Mercedes Autonomes Fahren: Wie sieht die Zukunft des Automobils aus?

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Mercedes + Autonomes Fahren : Selbstfahrende Autos werden den Verkehr der Zukunft prägen. Daher spielt autonomes Fahren bei Mercedes eine wichtige Rolle bei der Entwicklungsarbeit. Mercedes Autonomes Fahren: Neue Technologie für mehr Komfort und Sicherheit

Mercedes: Autonomes Fahren mit Stern

Autonomes Fahren ist derzeit in aller Munde. Umfangreiche Tests wie beispielsweise der Einsatz der Uber Self Driving Cars sorgen für viel Aufmerksamkeit. Auch andere amerikanische Tech-Unternehmen wie Google forschen intensiv an dieser Technik.

Doch auch in Deutschland kommt es in diesem Bereich zu vielfältigen Neuentwicklungen. Diese stehen zwar nicht ganz so stark im Fokus der Medien, doch ist die Technik auf diesem Gebiet ebenfalls bereits weit fortgeschritten. Eine Führungsrolle nimmt dabei Mercedes ein.

Der Stuttgarter Autobauer hat bereits mehrere Konzeptfahrzeuge entwickelt, die sich vollkommen autonom fortbewegen. Autonomes Fahren bringt zahlreiche Vorteile mit sich. Insbesondere kann diese Technik dazu beitragen, die Sicherheit und den Komfort im Straßenverkehr zu erhöhen. Hinzu kommen erhebliche wirtschaftliche Vorteile.

Alle Dienstleistungen, für die bislang ein Fahrer erforderlich ist, würden auf diese Weise deutlich günstiger werden. Bislang gibt es noch keine Serienfahrzeuge, die sich vollkommen autonom fortbewegen. Allerdings sind die Versuche, die in letzter Zeit in diesem Bereich durchgeführt wurden, größtenteils positiv verlaufen. Daher ist davon auszugehen, dass sich diese Technik relativ bald durchsetzen wird.

Welche Möglichkeiten das autonome Fahren mit sich bringen könnte, stellt das folgende Video anschaulich vor:

Video: Autonomes Fahren: Wie wir in Zukunft Auto fahren | Einfach genial | MDR

Autonomes Fahren von Mercedes: Welche Konzeptfahrzeuge gibt es?

Die Forschungsarbeiten an autonomen Fahrzeugen haben bereits vor mehreren Jahren begonnen. Einen ersten Erfolg erzielte Mercedes mit der Vorstellung des Future Trucks 2025. Diesen präsentierte das Unternehmen 2014. Dabei handelt es sich um einen Lkw mit hoher Kapazität, der sich hervorragend für den Gütertransport eignet.

Dabei handelt es sich jedoch nicht um ein vollkommen autonomes Fahrzeug. Vielmehr ist dieses für automatisiertes Fahren in bestimmten Teilbereichen vorgesehen. Insbesondere auf der Autobahn kann das automatische Fahrsystem den Lkw selbstständig steuern. Allerdings ist hierbei dennoch die Anwesenheit eines Fahrers erforderlich. Dieser muss das Steuer in den Bereichen übernehmen, die das Fahrzeug noch nicht meistern kann.

Dennoch kann der Fahrer während großer Teile der Strecke andere Aufgaben übernehmen.

Der Future Truck 2025: ein teilautonomes Fahrzeug von Mercedes

Der Future Truck 2025: ein teilautonomes Fahrzeug von Mercedes. (#01)

Nur ein Jahr später präsentierte das Unternehmen den Mercedes F 015. Dieser mag zwar eigentlich für Logistikunternehmen von geringerer Bedeutung sein, da es sich hierbei um ein Auto für den Personenverkehr handelt.

Dennoch zeigt dieses Fahrzeug, dass sich die autonomen Steuerungssysteme in diesem Zeitraum bereits deutlich weiterentwickelt haben. Der Mercedes F 015 bewältigt alle unterschiedlichen Bereiche, sowohl auf der Autobahn als auch auf der Landstraße oder im Stadtverkehr.

