Lageroptimierung: Mit diesen Tipps holen Sie mehr raus!

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Der Handel über die Landesgrenzen hinweg wächst kontinuierlich und so ist es nicht verwunderlich, dass auch die Nachfrage nach modernen Lösungen für die Lagerung von Produkten wächst.

Lageroptimierung: Wettbewerbsfaktor moderner Unternehmen

Unternehmen müssen auf Qualität bei gleichzeitig niedrigen Kosten setzen, auf ständige Verfügbarkeit der Waren und auf effiziente Lagersysteme, die all das ermöglichen. Um Bestellungen jederzeit effektiv und effizient abwickeln zu können, muss das Lager funktionieren, muss leistungsfähig und angepasst sein. Das wiederum erfordert eine ausgezeichnete Lageroptimierung, denn nur so bleiben Unternehmen wettbewerbsfähig und flexibel. Insofern ist die Lageroptimierung inzwischen zum Wettbewerbsfaktor geworden, der unverzichtbar für moderne Unternehmen ist.

Warenbestände und –bewegungen können damit günstig optimiert werden, allerdings sind in fast allen Firmen noch Verbesserungsmöglichkeiten zu finden. Ob nun die einfache Form der Lageroptimierung über Etiketten vorgenommen wird oder es nur um die Lieferung kleinerer Mengen geht, ist von Unternehmen zu Unternehmen verschieden und muss individuell entscheiden werden. Die folgenden Tipps zur Lageroptimierung helfen dabei, sich zu orientieren und den für das eigene Unternehmen besten Weg zu mehr Leistungsfähigkeit des Lagers zu finden.

Ein großes Lager hat zwar den Vorteil, dass die benötigten Teile und Materialien nahezu immer vorrätig sind, allerdings ist hier auch jede Menge Kapital gebunden. (#01)

Ein großes Lager hat zwar den Vorteil, dass die benötigten Teile und Materialien nahezu immer vorrätig sind, allerdings ist hier auch jede Menge Kapital gebunden. (#01)

1. Lieferung kleinerer Mengen

Ein großes Lager hat zwar den Vorteil, dass die benötigten Teile und Materialien nahezu immer vorrätig sind, allerdings ist hier auch jede Menge Kapital gebunden. Außerdem sind die Raumkosten für ein großes Lager logischerweise höher als für eine kleinere Variante. Das lässt die Schlussfolgerung zu, dass kurze Lagerzeiten geringerer Mengen zu niedrigeren Kosten für die Lagerung führen. Es ist daher sinnvoll, bestimmte Waren lieber öfter, dafür in kleineren Mengen liefern zu lassen. Eventuell ist auch eine Just-in-time-Lieferung möglich, bei der weder hohe Lagerkosten entstehen noch Engpässe, denn bei Bedarf wird direkt geliefert. Hier müssen allerdings zuverlässige Zulieferer vorhanden sein, die die Just-in-time-Lieferung tatsächlich durchführen und bei denen Verlass darauf ist, auch im Notfall rasch beliefert zu werden.

2. Zeitfenster einbauen

Eine sogenannte homogenisierte Lieferung birgt ebenfalls ein hohes Optimierungspotenzial. Denn wenn Sie nur bestimmte Zeiten für die Anlieferung freihalten und die Mitarbeiter folglich auch nur während dieser Zeiten mit der Annahme befasst sind, können sie ansonsten anderen Tätigkeiten nachgehen. Das gilt auch für die Abholung, die seitens der Kunden nur zu bestimmten Zeiten erfolgen sollte. Wird der Personaleinsatz optimiert, werden auch die Kosten für das Unternehmen niedriger.

Wird ein Lager neu eingerichtet, sind derartige Zeitfenster leichter zu realisieren. Im Rahmen der Lageroptimierung sind einmal eingefahrene Wege nicht selten nur schwer wieder zu verlassen und es bedarf einiger Überzeugungskraft seitens der Entscheider, den neuen Weg für alle als zielführend zu erkennen.

