Transportwesen & Logistik studieren: Zukunftsaussichten, Gehalt & mehr

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Wer sich heute für ein Studium entscheidet, hat eine Vielzahl an Möglichkeiten offen. Zum einen, was die Studienwahl betrifft und zum anderen hinsichtlich des Jobs nach dem Studium. Wissenswertes zum Studieren von Transportwesen und Logistik lesen Sie hier.

Welche Art von Studium und welche Hochschule wählen?

Die Wahl der Art des Studiums iund vor allem der Hochschule sind nicht einfach. (#1)

Die Wahl der Art des Studiums iund vor allem der Hochschule sind nicht einfach. (#1)

Generell ist es vor dem Studium entscheidend, sich schon einmal Gedanken zu machen, an welcher Hochschule studiert werden soll. Absolventen mit Fachabitur sind in der Regel nur für Fachhochschulen zugelassen. Abiturienten haben die freie Wahl. Wer beruflich qualifiziert ist und ein hohes Maß an Erfahrung bzw. Expertise vorweisen kann, ist in Deutschland ebenfalls dazu berechtigt, an einer Universität zu studieren. Das Gleiche gilt auch für Handwerksmeister, die im Rahmen ihres Faches ein Studium absolvieren dürfen. Informationen diesbezüglich gibt es bei jeder Hochschule sowie beim Bundesministerium für Bildung und Forschung. Von Interesse ist es jedoch, wie die einzelnen Studiengänge aufgebaut sind – und da unterscheiden sich Universität und Fachhochschule um einiges.

So ist es in der Regel so, dass das Studium an der Universität viel theoretischer und auf die Wissenschaft ausgelegt ist. Praktika sind an vielen Universitäten keine Pflicht und insgesamt beschränkt sich die Lehre vermehrt auf den theoretischen Aspekt. Zeitgleich ist jedoch als Absolvent einer Universität die Chance höher, ein höheres Gehalt beim Berufseinstieg und auch im weiteren Verlauf der Karriere zu erzielen. Wer ein Fachabitur hat und die Fachhochschule besucht, muss zwingend ein halbes Jahr Praktikum machen. Das hat den Vorteil, dass der Absolvent bereits einen tiefer gehenden Einblick in die Arbeitswelt erhält und entscheiden kann, welche Karrieremöglichkeiten infrage kommen. Wer bereits arbeitet und sich weiterbilden möchte, der kann auch berufsbegleitend studieren, beispielsweise an der Fernuni. Hier wird Fachwissen vermittelt, welches der Studierende in der Regel schon aus der Praxis kennt.

Zukunftsaussichten: Transportwesen & Logistik studieren

Transportwesen und Logistik zu studieren ist derzeit en vogue. (#2)

Transportwesen und Logistik zu studieren ist derzeit en vogue. (#2)

Deutschland ist ein Land, in denen Zertifikate nicht nur Bildung mit sich bringen, sondern auch bessere Karrierechancen. Nicht selten ist ein karrieretechnischer Aufstieg an bestimmte Abschlüsse gebunden. Wer sich also für ein Studium von Transportwesen oder Logistik entscheidet, der hat von Grund auf bessere Chancen, einen passenden Job mit entsprechender Vergütung zu finden. Vorab sollte jedoch die Entscheidung getroffen werden: Will ich mich auf Transportwesen und Logistik von Beginn des Studiums an spezialisieren oder möchte ich breiter aufgestellt sein? Transportwesen und Logistik kann sowohl in eigenen, sehr spezifischen Studiengängen vermittelt werden oder als Bestandteil des BWL-Studiums wahrgenommen werden.

Sowohl an der Hochschule als auch an der Fachhochschule gibt es die Möglichkeit, Schwerpunkte bzw. Vertiefungsmodule zu wählen. Je nach Hochschule kann dann eine entsprechende Spezialisierung auf die Themen Transportwesen und Logistik erfolgen. Dabei ist es jedoch wichtig, vorab die Hochschule und das Angebot der Lehre genau zu scannen: Gibt es solche Schwerpunkte an der favorisierten Hochschule überhaupt? Die Wahl eines Transportschwerpunktes hat den Vorteil, dass bereits vorab im Grundstudium eine fundierte Ausbildung in verschiedenen BWL-Bereichen stattfand: Der Studierende ist also insgesamt breiter aufgestellt. Ein Vorteil, der nicht zu vernachlässigen ist!