Ein weiteres sehr interessante Konzeptfahrzeug ist der Vision Urbanetic. Diesen hat der Autobauer aus Stuttgart erstmals 2018 der Weltöffentlichkeit vorgestellt. Er eignet sich nicht nur für die Personenbeförderung. Darüber hinaus ist ein Cargo-Modul erhältlich, mit dem sich bis zu 10 EPAL-Paletten transportieren lassen. Daher ist diese Neuentwicklung auch für Logistikunternehmen sehr interessant.

Es kommt hinzu, dass dieses Fahrzeug seine Praxistauglichkeit bereits eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat. Im Rahmen der CES 2019 in Las Vegas hat der Vision Urbanetic demonstriert, dass er sich im gewöhnlichen Stadtverkehr hervorragend zurechtfindet.

Da es mit einem Video möglich ist, sich ein besonders gutes Bild von dem Fahrzeug zu machen, soll auch zum Vision Urbanetic ein kurzer Film präsentiert werden:

Video: Mercedes-Benz Vision URBANETIC: Mobilität für den urbanen Raum

Autonomes Fahren: Eine komfortable Form der Fortbewegung

Einer der zentralen Vorteile von Self Driving Cars besteht darin, dass diese den Komfort bei der Fortbewegung deutlich erhöhen. Auf langen Fahrten kann sich der Fahrer entspannt zurücklehnen und einen Film anschauen oder sich anderen Aufgaben widmen.

Im stressigen Stadtverkehr sorgen selbstfahrende Autos ebenfalls dafür, dass der Fahrer die Fahrt besser genießen kann. Gerade die Anbieter im Bereich der Oberklasse wie Mercedes Benz forschen daher intensiv an dieser Technik, um ihren Kunden mehr Komfort durch autonomes Fahren anbieten zu können.

Mehr Sicherheit durch autonomes Fahren von Mercedes

Ein weiterer wichtiger Aspekt, der für das autonome Fahren spricht, ist die Sicherheit. Kameras, Sensoren und Radargeräte sind mittlerweile bereits sehr gut dazu in der Lage, die verschiedenen Verkehrsteilnehmer zu erkennen. In vielen Bereichen sind sie einem menschlichen Fahrer außerdem stark überlegen.

Während diese häufig nicht voll auf den Verkehr konzentrieren und abgelenkt sind, erfassen die technischen Systeme die Situationen mit konstanter Leistung. Darüber hinaus zeichnen sie sich durch eine extrem schnelle Reaktionszeit aus.

Bei einem menschlichen Fahrer dauert es in der Regel rund eine Sekunde, bis dieser beim Erkennen einer Gefahrensituation einen Bremsvorgang auslösen kann. Die Sensoren haben hingegen eine deutlich geringere Reaktionszeit und können auf diese Weise viele Unfälle verhindern.

Geringere Kosten für Logistikunternehmen

Einen entscheidenden Faktor stellt außerdem die Vergünstigung verschiedener Fahr- und Transportdienstleistungen dar. Bei Taxis, Busunternehmen und Logistikern besteht ein erheblicher Teil der Ausgaben in der Vergütung für den Fahrer. Wenn man hierfür nun ein autonomes Fahrzeug einsetzt, wäre es möglich, diese Kosten einzusparen. Das würde die Leistungen erheblich günstiger gestalten.

Dieser Aspekt spielt bei Mercedes Benz eine wichtige Rolle. Das ist beispielsweise am Vision Urbanetic zu sehen. Dieser verfügt über ein sogenanntes People Mover Modul, das sich für die Personenbeförderung eignet. Allerdings ist das Fahrzeug nicht für den Individualverkehr vorgesehen. Es finden bis zu zwölf Personen darin Platz. Daher bietet es sich hervorragend für Beförderungsdienstleistungen an.

Darüber hinaus ist es möglich, das Konzeptfahrzeug mit einem Cargo-Modul auszustatten. Auf diese Weise ist es ganz ohne menschliche Insassen unterwegs und kann zu einem effizienten und kostengünstigen Gütertransport beitragen.

