neue Antriebsart wird in der nächsten Zeit immer mehr an Bedeutung gewinnen, denn sie bietet zahlreiche Vorteile.

Neben der Reduzierung der umweltschädlichen Emissionen zählt dazu vor allem die kurze Zeit der Befüllung, denn die Brennstoffzellen werden „aufgetankt“. Dieser Vorgang nimmt nicht mehr Zeit in Anspruch als das Nachfüllen von Benzin bei Gabelstaplern mit Verbrennungsmotoren. Im Gegensatz zu Elektrostaplern, bei denen die Leistung beim Betrieb ständigen Schwankungen unterliegt, bieten Brennstoffzellen-Stapler konstant die gleiche Leistung.

Vor allem bei erforderlichen Neuanschaffungen sollte deshalb die Anschaffung eines Brennstoffzellen-Staplers in Erwägung gezogen werden.

Über den Autor

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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