Körber: Minderheitsbeteiligung bei Robotik-Start-up Magazino

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Der Technologiekonzern Körber ist international tätig und hat sich nun neben einigen anderen Investoren in das Robotik-Start-up Magazino aus München eingekauft. Damit ist die Entwicklung des jungen Unternehmens sicher.

Vertragsunterzeichnung Körber: Magazino

Magazino, das Start-up aus München, kann sich glücklich schätzen: Der international bekannte Konzern Körber steigt im Unternehmen mit ein. Die entsprechenden Verträge wurden im Februar 2018 unterzeichnet, was für Körber richtungsweisend ist: Das Unternehmen will sich zukünftig auf die neuen Technologien fokussieren und verschiedene Initiativen zur Digitalisierung vorantreiben.

Da kommt der Einstieg in die Welt der Robotik über die Beteiligung an Magazino gerade recht. Mit dem Einstieg sichert sich Körber neue Möglichkeiten und den Zugang zur Schlüsseltechnologie der Robotik. Die Softwaresuite ist ein Punkt dabei: Diese lässt den Roboter in Umgebungen agieren, die von Menschen gestaltet worden sind und stellt sozusagen das Gehirn der technologischen Wunderwerke dar. Auch daran hat sich Körber Anteile gesichert und kann davon ausgehen, dass dieses Robotergehirn die eigene Zukunft verändern wird.

Mobile Roboter für die Intralogistik

Das Start-up Magazino befasst sich mit mobilen Robotern, die wahrnehmungsgesteuert agieren und damit Stückgüter in der Intralogistik automatisch bewegen können. Möglich wird damit die dynamische Lagerhaltung ebenso wie die Kommissionierung der Waren. Gerade das E-Commerce wird davon profitieren, denn die intelligenten Materialdispositionen werden erst unter Einsatz der Robotertechnik möglich. Magazino erlaubt einen stückgenauen Zugriff auf die verschiedenen Artikel und treibt damit die Automatisierung in der Logistik und in den einzelnen Logistikprozessen weiter voran. Dies wiederum lässt die Logistiker effizienter arbeiten und einzelne Schritte ökonomischer werden.

Verschiedene Robotersysteme werden seitens Magazino entwickelt und angeboten, sodass das Portfolio des Start-ups bereits recht umfangreich ist. Dabei liegt die zentrale Entwicklung vor allem auf TORU, dem Roboter für die Kommissionierung. Bisher konnten immer nur ganze Ladungsträger automatisch abgeholt werden, sodass es sich stets um eine ganze Palette oder um komplette Kisten handelte. Durch den Einsatz des Roboters ist aber ein stückgenauer Zugriff möglich, damit können einzelne Objekte exakt bewegt werden.

Der Roboter arbeitet mit zwei- und dreidimensionalen Kameras und holt die Objekte an dem zuvor lokalisierten Ort ab, greift sie und kann sie präzise an den vorgegebenen Ort bringen. Dort erfolgt die Ablage des Objekts. „Pick by Robot“ nennt sich das Verfahren, das erstmals in der Materialdisposition möglich ist. Die Roboter arbeiten aber nicht separat, sondern agieren parallel zum Menschen und können die gewünschten Teile punktgenau und zum gewünschten Zeitpunkt an die Versandstation oder zur Werkbank bringen.

Damit arbeiten Menschen und Maschinen nebeneinander, was der Befürchtung Rechnung trägt, dass Roboter den Menschen als Arbeitskraft ersetzen könnten. Dies ist hier nicht der Fall, denn die Roboter leisten nur eine wertvolle Zuarbeit für die menschlichen Arbeitskräfte, die damit deutlich effektiver und effizienter tätig werden können. Außerdem ist die Fehleranfälligkeit unter Einbeziehung der Roboter weitaus geringer, zumal die eingesetzten Modelle technisch ausgereift sind und auf eine hochleistungsfähige Software zugreifen.

Stärkung für Körber

Magazino führte eine Finanzierungsrunde in Höhe von 20,1 Mio. Euro durch, an der sich der Technologiekonzern Körber beteiligte. Dabei sah der Körber-Vorstand das Potenzial, welches sich hinter dem Start-up verbarg und die Chance, die Intralogistik nachhaltig verändern zu können. Die Partnerschaft mit dem Start-up bringt Körber daher einen großen Mehrwert und lässt vor allem die Kunden aus der Logistik profitieren.

Der Konzern nutzt das Investment aber auch, um die eigene Marktposition zu stärken und die Initiativen zur Digitalisierung voranzutreiben. Man sieht die Investition als Möglichkeit für eine zukunftsweisende Entwicklung und zum Vorantreiben derselben. Körber hat damit nicht nur aus gutem Willen in ein Unternehmen investiert, welches die Zukunft der Intralogistik verändern könnte, sondern nicht zuletzt aus Eigennutz, ohne dass das in dem Fall negativ behaftet ist.

Weitere Beteiligungsgesellschaften

Körber findet sich in guter Gesellschaft zu anderen Konzernen und Unternehmen, die eine Investition in die Zukunft mit Roboter-Technik vorgenommen haben.

An der Finanzierungsrunde waren außerdem:

  • Zalando
  • Fiege Logistik
  • Cellcom Resources Limited

beteiligt, die nun zu den neuen Teilhabern gehören. Gleichzeitig ist ein Investor wie zum Beispiel Fiege Logistik auch Kunde des Start-ups und setzt die Roboter des Unternehmens schon mit Erfolg ein. Fiege entwickelt Systeme für die Logistik, die durch die Robotertechnik weiter aufgewertet und in ihrer Ganzheitlichkeit bestärkt werden können. Mehrere intelligente Roboter von Magazino unterstützen Fiege in einem Distributionszentrum und übernehmen die Kommissionierung von Schuhen. Ein breit angelegter Rollout ist sogar geplant: Nach Angaben des Unternehmens sollen schon bald 30 weitere Roboter vom Start-up Magazino geliefert werden bzw. ist derzeit die entsprechende Bestellung in Planung.

7 Cellcom Resources Limited ist eine Investment Holding im Besitz von Dr. Peter K. K. Lee, der seines Zeichens nach Vizevorsitzender der Henderson Land Development Company Limited ist. Die Henderson Group ist keine unbekannte Gesellschaft: Schon seit 1981 ist sie in Hongkong an der Börse notiert und gehört zu den größten Mischkonzernen, die in Hongkong und China mit mehreren Niederlassungen tätig sind. Zusammen mit den anderen Investoren hat die Gesellschaft nun ihren Weg nach Deutschland gefunden und wird von der modernen Robotertechnik profitieren.


Bildnachweis:©Titelbild: KÖRBER

Über den Autor

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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