Gewerbediesel rettet: 2,20 Euro pro Liter Diesel führen zu Insolvenzwelle

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Die Einführung von Gewerbediesel kann retten. Logistiker sehen sich mit rasant steigenden Spritpreisen konfrontiert. Der Dieselpreis steigt schneller, als es an den Kunden weitergegeben werden kann. In Folge liegen die ersten Insolvenzen in der Logistikbranche vor, weitere werden folgen.

Wieso es den Gewerbediesel braucht

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Aktuell kostet der Liter Diesel deutschlandweit rund 2,17 Euro pro Liter, wie der ADAC am 24.03.2022 mitteilte. Benzin war zu diesem Zeitpunkt günstiger und für 2,08 Euro je Liter zu haben. Logistikverbände warnen: Bei weiteren Insolvenzen kann im schlimmsten Fall die Versorgung nicht mehr sichergestellt werden, was auch zu einer Krise für die Verbraucher führt. Die Möglichkeit durch Gewerbediesel zu retten, wurde bislang von der Politik vernachlässigt. Dirk Engelhardt, Vorstandssprecher des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung, hat den Ernst erkannt und stellt in einem Interview klar, dass die finanzielle Belastungsgrenze vieler Logistiker inzwischen erreicht sei. Neben den steigenden Dieselpreisen, sind auch die Kosten für Personal sowie das benötigte Abgasreinigungsmittel AdBlue gewachsen. Der Verbraucher spürt das im Supermarkt. Dort klettern die Preise, da die Logistiker ihre eigenen Kosten kaum noch decken können und höhere Transportkosten umlegen müssen.

Ukraine-Krieg verschärft den Personalmangel

Der anhaltende Krieg in der Ukraine verschärft die Lage noch auf anderer Ebene. Rund sieben Prozent der Fahrer, die in Deutschland von Speditionen eingesetzt werden, stammen aus dem Kriegsgebiet. Zahlenmäßig macht das rund 100.000 Fahrer aus. Diese stehen als Personal nicht mehr zur Verfügung, und der Mangel verschärft die seit Langem angespannte Personalsituation zusätzlich. Die ukrainischen Fahrer dürfen als Zivilisten ihr Land nicht verlassen, weil sie einer möglichen Einberufung zur Verfügung stehen müssen. Eine Anfrage der hiesigen Logistiker bei anderen Ländern ergibt ein ähnliches Bild. Die ukrainischen Lkw-Fahrer fehlen auch in Polen und Litauen. Erste Transporte müssen dort verschoben oder abgesagt werden.

Gewerbediesel rettet: Politik ist uneinig

Hubert Aiwanger, Wirtschaftsminister von Bayern und bayerischer Vorstandsvorsitzender der Freien Wähler, forderte kürzlich die Einführung des Gewerbediesels mit einem Preis von 1,50 Euro maximal. Er ist davon überzeugt, dass dieser Gewerbediesel rettet und die Logistikbranche vor einem Zusammenbruch schützen kann. Die Entlastung der gesamten Branche mit verbilligtem Kraftstoff würde über den Wegfall der Mineralölsteuer und der CO2-Abgabe möglich sein. Alleine darüber lassen sich etwa 55 Cent einsparen. Damit die Kampagne greift, wäre es möglich, einen Preis für diese Art Diesel von höchstens 1,50 Euro je Liter vorzugeben. Die Preisspanne, die bis zum offiziellen Dieselpreis besteht, könnte über das Finanzamt erstattet werden. Laut Aiwanger müssten auch Autofahrer entlastet werden, was über die Senkung der Mineralölsteuer und der Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe möglich sei. In anderen Ländern wurde bereits gehandelt. Hier ist es tatsächlich so, dass der Gewerbediesel rettet.