 Der Vision Urbanetic ist auch mit Cargo-Modul erhältlich

Der Vision Urbanetic ist auch mit Cargo-Modul erhältlich(#02)

V2X Communication und autonomes Fahren: Von Synergieeffekten profitieren

Das Internet of Things gewinnt immer mehr an Bedeutung. Privatpersonen verfügen mittlerweile fast immer über mehrere internetfähige Geräte. Dabei handelt es sich beispielsweise um Smartphones, um Smart-TVs und um vernetzte Geräte für die Haustechnik. Auch im Bereich der industriellen Anlagen kommt es immer häufiger zum Einsatz vernetzter Geräte.

Die folgende Tabelle zeigt, wie viele vernetzte Geräte bereits im Einsatz sind und wie groß der Zuwachs dabei in den nächsten Jahren wahrscheinlich sein wird.

Zahl der Vernetzten Geräte weltweit in Mrd. (inkl. Prognose)
2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025
15,41 17,68 20,35 23,14 26,66 30,73 35,82 42,62 51,11 62,12 75,44

Quelle

Vor diesem Hintergrund ist es nicht erstaunlich, dass die Bedeutung dieser Technik auch im Automobilsektor immer stärker zunimmt. Die V2X Communication ermöglicht es, mit vielen Geräten in der Umgebung Daten auszutauschen.

Von besonderer Bedeutung ist hierbei die Car2Car Kommunikation. Diese macht es möglich, Daten über große Entfernungen hinweg auszutauschen. Das trägt zur Sicherheit und zu einer effizienten Fahrweise bei. Auch V2I ist von großer Bedeutung.

Wenn die Straßen-Infrastruktur über intelligente Geräte verfügt, können die Fahrzeuge diese deutlich besser erkennen. Für diese Technik kommt seit einiger Zeit ein neuer Übertragungsstandard zum Einsatz: Cellular V2X. Mercedes verwendet diesen für seine Konzeptfahrzeuge und macht auf diese Weise autonomes Fahren noch sicherer und effizienter.

Automotive Cyber Security: Die autonomen Systeme zuverlässig schützen

Internetfähige Autos bieten jedoch eine Angriffsfläche für Cyberkriminelle. Wenn ein Hacker die Kontrolle über den In-Vehicle-Server erhält, könnte er die Insassen erpressen. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, die Fahrzeugarchitektur gegen derartige Angriffsversuche abzuschirmen. Hierfür gibt es spezielle Sicherheitsvorgaben. Dabei ist insbesondere der Standard SAE J3061 zu nennen.

Hierbei handelt es sich um ein internationales Regelwerk, das Angriffe auf autonome Fahrzeuge verhindern soll. Mercedes setzt diese Standards bei seinen Fahrzeugen um und sorgt auf diese Weise für noch mehr Sicherheit.

Autonomes Fahren von Mercedes: Möglichkeiten für Autosharing

Der Individualverkehr stellt eines der wesentlichen Merkmale der modernen Gesellschaft dar. Er ermöglicht es, alle Orte in der Umgebung innerhalb kürzester Zeit zu erreichen. Das stellt eine hohe Mobilität sicher. Der Individualverkehr bietet zwar viele Vorzüge, allerdings bringt er auch zahlreiche Probleme mit sich.

An erster Stelle stehen dabei sicherlich die hohen Emissionen. Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor stoßen zahlreiche Schadstoffe aus. Viele davon sind gesundheitsschädlich. Bei anderen Abgasen handelt es sich um Treibhausgase, die das Klima erwärmen.

Die Lösung dieser Probleme stellt eine der wichtigsten Aufgaben für Forscher und Wissenschaftler dar. Dabei gibt es unterschiedliche Ansätze. Auf der einen Seite ist es möglich, neue Motoren mit höherer Effizienz zu entwickeln. Diese können den Schadstoffausstoß deutlich reduzieren.

