Heizöl leicht und Fernwärme senken Industrieenergienutzung massiv seit 2015

0

Die Bilanz des Jahres 2024 zeigt einen Rückgang des Energieverbrauchs bei 741 Berliner Industrieunternehmen mit mehr als zwanzig Beschäftigten um exakt 288 Terajoule auf insgesamt 9652 Terajoule. Hauptverantwortlich waren niedrigere Strombezüge, ein deutlicher Einbruch beim Einsatz von leichtem Heizöl um annähernd achtunddreißig Prozent sowie ein um knapp zwölf Prozent reduzierter Fernwärmebedarf. Demgegenüber stieg der Erdgasverbrauch um minimale null Komma zwei Prozent an. Diese Bilanz unterstreicht das langfristige Sparpotenzial und Effizienzsteigerungen.

Stromverbrauch ergibt 4539 TJ bei Berliner Industrieunternehmen 2024 insgesamt

Die 741 im verarbeitenden Gewerbe tätigen Berliner Unternehmen haben im Jahr 2024 weiterhin insgesamt 9652 Terajoule Energie verbraucht. Dabei entfielen 4539 Terajoule auf Strom, 3883 Terajoule auf Erdgas in Produktionsprozessen und 675 Terajoule auf Fernwärme. Feste biogene Brennstoffe wurden mit 246 Terajoule verbraucht, leichtes Heizöl nur mit 178 Terajoule. Im Vergleich zum Vorjahr signifikant erhöhte sich der Erdgasbedarf prozentual um 0,2 Prozent und der Heizölverbrauch sank deutlich um 37,8 Prozent.

Trotz hoher Netzanschlüsse Fernwärmebedarf um 11,7 Prozent deutlich gesunken

Im Jahr 2024 waren etwa 350 industrielle Betriebe Berlins, nahezu die Hälfte aller relevanten Unternehmen, an das Fernwärmenetz angeschlossen. Dennoch verringerte sich ihr Gesamtfernwärmeverbrauch um 11,7 Prozent. Den stärksten Rückgang verzeichnete die Branche der elektrischen Ausrüstungsherstellung mit einem Minus von 21 Prozent. Als wesentliche Ursachen gelten ein geringerer Heizbedarf infolge milderer Witterung sowie umgesetzte Effizienzmaßnahmen, die zu einer deutlichen Entlastung der Fernwärmeleitungen führten und zusätzlich ihren betrieblichen Aufwand langfristig senkten.

Anlageninvestitionen sparen 96 TJ Energie in der Metallindustrie effizient

An der Spitze des aktuellen Energiesparrankings befindet sich die Metallindustrie, da im zurückliegenden Jahr die energieintensive Metallerzeugung und -bearbeitung den Energiebedarf um 96 Terajoule reduzieren konnte. Zudem ging der Verbrauch bei der Fertigung von Metallerzeugnissen um 101 Terajoule zurück. Hauptursache für diese signifikante Einsparung sind Investitionen in neueste Automatisierungs- und Anlagentechnik sowie umfassende Prozessoptimierungen, ergänzt durch regelmäßige Wartungszyklen und fundierte Mitarbeiterschulungen. Dies erhöht langfristig die Wirtschaftlichkeit und verbessert die Wettbewerbsfähigkeit.

Teilbranchen verzeichnen Anstieg: Sonstige Waren und Fahrzeugbau mehr Bedarf

Obwohl die gesamtindustrielle Energieanwendung insgesamt rückläufig war, stieg der Verbrauch in bestimmten Teilbereichen an, insbesondere bei der Herstellung sonstiger Waren um 98 Terajoule und beim sonstigen Fahrzeugbau um 63 Terajoule. Diese Zunahme resultiert aus erhöhten Stückzahlen in der Fertigung, komplexeren Produktionsschritten und spezifischen technologischen Anforderungen, die einen konstant höheren Energieeinsatz erfordern. Kurzfristige Effizienzmaßnahmen konnten diesen Mehrbedarf bisher nicht vollständig ausgleichen. Strategische Planung und Investitionen in innovative Technik bleiben essenzielle Instrumente.

Lebensmittel- und Pharmabranche senkt Energiebedarf minimal dank optimierter Betriebsführung

Nur geringe Verbrauchsreduzierungen von 1,0 % bei der Nahrungs- und Futtermittelproduktion sowie 3,8 % in der pharmazeutischen Erzeugung wurden im letzten Abrechnungszeitraum registriert. Stabilität in Produktionsabläufen und Energiezuteilung ermöglichten konstante Outputmengen trotz Regulationsanpassungen und Wartungsarbeiten. Eng abgestimmte Prozessoptimierungen und Schulungen des Bedienpersonals sorgten für einen ausgeglichenen Energiebedarf. Zusätzlich flankieren digitale Energiemonitoringsysteme die operative Planung und unterstützen bei der Identifizierung weiterer Einsparpotenziale. Abschließend wurden Lastspitzen durch flexible Tarifmodelle sowie Erzeugungseinheiten abgebaut.

Erdgas als Brennstoff und Strom erzeugt Bilanz-Doppelzählungen in Industrie

Die Gesamterfassung des Energieverbrauchs in Industrieanlagen kann durch Industriekraftwerke verfälscht werden. Bei der Nutzung von Erdgas zur Eigenstromerzeugung kommt es zu einer Dopplung, da das Gas zunächst als Brennstoff verbraucht und anschließend als produzierte elektrische Energie in die Bilanz einfließt. Analysten müssen diesen Effekt erkennen und geeignete Korrekturen vornehmen, um realistische Verbrauchsdaten zu gewährleisten und unnötige Verzerrungen in den Energiestatistiken zu vermeiden mittels automatisierter Prüfprozesse und umfassender Dokumentation sowie Transparenz.

Einsparung von 288 TJ im Vergleich zum Vorjahr bestätigt

Die Berliner Industrie konnte seit 2015 ihren Energieverbrauch um 26 Prozent verringern und erreichte im vergangenen Jahr zusätzlich eine Einsparung von 288 Terajoule. Wesentliche Beiträge leisteten reduzierte Verbrauchsmengen von leichtem Heizöl und Fernwärme sowie zielgerichtete Optimierungen in Schlüsselbranchen. Diese Maßnahmen führten zu nachhaltigen Kosteneinsparungen und verbesserten ökologischen Bilanzwerten. Der leichte Anstieg beim Erdgasbedarf signalisiert Potenziale für eine zukunftsorientierte, erneuerbare Versorgungsinfrastruktur. Dies stärkt mittelfristig die Energieautonomie und generiert zusätzliche betriebsinterne Innovationsressourcen.

Lassen Sie eine Antwort hier