Finanzminister lehnt Gewerbediesel ab

Neben Hubert Aiwanger hatten zuletzt auch die Verbände der Logistik- und Busbranche einen Gewerbediesel gefordert. Christian Lindner, Vorsitzender der FDP und Finanzminister in Deutschland, sperrt sich jedoch. Er sieht im Gewerbediesel keine sinnvolle Lösung. Entsprechende Forderungen wies er zurück und begründete seine Ablehnung mit der Aussage, dass die Einführung eines Gewerbediesels nur eine „auf Dauer angelegte Subvention fossiler Energieträger“ sei. Mit einem Gegenvorschlag kann er jedoch auch nicht dienen. Dabei brauchen wir dringend Lösungen. Zum einen für die Sicherstellung der Bevölkerungs-Versorgung unter der Insolvenz-Schwemme in der Logistik. Und zum anderen für die Entwicklung der künftigen Mobilität generell.

Gegensteuern: Smarte Fuhrparkmanager senken gerade jetzt die Kosten

Wer in dieser Situation Investitionen zur Kostensenkung empfiehlt, wird oft auf Unverständnis stoßen. Und doch ist dieser Ansatz zielführend, wie Stefan Heimerl, Vorstand der MECOMO AG weiß.

„Der Telematikeinsatz auf gezogenen Logistikobjekten wie Trailer und Wechselbrücken erhöht die Flottenproduktivität signifikant. Bereits bei jährlich 1% steigender Produktivität der Flotte eines mittleren Logistikers werden die Kosten für die wartungsfreie Telematiklösung mecSOLAR und dem Portal mecFLEET voll amortisiert. Und eine Steigerung der Produktivität um 5% und mehr ist eher die Regel.“ so Heimerl.

Digitalisierung ist Treiber der Telematik

Die Telematik bewegt die Branche schon seit Jahren. Doch mit zunehmender Digitalisierung wird die Einführung der Telematik alternativlos. Big Data und KI tragen ihren Teil dazu bei. Dabei wichtig: die Systemkonformität vieler Telematik-Angebote lässt zu wünschen übrig. Insellösungen passen oft nicht zusammen. Integrierte Lösungen wie die obengenannte mecSOLAR von MECOMO werden laut Heimerl bei 8 der 10 größten Logistiker in der Region D-A-CH eingesetzt.

Das Beratungsunternehmen Machina Research sagte in seiner Studie für das Jahr 2020 voraus, dass 90 Prozent der Fahrzeuge vernetzt sein würden. Noch im Jahr 2015 lag der Ist-Stand bei unter 10 Prozent. Und die Unternehmensberatung McKinsey sieht in ihrer „Route 2030“ 80 % der rollenden Flotte in der Triade bis 2030 vernetzt.

  • Nutzen 01: Disposition der Fahrzeuge wird optimiert

    Telematik-Anwendungen liefern der Touren-Disposition wichtige Informationen, die den Fahrzeugpool mit mehr Effizienz steuern lassen. Dies führt zu einer besseren Auslastung und optimiert so die Kosten. Auch die Dokumentation von Schäden am Fahrzeug wird durch die Telematik verbessert.

  • Nutzen 02: Mehr Transparenz für weniger Standzeiten

    Die Telematik liefert auch Daten, die Standzeiten erkennen lässt. Darüber hinaus werden Real-Time-Daten zu Nutzungsgewohnheiten erhoben. Hier kann frühzeitig eine Prognose erstellt werden, ob z.B. Elektrofahrzeuge eine Verbesserung der Effizienz des Fahrzeugpools erwarten lassen.

  • Nutzen 03: Permanente Überwachung von Messpunkten am Fahrzeug

    Im Trailer installierte Telematik erlaubt die kontinuierliche Überwachung von sicherheitsrelevanten Betriebsinformationen. Dazu zählt auch der Reifendruck. Neben dem Sicherheitsrisiko bei hohen Geschwindigkeiten wirkt sich ein falscher Reifendruck negativ auf den Treibstoffverbrauch aus. Laut TÜV Süd erhöht sich der Kraftstoffverbrauch um einen Liter, wenn der Reifendruck um 0,5 Bar sinkt.

  • Nutzen 04: Fahrzeugortung erleichtert Abrechnung

    Die Fahrzeugortung durch die Telematik schreckt ab und verhindert so manchen Fahrzeugdiebstahl. Doch die Telematik leistet mit dem Assets-Tracking noch wesentlich mehr. Die Verweildauer beim Kunden kann automatisiert erfasst werden und erleichtert so die exakte Abrechnung. So gehen keine Zeiten verloren.

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