Lehrinhalte beim Studiengang Transport und Logistik

Interessierte, die in Erwägung ziehen, Transport oder Logistik zu studieren, fragen sich oftmals, wie die Inhalte des Studienganges aussehen. Durch die Digitalisierung und die Globalisierung haben sich die Anforderung an nahezu alle Lebensbereiche geändert. So auch im Transportwesen: Lange schon dreht sich in der Logistik nicht mehr nur alles um Transport, Lagerhaltung und den Umschlag von Waren – vielmehr geht es mittlerweile darum, spezifische strategische Vorkehrungen durchzuführen, damit alles rechtzeitig ankommt, und das in der gewünschten Qualität. Neue bzw. mittlerweile schon erprobte Arbeitsweisen wie das „just in time“ Management erfordern eine spezifische Ausrichtung und Denkweise der Manager. Spezifikationen wie Supply Chain Management gehen auf genau diese Anforderungen ein. Kurzum: Das Feld von Transport und Logistik ist weit.

Dementsprechend sind auch die Studieninhalte besonders variabel und vielschichtig. Koordination und Management sind ebenso wichtig wie Soft Skills, denn Teamgeist und Co. werden immer gefragter. Zu den spezifischen Inhalten des Studiums zählen folgende Bereiche.

  • Grundlagen Transportwesen
  • Die Beschaffungs-, Produktions-, Distributions- und Verkehrslogistik
  • Prozesskettenmanagement
  • Verkehr- und Verkehrsträger
  • Auslastungsmanagement
  • Lagermanagement
  • Umschlagsmanagement
  • IT

Spezifische Kenntnisse: IT und Fremdsprachen in der Logistik

Die Logistik erfordert mehr und mehr Spezialkenntnisse. Das Geschäft wird zunehmend internationaler, immer mehr Technologie wird benötigt. (#3)

Die Logistik erfordert mehr und mehr Spezialkenntnisse. Das Geschäft wird zunehmend internationaler, immer mehr Technologie wird benötigt. (#3)

Da immer mehr Prozesse im Bereich Transportwesen auch zunehmend von der IT abhängig sind, zählen Wirtschaftsinformatik und IT-Grundlagen auch zu den Inhalten, die im Studium vermittelt werden. Man denke hierbei an Warenwirtschaftssysteme und Co., die mittlerweile ohne Technik nicht mehr funktionieren. Es ist aus diesem Grund essenziell, nicht nur die einzelnen Abläufe aus den Bereichen Lagerhaltung, Transport und Logistik zu kennen, sondern auch die Technik, die dahintersteckt. Ob Scanner, Warenwirtschaftssystem oder Flottenmanagement – es ist nicht von der Hand zu weisen, dass IT einen immer größeren Bestandteil im Berufsalltag einnimmt. Kein Wunder, dass sich zunehmend auch die Studiengänge an dieser Entwicklung orientieren und vermehrte Inhalte mit PC- bzw. Softwarebezug lehren.

Gerade in größeren Unternehmen mit internationaler Ausrichtung und in Speditionen, die international arbeiten, ist es durchaus von Vorteil, eine Fremdsprache zu beherrschen – das sagen auch die Erfahrungsberichte. Während Englisch mittlerweile in der Arbeitswelt vorausgesetzt wird, kann je nach Unternehmen die Wahl der Fremdsprache variieren. Sei es, um mit dem Lkw-Fahrer der Partnerfirma über den Transport der Ware zu sprechen oder um die Zulieferung aus einem anderen Land zu regeln. Wer mehrere Sprachen sprechen kann, hat einen ganz klaren Vorteil.

Gehaltsaussichten mit Studium

Die Gehaltsaussichten mit Studium sind generell besser als ohne. Dennoch kommt es nicht nur auf die eigenen Qualifikationen an, sondern gleichermaßen auf den Betrieb. In großen Industriebetrieben ist das Gehalt um einiges höher als bei der mittelständischen Spedition um die Ecke. Als Bachelor mit einem Schwerpunkt bzw. einer Ausbildung in Transport und Logistik kann mit einem Einstiegsgehalt zwischen 35.000 Euro und 45.000 Euro gerechnet werden. Je nach Unternehmen können diese Zahlen selbstverständlich noch variieren.

Die Zukunftsaussichten in der Logistikbranche sind nach wie vor gut. Gerade in Deutschland floriert der Export und ein Großteil der Waren wird nicht vor Ort weiterverarbeitet, sondern muss zur Produktion woanders hingebracht werden. Logistik und Lagermanagement wird in jeder größeren Firme benötigt – auch wenn sich mittel- bzw. langfristig die Art und Weise des Transports verändert, bedarf es doch immer wieder des Personals, das Transport und Lagerung managt.


Bildnachweis: © Fotolia – Titelbild kasto, #1 Sergii Figurnyi, #2 sanderstock, #3 Brilliant Eye

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About Author

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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