Fachkräftemangel in der Logistikbranche 2020

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Rund 90 Prozent aller am Logistikprozess Beteiligten schätzen den Fachkräftemangel in der Logistikbranche als bedenklich ein. Die Logistikbranche leidet zunehmend und es müssen Wege zur Stabilisierung und Besserung der Lage gefunden werden.

Fachkräftemangel in der Logistikbranche: Die aktuelle Lage

Bei Befragungen geben rund 90 Prozent an, dass der Fachkräftemangel in der Logistikbranche bemerkbar oder sogar stark bemerkbar sei. Dies ist vor allem auf den Transportbereich bezogen, in dem Fahrer fehlen. Die Gefahr dabei ist, dass sich der Fachkräftemangel auf das Wachstum der Unternehmen und der Gesamtwirtschaft auswirken kann.

Mit Benefits neue Mitarbeiter werben

Um neue Mitarbeiter in die Firmen zu holen, bedarf es neuer Wege der Mitarbeitermotivation. Es gibt zum Beispiel die Möglichkeit für die Verwaltung, durch eine frei einteilbare Arbeitszeit oder durch ein teilweises Home Office interessante Arbeitsvarianten zu bieten. Davon haben Kraftfahrer aber wenig, doch sie profitieren unter anderem von einer Mitarbeitermotivation durch die givve® Card.

Der Gesetzgeber lässt Arbeitgebern verschiedene Möglichkeiten frei, um die Angestellten steuerfrei mit Benefits zu locken oder ans Unternehmen zu binden. Damit wird die emotionale Seite der Zusammenarbeit angesprochen.

Bei Befragungen geben rund 90 Prozent an, dass der Fachkräftemangel in der Logistikbranche bemerkbar oder sogar stark bemerkbar sei.  (Foto: Shutterstock- Gorodenkoff )

Bei Befragungen geben rund 90 Prozent an, dass der Fachkräftemangel in der Logistikbranche bemerkbar oder sogar stark bemerkbar sei. (Foto: Shutterstock- Gorodenkoff )

Tankgutscheine vs. Prepaid-Modelle

Einst war es der Tankgutschein, der von den Firmen vergeben wurde. Er wurde jedoch allzu oft nicht eingelöst, zumal abstrakte Gutscheine nicht selten in Vergessenheit geraten oder im Mülleimer landen.

Bestenfalls sind Benefits spontan und flexibel nutzbar, so wie die genannte givve Card und ähnliche Prepaid-Modelle. Der Arbeitgeber reist damit praktisch im Portemonnaie des Arbeitnehmers mit, der steuerfreie Sachbezug kann ganz bequem, jederzeit und bei Bedarf eingelöst werden.

Dabei ist das Modell der Karte nicht neu, es gibt sie bereits seit rund 10 Jahren. Sie ist eine Form der digitalen Mitarbeiterbindung und kann als Belohnung oder zur Motivation eingesetzt werden. Dabei berücksichtigt die Karte die aktuell geltende 44-Euro-Sachbezugsgrenze, bis zu der Benefits steuerfrei sind. Paragraf 8 Absatz 1 des Einkommenssteuergesetzes regelt dies entsprechend.

Wichtig: Die Funktionen:

  • Abhebung von Bargeld
  • Dispositionskredit
  • Überweisung
  • Guthabentransfer an andere Karten

sind ausgeschlossen. Damit akzeptieren auch die Finanzämter solche Karten, die sich optisch und technisch an der Mastercard orientieren.

Wie die Karte im Kampf gegen den Fachkräftemangel in der Logistikbranche eingesetzt werden soll? Ganz einfach, sie ist eine Prämie, die im Rahmen der „Belohnung“ von Mitarbeitern ebenso wie als Anreiz, überhaupt in das Unternehmen zu kommen, vergeben werden kann.  ( Foto: Shutterstock- ViChizh )

Wie die Karte im Kampf gegen den Fachkräftemangel in der Logistikbranche eingesetzt werden soll? Ganz einfach, sie ist eine Prämie, die im Rahmen der „Belohnung“ von Mitarbeitern ebenso wie als Anreiz, überhaupt in das Unternehmen zu kommen, vergeben werden kann. ( Foto: Shutterstock- ViChizh )

Prämien und Belohnungen zur Mitarbeiterbindung

Wie die Karte im Kampf gegen den Fachkräftemangel in der Logistikbranche eingesetzt werden soll? Ganz einfach, sie ist eine Prämie, die im Rahmen der „Belohnung“ von Mitarbeitern ebenso wie als Anreiz, überhaupt in das Unternehmen zu kommen, vergeben werden kann. Auch wenn es verschiedene Arten der Mitarbeitermotivation gibt, so stellt diese Karte doch eine der effektivsten und gleichzeitig einfachsten dar.