Eine weitere Alternative stellt es dar, die Fahrzeuge elektrisch zu betreiben. Auf diese Weise setzen sie während ihres Einsatzes keinerlei Emissionen frei. Das stellt insbesondere für Orte mit hohem Verkehrsaufkommen eine erhebliche Entlastung dar.

Werden die Fahrzeuge mit Ökostrom geladen, lassen sie sich besonders umwelt- und klimafreundlich betreiben. Mercedes setzt bei seinen Konzeptfahrzeugen ebenfalls immer stärker auf den Elektroantrieb, um die damit verbundene Umweltverschmutzung zu reduzieren.

Es gibt jedoch noch einen weiteren Ansatz, um den Schadstoffausstoß durch den Verkehr zu reduzieren. Die folgende Tabelle zeigt, dass im motorisierten Individualverkehr die Fahrer mehr als den doppelten Anteil an den gesamten Personenkilometern einnehmen als die Mitfahrer.

Daraus ist zu schließen, dass die meisten Autos mit nur einer Person besetzt sind, obwohl sie eigentlich Platz für fünf Insassen bieten. Die Auslastung ist demnach ausgesprochen gering. Das ist in hohem Maße für den hohen Energieverbrauch im Individualverkehr verantwortlich.

Anteile der Verkehrsmittel nach Personenkilometern (in Prozent)
2002 2008 2017
Zu Fuß 3 3 3
Fahrrad 3 3 3
Motorisierter Individualverkehr (Fahrer) 57 55 55
Motorisierter Individualverkehr (Mitfahrer) 22 24 20
Öffentliche Verkehrsmittel 15 15 19

Quelle

Um dies zu verhindern, arbeitet Mercedes an neuen Verkehrskonzepten, die zu einer höheren Auslastung der Fahrzeuge führen sollen. Dazu hat der Konzern beispielsweise zusammen mit anderen Herstellern das Unternehmen Moovel gegründet, das neue Verkehrskonzepte erarbeitet.

Ein wesentlicher Ansatz in diesem Bereich ist Rideshare. Das bedeutet, dass das Fahrzeug mehrere unabhängige Nutzer aufnehmen kann und sie gemeinsam befördert. Shared Ride verwendet ein ähnliches Grundprinzip wie öffentliche Verkehrsmittel.

Um in Konkurrenz zum bisherigen Individualverkehr zu treten, ist es jedoch notwendig, dass die Beförderung hierbei einen vergleichbaren Komfort bietet. Das ist bei öffentlichen Verkehrsmitteln nicht gegeben. Diese sind stets an feste Fahrpläne und starre Routen gebunden und bieten daher wenig Flexibilität.

Beim Carsharing ist es jedoch möglich, individuelle Fahrten anzumelden. Das Fahrzeug des Dienstleisters holt den Nutzer dann an seinem Standort ab und bringt ihn an sein persönliches Ziel. Dabei berechnet es eine optimale Route, um alle Start- und Zielpunkte effizient miteinander zu verbinden.

Der Vision Urbanetic ist genau auf dieses Verkehrskonzept ausgerichtet. Dabei ist es nicht nur möglich, Ridesharing für die Personenbeförderug umzusetzen. Mit dem Cargo-Modul lassen sich auch kleinere Warenlieferungen zusammen mit den Gütern anderer Kunden transportieren.

Einblicke in den Verkehr der Zukunft: Autonomes Fahren von Mercedes

Noch ist autonomes Fahren nicht serientauglich. Die bisherigen Versuchfahrzeuge von Mercedes zeigen jedoch, dass diese Technik bereits sehr weit fortgeschritten ist. Sie bringt enorme Vorteile mit sich, indem sie den Komfort und die Sicherheit im Straßenverkehr erheblich erhöht.

Wenn kein bezahlter Fahrer mehr notwendig ist, lassen sich damit auch viele neue Dienstleistungen umsetzen. Von besonderem Interesse ist dabei das Carsharing, das durch eine geteilte Nutzung die Auslastung und damit die Effizienz der Fahrzeuge deutlich erhöht.


Bildnachweis: DAIMLER

About Author

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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