Die Kosten für die Lagerhaltung teilen sich üblicherweise wie folgt auf: 20 Prozent für Fördertechnik und Regale (bei Einsatz eines Euro-Paletten-Lagers), 40 Prozent für Gebäude, 40 Prozent für Personal. (#02)

Die Kosten für die Lagerhaltung teilen sich üblicherweise wie folgt auf: 20 Prozent für Fördertechnik und Regale (bei Einsatz eines Euro-Paletten-Lagers), 40 Prozent für Gebäude, 40 Prozent für Personal. (#02)

3. Aktuelle Kosten prüfen

Die Kosten für die Lagerhaltung teilen sich üblicherweise wie folgt auf: 20 Prozent für Fördertechnik und Regale (bei Einsatz eines Euro-Paletten-Lagers), 40 Prozent für Gebäude, 40 Prozent für Personal. Diese Teilung stellt die ideale Variante dar. Sind hier Abweichungen zu finden, sollten diese einzeln geprüft und nötigenfalls abgeändert werden. Gerade im Hinblick auf die Personalkosten ergeben sich bei der Verteilung oft Verschiebungen, weil einfach zu viele Angestellte für die Lagerarbeiten abgestellt werden. Meist kann auf mindestens einen Mitarbeiter verzichtet werden.

4. Effiziente Platzierung der Ware

Um das Lager zu optimieren, sollten Sie auch die Standorte der Waren und Produkte genau prüfen. Sondermaße, die viel Platz benötigen, sollten nur in speziellen Lagerbereichen abgestellt werden und sich nicht unter den übrigen Waren, die sich an standardisierte Pack- und Fachgrößen halten, befinden. Sogenannte Schnelldreher stellen Sie am besten am Anfang des Ganges ab, nur schwer erreichbare Gänge oder Teilbereiche des Lagers werden nur als Notreserve genutzt. Das verhindert ein unnötiges Rangieren beim Herausholen der Waren.
Wichtig ist, dass Sie sich nicht nur am Boden orientieren: Moderne Hochregale verschenken keinen Platz und nutzen einen Raum in seiner gesamten Höhe voll aus. Teilweise ist die Investition in ein Truck-Shuttle-System nötig, damit die Ware zur gleichen Zeit auf mehreren Ebenen ein- und auszulagern ist.

Moderne Hochregale verschenken keinen Platz und nutzen einen Raum in seiner gesamten Höhe voll aus. (#03)

Moderne Hochregale verschenken keinen Platz und nutzen einen Raum in seiner gesamten Höhe voll aus. (#03)

5. Modernisierung des Lagers

Um eine bessere Lagerverwaltung zu erreichen, können umfassende Modernisierungen nötig werden. Investieren Sie in hohe Regale oder neue Fördermöglichkeiten – die Mehrkosten bei der Anschaffung rechnen sich durch eine Kostenreduktion im Alltag schnell wieder. Zudem ist der Neukauf meist billiger, als zusätzliche Lagerflächen anzumieten, zumal Lagerräume vielerorts ohnehin Mangelware sind. Wichtig: Setzen Sie besser auf die Längsstapelung, diese hat sich im Alltag als effizienter als die Querlagerung erwiesen.

6. Lageroptimierung mithilfe der IT

Lagerfunk und andere moderne Techniken helfen bei der Lageroptimierung und sorgen für eine effizientere Verwaltung. Wird neue Ware eingelagert oder erfolgt die Auslagerung von Waren, so können die zugehörigen Informationen direkt an die Verwaltung und hier an den Zentralrechner übermittelt werden. Dieser verbucht den neuen Bestand, ohne dass ein Mitarbeiter damit beschäftigt sein muss. Die IT dokumentiert zudem Lagerstandorte, was dafür sorgt, dass Suchzeiten erheblich kürzer werden. Dabei sollte die IT immer so leistungsfähig sein, dass auch komplizierte Lagerbewegungen möglich sind. Schmale Artikel werden immer auf breiteren gestapelt, ähnliche Artikel werden nach einer programmierten Priorität abgelegt. So erfolgt die Lagerung zudem immer mit dem besten und nächstgelegenen Lagerort.

