Intermodal South America 2018

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Die Intermodal South America ist die bedeutendste Messe ihrer Art in Lateinamerika und gilt als international bedeutsam. Hier werden auch Logistikfahrzeuge vorgestellt, die bislang in Europa nicht erhältlich sind.

VW auf der Intermodal South America 2018

VW hat in Brasilien bereits seinen „New Delivery“ vorgestellt. Der Lkw der neuesten Reihe soll für innerstädtische Transporte dienen und startet in der Gewichtsklasse zwischen 3,5 und 13 Tonnen. Einzelhändler und Restaurants sollen künftig durch diese Fahrzeuge beliefert werden, auch Unternehmen aus dem E-Commerce sowie KEP-Dienste gehören dazu. Sie werden die Nutzfahrzeuge für die Zustellung an Endkunden einsetzen, so der Plan des VW-Konzerns. Der Verkauf der Frachtfahrzeuge soll auch in den Nachbarstaaten möglich sein, momentan sind Lieferungen nach Europa aber nicht in Planung. Allerdings kann sich der Konzern den Vertrieb in diese Richtung durchaus vorstellen.

Bislang hat sich VW die Entwicklung des New Delivery rund 260 Millionen Euro kosten lassen, was eine Höhe ist, die bisher nur durch wenige Unternehmen auf dem lateinamerikanischen Markt vorgenommen wurde. Das ist auch auf der Intermodal South America 2018 zu spüren, wo VW sein Fahrzeug vorstellen wird. Grund für die Zurückhaltung der produzierenden Unternehmen sind vor allem die Umbrüche in der Wirtschaft Lateinamerikas, wobei diese eher krisenhafte Ausmaße angenommen haben.

Deutsche Teilnehmer auf der Intermodal South America 2018

Auf der Intermodal South America 2018 werden rund 24 deutsche Aussteller anwesend sein, darunter auch die Seaports of Niedersachsen, die Vereinigung der deutschen Seehäfen.

Weitere Teilnehmer aus Deutschland sind:

  • Hapag Lloyd
  • Lufthansa Cargo
  • Hamburg Süd
  • Neuero GmbH
  • Linde
  • Still

sowie verschiedene weitere Unternehmen, die bereits als alte Bekannte auf der Intermodal South America 2018 geführt werden. Bezeichnend ist allerdings, dass die meisten Unternehmen noch keine konkreten Investitionspläne nennen, die meisten Aussteller nehmen an der Messe nur teil, weil sie sich zeigen wollen, weil Präsenz auf dem internationalen Markt wichtig für sie ist. So auch bei der bereits genannten Neuero GmbH aus Melle: Der Schiffsbeladungshersteller hat auf der Intermodal South America 2018 einen Stand mit neun Quadratmetern angemietet und möchte hier umweltfreundlichere – da staubärmere – Technologien präsentieren.

Für den Hersteller gilt die Messe als Pflichttermin – Investitionen sind allerdings nicht geplant, hiermit wird gewartet, bis sich die wirtschaftliche Lage geändert hat. Ähnlich verhalten sich auch die großen Unternehmen, die sich auf der Intermodal South America 2018 präsentieren – auch sie nutzen eher die Abwartetaktik.

Intermodal South America 2018 als Kontaktbörse

Auch Hamburg Süd kann sich keine großen Investitionen vorstellen und sieht die Messeteilnahme auch nicht als Auftakt zu einem derartigen Vorhaben. Die Intermodal South America 2018 soll eher als Kontaktbörse dienen, denn man möchte sich mit Handelspartnern aus Nordamerika und Asien weiter vernetzen. Für Südamerika hofft Hamburg Süd, dass die weltweit expandierenden Handelsströme einen größeren Einfluss nehmen und das für 20187 vorhergesehene Plus der Containertransporte in Höhe von fünf Prozent mindestens erreicht, wenn nicht übertroffen wird. Der Internationale Währungsfonds ist hier ebenso optimistisch und verspricht ein leichtes Wachstum für Brasilien und Südamerika. Das Plus soll in 2018 bei 1,5 Prozent liegen, wobei die Prognosen anfangs etwas weniger optimistisch aussahen und nun kürzlich nachkorrigiert wurden.

Vor allem Argentinien rückt in den Fokus der Aufmerksamkeit und wird für Investitionen interessanter. Das Land hat ein überaus ehrgeiziges Infrastrukturprogramm veröffentlicht, das bis 2027 reicht und eine Investition von etwa 55 Mrd. US-Dollar für die Sanierung des Straßen- und Schienennetzes vorsieht. Private Investoren sollen sich mit rund 20 Mrd. US-Dollar beteiligen. Im Rahmen der Sanierungen sind auch umfangreiche Ausbauten und Modernisierungen der Flughäfen und des Hafens in Buenos Aires vorgesehen.

All diese Vorhaben werden auf der Intermodal South America 2018 ein Thema sein und erste Wege in Richtung Wachstum kennzeichnen. Die ausstellenden Unternehmen aus Deutschland werden die Messeteilnahme nutzen, um eigene Möglichkeiten zum Wachstum auf dem südamerikanischen Markt zu sondieren und weitere Investitionen abzuwägen. Hapag Lloyd rechnet zum Beispiel mit einem Zuwachs zwischen vier und fünf Prozent in den nächsten Jahren, das Unternehmen lässt sich mit der Planung konkreter Projekte aber noch Zeit bis nach der Messe. Investitionen könnten in Richtung temperaturgeführter Verkehre gehen, sicher ist an dieser Stelle aber noch nichts.

Überzeugende Konzepte gesucht

Die Investitionen werden auch aus dem Grund noch zurückgehalten, weil es bislang keinerlei überzeugende Konzepte gibt. Vor allem die Standorte für Logistiker lassen so etwas noch vermissen. An dieser Stelle tritt Pro Logis auf den Plan und stellt seine „Klasse A-Flächen“ für Rio de Janeiro und Sao Paulo auf der Intermodal South America 2018 vor. Das Problem hierbei ist aber auch, dass die Kreditlinien auch in naher Zukunft eher knappgehalten werden, was durch die Wirtschaftskrise bedingt ist.

Eine Veränderung in diesem Bereich ist bislang nicht absehbar, was für die Umsetzung neuer Logistikkonzepte durchaus ein Problem darstellt. Anbieter von Finanzierungsoptionen sehen das allerdings eher optimistisch und werden auf der Messe entsprechende Lösungen präsentieren.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: LongJon

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About Author

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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