Woher kommt der Fachkräftemangel in der Logistikbranche?

Die gesamte Logistikbranche leidet unter einem Bewerberschwund. Stellen werden ausgeschrieben, dann aber nicht besetzt. Es gibt kaum qualifizierte Bewerber, was sicherlich an dem seit langer Zeit bestehenden Problem der mangelnden Zukunftsaussichten in der Logistikbranche liegen mag.

Mitarbeiterfluktuation durch Gesundheitsprobleme

Die Zahl der Bewerber geht kontinuierlich zurück, gleichzeitig gehen ältere Logistiker in Rente, Berufskraftfahrer suchen sich andere Beschäftigungen, weil sie die Arbeit gesundheitlich nicht mehr verrichten können (Stichwort Berufsunfähigkeit durch Rückenprobleme).

Der Fachkräftemangel ist allgegenwärtig und zeigt sich vor allem unter den jüngeren Beschäftigten. Dabei ist davon auszugehen, dass der Mangel an Fachkräften noch weiter zunehmen wird, wobei der Zeitraum, der hierfür relevant ist, mit rund zehn Jahren sehr lang ist. Interessant ist, dass vor allem Logistikdienstleister das Problem sehen, Handel und Wirtschaft schätzen den Fachkräftemangel als weniger gravierend ein.

Hohe Arbeitsbelastung und niedriges Lohnniveau

Viele Unternehmen haben das Problem, dass sie offene Stellen nicht besetzen können, weil es keine geeigneten Bewerber gibt. Dazu kommt, dass die Logistikbranche schlechter vergütet ist als andere Branchen, gleichzeitig wird die Arbeitsbelastung oft als hoch bis sehr hoch empfunden.

Dabei sind es aber gerade die Arbeitsbedingungen und die Vergütung, die einen Beruf oder eine ganze Branche interessant werden lassen. Nicht zuletzt spielt das Image eine Rolle: Die Logistikbranche genießt ein schlechteres Ansehen als viele andere Branchen und Berufsfelder.

Die Zahl der Bewerber geht kontinuierlich zurück, gleichzeitig gehen ältere Logistiker in Rente, Berufskraftfahrer suchen sich andere Beschäftigungen, weil sie die Arbeit gesundheitlich nicht mehr verrichten können (Foto: Shutterstock-bbernard )

Die Zahl der Bewerber geht kontinuierlich zurück, gleichzeitig gehen ältere Logistiker in Rente, Berufskraftfahrer suchen sich andere Beschäftigungen, weil sie die Arbeit gesundheitlich nicht mehr verrichten können (Foto: Shutterstock-bbernard )

Welche Fachkräfte fehlen?

Der Fachkräftemangel ist nicht überall bzw. in allen Berufen gleich verteilt. Die Probleme bestehen vor allem in diesen Bereichen:

  • IT
  • Fahrzeugführer
  • Disposition
  • Lager

Deutlich entspannter scheint die Lage bei Ingenieuren und Betriebswirten zu sein, die in der Logistikbranche tätig sind. Sie gehörten noch vor rund acht Jahren zu den am meisten gesuchten Berufen, heute scheinen sie besser aufgestellt zu sein.

Dass vor allem IT-Kräfte fehlen, liegt vor allem an der wachsenden Digitalisierung und der Forderung nach Industrie 4.0, die sich natürlich auch auf die Logistikbranche niederschlägt. Mittelständische Unternehmen erweisen sich aufgrund dieses Fachkräftemangels als weniger flexibel und verlieren damit ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal gegenüber großen Konzernen.

Diese Experten fehlen

Die meisten Unternehmen sind demnach mit Ingenieuren gut aufgestellt, es fehlen aber kaufmännische oder technische Experten. Im Gegensatz zu Handel und Industrie sind es weniger die Hochschulabsolventen, die fehlen, sondern vielmehr die kaufmännisch ausgebildeten Fachkräfte, die zum Beispiel im Bereich Finanzen, Verwaltung und Einkauf sowie Marketing tätig sein können.