7. Software implementieren

Natürlich kann die Lageroptimierung mit Softwareunterstützung erfolgen bzw. setzt eine moderne Lagerung von Waren und Produkten ohnehin auf eine gute Software. Das ist nicht immer ganz einfach, denn in vielen Unternehmen werden viel zu viele verschiedene Softwares eingesetzt, die unter einen Hut zu bekommen sind. ERP-Systeme sollen mit den Programmen zur Lagerhaltung interagieren, auch die Picking-Prozesse müssen „irgendwie untergebracht“ werden. Sinnvoll ist eine spezielle Lagerverwaltungssoftware, die sich an die Anforderungen des jeweiligen Unternehmens anpassen lässt und die in bestehende Programme eingebaut werden kann.

Ist die Lageroptimierung nicht zur Zufriedenheit durchführbar, kann nur noch das Outsourcing helfen. (#04)

Ist die Lageroptimierung nicht zur Zufriedenheit durchführbar, kann nur noch das Outsourcing helfen. (#04)

8. Outsourcing prüfen

Ist die Lageroptimierung nicht zur Zufriedenheit durchführbar, kann nur noch das Outsourcing helfen. Denn häufig ist es günstiger, die eigene Lagerhaltung aufzugeben und sich lieber auf die eigenen Kernkompetenzen zu konzentrieren. Vor allem bei Existenzgründern und jungen Unternehmen steht die Förderung der eigenen Kompetenz im Fokus – die Lagerwirtschaft findet sich häufig als lästiges Übel wieder. Dabei kommt ihr eine solche Rolle nicht zu, denn eine gesunde Lagerhaltung ist die Voraussetzung für ein gesundes Unternehmen.

Wer sich aber nicht selbst damit beschäftigen will oder keine ausreichenden Optimierungsmöglichkeiten findet, kann mit dem Outsourcing glücklich werden. Viele Dienstleister offerieren große Hochregallager, die eine effiziente Technologie und beste Organisation ermöglichen. Sinnvoll ist das Outsourcing auch dann, wenn der Absatz Ihres Unternehmens stark saisonal schwankt; die Lagerhaltung wird durch den beständigen personellen Aufwand jedoch viel zu teuer.

9. Flexibel bleiben

Neben dem Anbieten eines ausgezeichneten Produkts oder einer Leistung mit Alleinstellungsmerkmal gehört Flexibilität zu den wichtigsten Faktoren, die den Erfolg eines Unternehmens beeinflussen. Eine Firma muss sich in vielen Bereichen anpassen können, so auch in Bezug auf die Lagerhaltung. Überprüfen Sie daher regelmäßig die Funktionalität Ihres Lagersystems und schaffen Sie sich einen Überblick den Warenbestand. Am besten geschieht das mit der oben bereits erwähnten Software, die eine Permanent-Inventur ermöglicht und Ihnen immer einen Überblick über die aktuellen Warenbestände verschafft. Sie sind damit in kürzester Zeit handlungsfähig und können auf Kundenwünsche eingehen. Teilweise ist es für ein Unternehmen lohnenswert, in ein 24/7-Betrieb des Lagers zu investieren bzw. das Unternehmen darauf ausgerichtet umzustellen.

Viele Betreiber von Lagern würden von einem kompetenten Partner profitieren. (#05)

Viele Betreiber von Lagern würden von einem kompetenten Partner profitieren. (#05)

10. Partner für die Lagerhaltung suchen

Viele Betreiber von Lagern würden von einem kompetenten Partner profitieren. Dies zeigt sich vor allem in einem Problemfall, denn der Partner ist rasch zur Lösung zur Stelle. Außerdem können Wartungsverträge und Schulungen für das Lagerpersonal sinnvoll sein: Regelmäßige Wartungen der Maschinen und Anlagen sowie der gesamten Technik im Lager sorgen dafür, dass es zu keinen vermeidbaren Ausfällen kommt. Personalschulungen wiederum bringen den Angestellten die Notwendigkeit eines ausgefeilten Lagersystems näher und sorgen dafür, dass neue Erkenntnisse jederzeit in die Arbeit einfließen können.

Sinnvoll ist es, auf einen Partner zu setzen, der Wartungen, Reparaturen und Schulungen in einem anbietet, sodass Sie den kompletten Service aus einer Hand nutzen können. Wichtig: Unverhofft kommt oft, daher sollte ein Partnerunternehmen auch an Wochenenden oder an Feiertagen einsatzbereit sein. Es lohnt sich daher meist, ein größeres Unternehmen als Partner an die Seite zu holen.


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About Author

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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