Next Logistics Accelerator: Starthilfe für Logistik-Gründer

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Bereits Anfang des Jahres ging der Hamburger Next Logistics Accelerator (NLA) an den Start. Sein Ziel ist es, junge Logistikunternehmen zu fördern. Anfang Juni nun hat der NLA die ersten Unternehmen in sein sechsmonatiges Beschleunigungsprogramm aufgenommen. Hinter dem NLA stehen namhafte Unternehmen aus der Hamburger Wirtschaft.

Die erste NLA-Fördergruppe steht

In der ersten Fördergruppe des NLA sind vier Unternehmen, eines davon aus Übersee. Die vier Plätze erfreuten sich einer regen Nachfrage. Aus dem In- und Ausland gingen über 100 Bewerbungen ein. Voraussetzung für die Aufnahme war, dass die Unternehmen einen funktionierende Prototypen produziert hatten.

Teilnehmer aus den USA: SensorTransport

SensorTransport hatte den längsten Weg, denn das gerade gegründete Unternehmen hat seinen Sitz im US-Bundesstaat Kalifornien. Annika Sorensen, Sascha Peyer und Robert Haney gehen mit einer Warentransport-Überwachung in Echtzeit an den Start. Wie viele zeitgemäße Lösungen setzt auch diese auf das Cloud Computing. Die Überwachungslösung von SensorTransport ist als „Software as a Service“ (SaaS) konzipiert. Das heißt, die Kunden müssen lediglich Zeit auf dem Server von SensorTransport buchen; Software und IT-Infrastruktur stellt das Unternehmen zur Verfügung, während der Zugriff über einen Webbrowser erfolgt. Über die SensorTransport-App kann der Kunde einen einzelnen Transport, aber auch größere Warenmengen verfolgen. Das System kann auf Internet-of-Things-Sensoren zugreifen, die ständig Position, Zustand des Ladegutes und die äußeren Transportbedingungen an den Versender und das Logistikunternehmen übermitteln.

Hamburger Mobilitätsplattform: 25ways

25ways kommt aus der Hansestadt selbst. Gegründet haben es die Unternehmer Henrik Zölzer und Vincent Oswald sowie die Mobilitätsforscherin Steffi Schubert. Das Unternehmen arbeitet an der Corporate Mobility-Plattform „rethink mobility“, mit der Arbeitnehmer ihre persönliche Mobilität verbessern können. Konkrete Zielgruppen für diese Lösung wären große Unternehmen und Städte, aber auch Immobilienunternehmen und Mobilitätsanbieter. „Rethink mobility“ nutzt ebenfalls eine cloud-basierte Technologie. In diesem Fall analysiert die Technologie beispielsweise Wetter, Verkehrslage oder die Parkplatzsituation sowie das betriebliche und öffentliche Transportangebot. Daraus generiert das System dann individuelle Empfehlungen. Diese Mobilitätsberatung aus der Cloud führt alle Angebote des Arbeitgebers zusammen. Das können ein Job-Ticket sein, das Leasing von Dienstfahrrädern, aber auch Flottenangebote wie etwa Poolfahrzeuge und Betriebsräder oder ein Shuttle-Service. Mitarbeiter bekommen ein Optimierungswerkzeug für ihre persönliche Mobilität an die Hand. So soll nicht zuletzt umweltbewusstes Verhalten gefördert werden.

Erweiterte Realität aus Potsdam: nxtBase Technologies

NxtBase Technologies hat seinen Sitz in Potsdam. Gründer Jörg Jonas-Kops setzt bei seinem Produkt auf die so genannte Assisted Reality, auch als Augmented Reality oder Erweiterte Realität bezeichnet. Dabei nutzt man moderne Kommunikations- und Visualisierungstechnologien, um die menschliche Realitätswahrnehmung zu erweitern. Üblicherweise sind damit Anwendungen gemeint, die auf visuellem Wege zusätzliche Informationen durch Einblendung oder Überlagerung bereitstellen. Jonas-Kops Lösung nxtBase ist in der Lage, Produktion, Logistik und Service visuell zu führen und komplett über Spracheingabe zu steuern. Das System nutzt Smartwatches, Datenbrillen und Datenhandschuhe, damit der Anwender auf Information zugreifen, selber welche übermitteln oder Anweisungen geben kann. So kann er über die Erweiterte Realität direkt auf Prozesse in Produktion, Logistik oder Verwaltung einwirken. Bei Bedarf wird er zudem direkt mit SAP verbunden.

Von München an die Elbe: Smartlane

Smartlane ist das Produkt von Monja Mühling, Florian Schimandl und Matthias Bauer aus München. Smartlane ist eine cloud-basierte SaaS-Lösung für die Disposition und Tourenplanung auf der letzten Meile. Die Smartlane-Software bietet eine selbstlernende Prozessoptimierung in Echtzeit. Dadurch erreicht sie völlige Transparenz für alle an der Prozesskette Beteiligten – vom Disponenten über den Fahrer bis zum Empfänger. Smartlane besteht aus drei Komponenten. Mit der Webanwendung behält der Disponent die Übersicht über den Lieferbetrieb. Er kann jederzeit steuernd eingreifen. Über die Fahrer-App bekommen die Fahrer ihre optimierten Touren; außerdem kann der Disponent durch Echtzeit-Übermittlung jederzeit den Status der einzelnen Touren überprüfen. Umgekehrt kann der Fahrer den Disponenten jederzeit auf Probleme aufmerksam machen. Mit der Empfängerbenachrichtigung schließlich ist der Empfänger jederzeit über den Status seiner Lieferung informiert.

NLA ist aktiv seit 2017

Der Next Logistics Accelerator (NLA) wurde 2017 gegründet. Die dahinterstehende Investorengruppe setzt sich aus namhaften Hamburger Unternehmen zusammen. Gründungsgesellschafter und Impulsgeber waren die Hamburger Sparkasse, die Logistik-Initiative Hamburg und die Beteiligungsgesellschaft New Times Venture. Weitere Investoren sind Fiege, Jungheinrich, Helm, die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), Körber und Rhenus.

Im Accelerator werden die einzelnen Geschäftsmodelle analysiert und optimiert. So entstehen vermarktbare Angebote und Finanzierungsstrategien. Bei Bedarf stellen die Investoren und weitere Unternehmen Testumgebungen zur Verfügung. Hinzu kommt ein Netzwerk aus über 100 Mentoren.

Der NLA ist offen für ein breites Spektrum an Technologien und Geschäftsfeldern: Es umfasst beispielsweise Warehousing, das Internet of Things, Transportation, Mobilität, Supply Chain Management, Predictive Analytics, Big Data, die Block Chain, 3D-Druck, Robotik, autonome Fahrzeuge, Drohnentechnologie, Last Mile Delivery, Smart Cities, Artificial Intelligence (AI), Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR).


Titelfoto: Das NLA-Management Miriam Kröger (oben, 4. v.l.) und Philipp Schröder (unten 1. v.l.) mit den Start-up-Unternehmern des ersten Accelerator- Durchgangs; Bildnachweis: ©obs/Next Logistics Accelerator

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Mein Beruf ist das Schreiben; ich arbeite als freier Journalist, Texter und Buchautor. Das reicht für Leben und Modellbau, also auch für das eigentliche Leben. Beruflich wie als Modellbauer interessiert mich die Luftfahrt, speziell die der großen Luftfahrtländer. Ich baue auch gerne mal etwas, das aus dem Rahmen fällt. Hauptantriebskräfte: Neugier, Kaffee und ein guter Witz.

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