So lange bleiben Stellen für Fachkräfte unbesetzt

Offene Stellen werden bei rund der Hälfte der Logistikunternehmen nach rund drei Monaten besetzt, langfristig gesehen bleiben aber auch viele Stellen bis zu zwölf Monaten frei. Die Unternehmen teilen sich hier, zumal sich häufige Personalwechsel in solchen Statistiken nur schwer abbilden lassen.

Offene Stellen werden bei rund der Hälfte der Logistikunternehmen nach rund drei Monaten besetzt, langfristig gesehen bleiben aber auch viele Stellen bis zu zwölf Monaten frei. ( Foto: Shutterstock- alphaspirit)

Offene Stellen werden bei rund der Hälfte der Logistikunternehmen nach rund drei Monaten besetzt, langfristig gesehen bleiben aber auch viele Stellen bis zu zwölf Monaten frei. ( Foto: Shutterstock- alphaspirit)

Das Qualifikationsproblem

Ein Unternehmen, das seine offenen Stellen schnell besetzen kann, muss nicht zwingend den passenden Mitarbeiter dafür haben und entlässt diesen vielleicht binnen der Probezeit wieder. Andere suchen länger und beschäftigen den neuen Mitarbeiter dafür sehr lange. Generell gilt, dass das Besetzen einer freien Stelle durch weniger qualifiziertes Personal leicht möglich ist, doch die passende Fachkraft zu finden, dauert angesichts der Lage auf dem Arbeitsmarkt und dem Fachkräftemangel immer länger.

Diese Ausbildungsstellen bleiben offen

Auch die Ausbildungsstellen lassen sich schwer besetzen. Nur etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen sieht sich in der Lage, die offenen Azubi-Stellen zu besetzen, wobei das Augenmerk auf den passenden Bewerbern liegt. Leider müssen die mit der Logistik in Zusammenhang stehenden Berufe einen stetigen Rückgang der Bewerberzahlen hinnehmen. Die zugehörigen Berufsbilder sind nicht mehr so stark gefragt, wie das noch vor einigen Jahren der Fall war.

Vor allem die Ausbildungsstellen für Fachlageristen und Berufskraftfahrer sind kaum noch zu besetzen, dagegen gibt es für die Ausbildungsstelle zum Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung kaum Probleme beim Finden der geeigneten Bewerber.

Auch die Ausbildungsstellen lassen sich schwer besetzen. Nur etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen sieht sich in der Lage, die offenen Azubi-Stellen zu besetzen, wobei das Augenmerk auf den passenden Bewerbern liegt.  ( Foto: Shutterstock- _BBSTUDIOPHOTO  )

Auch die Ausbildungsstellen lassen sich schwer besetzen. Nur etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen sieht sich in der Lage, die offenen Azubi-Stellen zu besetzen, wobei das Augenmerk auf den passenden Bewerbern liegt. ( Foto: Shutterstock- _BBSTUDIOPHOTO )

Fachkräftemangel vs. Automatisierung

So mancher Experte stellt sich die Frage, ob der Fachkräftemangel wirklich noch lange Zeit ein Problem darstellen wird, wenn doch Roboter mehr und mehr unsere Zukunft bestimmen.

Was ist mit dem autonomen Fahren?

Und: Werden dann Führer von Lkw nicht überflüssig? Es wird zwar davon ausgegangen, dass mehr als 10.000 Fahrzeugführer fehlen, doch könnten ihre Plätze nicht ohnehin halbiert werden, wenn die Fahrzeuge allein fahren bzw. nahezu selbstständig gewisse Situationen regeln können?

Doch neue Technologien können den Faktor Mensch nicht ersetzen, darin sind sich alle einig. Künstliche Intelligenz und Roboter werden zwar weiterhin typische Merkmale der neuen Zeit sein, doch der Strukturwandel ging schon immer auch mit neuen Technologien einher. Insofern ist dies nichts, was nun anders ist, oder mehr Grund zur Sorge bereiten könnte.

Kann KI dem Fachkräftemangel abhelfen?

Allerdings ist auch weiterhin davon auszugehen, dass die menschliche Arbeitskraft nicht vollständig ersetzt werden kann. Es wird auch in naher Zukunft kein Roboter in der Fahrerkabine sitzen und das Fahrzeug durch den Verkehr lenken. Gleichwohl können die Fahrer entlastet werden, wenn das autonome Fahren zumindest teilweise in den Alltag integriert wird.

Sicherlich werden manche Aufgaben durchaus durch die künstliche Intelligenz besser und schneller erledigt werden können. Dispositionsaufgaben lassen sich dank zunehmender Digitalisierung besser erledigen, dass dies im Gegensatz zu neuen Arbeitsplätzen steht, dürfte klar sein. Umgekehrt wirkt dies regulierend auf den Fachkräftemangel, denn dieser ist in der Folge bei Weitem nicht mehr so schlimm, wenn digitale Inhalte den Menschen und seine Planung ersetzen.

Was ist mit dem autonomen Fahren? Werden dann Führer von Lkw nicht überflüssig? ( Foto: Shutterstock- Chesky )

Was ist mit dem autonomen Fahren? Werden dann Führer von Lkw nicht überflüssig? ( Foto: Shutterstock- Chesky )

Gibt es Lösungen?

Sicherlich gibt es verschiedene Lösungsansätze. Generell zielen alle darauf ab, dass das Arbeiten in der Logistikbranche attraktiver werden muss, was zum Beispiel über eine bessere Vergütung möglich sein dürfte. Umgekehrt muss sich diese ein Unternehmen erst einmal leisten können!

Motivation der Fachkräfte erscheint als die einfachste Lösung

Damit wären wir wieder bei oben genannten Benefits wie der givve Card, die als steuerfreie Zulage gilt und das Einkommen des Logistikers praktisch nebenbei erhöht. Dabei entsteht ein Kreislauf: Angestellte, die sich im Unternehmen wertgeschätzt fühlen, sind besser motiviert und auch eher dazu bereit, länger zu arbeiten oder Überstunden nicht zwingend abzubummeln. Davon wiederum profitiert der Arbeitgeber, der sich über bessere und mehr Leistungen freuen darf.

Allgemein gilt: Dass der Fachkräftemangel vorliegt, dürfte eher ein Symptom als eine Ursache für die Lage der Logistikbranche sein. Diese kränkelt an vielen Stellen und so ist es nicht verwunderlich, dass Arbeitsplätze in dieser Branche nicht sonderlich attraktiv erscheinen.

Momentan wird dem Problem auch mit der <strong>Einstellung ausländischer Fachkräfte</strong> begegnet.  ( Foto: Shutterstock-  Monkey Business Images  )

Momentan wird dem Problem auch mit der Einstellung ausländischer Fachkräfte begegnet. ( Foto: Shutterstock- Monkey Business Images )

Der Teufelskreis

Hat ein Unternehmen eine freie Stelle zu besetzen, ist aber gleichzeitig wirtschaftlich nicht in der Lage, eine attraktive Vergütung zu zahlen, wird diese Stelle frei bleiben. Jeder, der als Fachkraft eine gute Ausbildung genossen hat, wird sich an einen anderen Arbeitgeber wenden, der mehr zahlen kann oder andere Vergünstigungen bzw. Motivationen bietet. In der Folge bleibt die Stelle im kränkelnden Unternehmen weiterhin unbesetzt, diese Firma wird auch weiterhin schwächeln oder einem bitteren Ende entgegensehen müssen.

Fachkräfte aus dem Ausland

Momentan wird dem Problem auch mit der Einstellung ausländischer Fachkräfte begegnet. Mittlerweile machen sie bei den Kraftfahrern rund 16 Prozent der Beschäftigten aus. Dabei sind sie längst nicht mehr mit einem besonders niedrigen Gehalt zufrieden, auch hier sind die Ansprüche gestiegen und das nicht nur durch den Mindestlohn, der immer wieder angepasst wird. Dennoch kann auch die Einstellung ausländischer Fachkräfte oder das Einsetzen von Lang-Lkw, was immer wieder gern diskutiert wird, nur ein Teil der Lösung sein.

Diese Varianten mögen zeitweise über das bestehende Problem hinwegtäuschen und lassen die akute Lage etwas besser erscheinen. Nach kurzer Zeit aber wird sich diese noch weiter verschlechtern und deutlicher zutage treten. Dann müssen andere Lösungen her und die liegen, wie bereits angesprochen, in der Vergütung, im besseren Image einer ganzen Branche und in der Motivation der Mitarbeiter.

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Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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