Hafen Emmelsum: Erweiterung geplant

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Die DeltaPort GmbH legte einen Antrag der Erweiterung „Hafen Emmelsum“ vor und wartet nun auf die Entscheidung der Bezirksregierung Düsseldorf, die das Planfeststellungsverfahren in die Wege leiten soll.

Hafen Emmelsum: Planunterlagen zur Erweiterung werden offengelegt

Dass der Hafen Emmelsum erweitert werden soll, ist schon lange klar gewesen. Nun ist die Zeit für die DeltaPort GmbH & Co. KG gekommen, die entsprechenden Unterlagen bei der Bezirksregierung Düsseldorf offenzulegen und das Planfeststellungsverfahren zu beantragen. Die Westseite des Hafens soll erweitert werden, wobei von der Maßnahme betroffene Bürger ab dem 21. Februar bis zum 20. März 2018 Einspruch bei der Bezirksregierung einlegen können. Die Einwendungen müssen allerdings schriftlich erfolgen und die Art sowie den Grund der Beeinträchtigung erklären. Des Weiteren sind der vollständige Name und Anschrift sowie die eigenhändige Unterschrift gefragt.

Hafenerweiterung: Das ist geplant

Die DeltaPort GmbH will durch die geplante Hafenerweiterung für eine größere Logistikfläche sorgen, wozu die Einreichung der Unterlagen der erste Schritt ist. Vorgelegt wurden dabei diverse Gutachten, die sich mit den Themen Lärm, Umweltverträglichkeit, Artenschutz und vielen weiteren Aspekten des geplanten Vorhabens befassen.

Geplant ist, dass in der Nähe des in 2017 entstandenen Containerterminals des Unternehmens Contargo eine neue Logistikfläche entstehen soll, wofür derzeit rund 15 Hektar in Planung sind. Hier soll sich ein „hafenaffines Gewerbe“ ansiedeln, konkrete Namen für Firmen wurden bisher noch nicht genannt. Klar ist, dass es sich um Unternehmen aus der Distribution handelt, die von hier aus Waren zusammenstellen und weiterversenden wollen.

Um das zu ermöglichen, sind folgende Maßnahmen geplant:

  • Anhebung der tiefer liegenden Fläche auf ein vom Hochwasser geschütztes Niveau (mittels Aufschüttungen)
  • Anlegen einer Böschungsfläche auf etwa 3,5 Hektar
  • Anlegen eines drei Meter hohen Erdwalls für die Bepflanzung auf einer Länge von rund 1.400 Metern (an der Westseite der Aufschüttung)
  • Verlängerung der bestehenden Kaimauer auf der Westseite des Hafenbeckens um 130 Meter
  • Erhöhung der Schiffsanlegeplätze auf drei (bislang sind es zwei)

Rund 700.000 Kubikmeter Material werden benötigt, um die angedachten Aufschüttungen im Gelände wie geplant durchführen zu können.
Ein Exposé zum geplanten Vorhaben im Hafen Emmelsum bietet genaue Auskunft darüber, was an welcher Stelle geplant ist und wie das Gelände später einmal aussehen könnte.

Erweiterung des Hafens Emmelsum: Die Zeit schreitet voran

Die Erweiterung des Hafens Emmelsum ist keine Sache, die von heute auf morgen vor sich geht: Liegt der Planungsfeststellungsbeschluss vor, der von der Bezirksregierung Düsseldorf abgesegnet werden muss, so muss die DeltaPort GmbH, die den Hafen Emmelsum, den Rhein-Lippe-Hafen sowie den Stadthafen Wesel nutzt, noch einmal mit sechs bis neun Monaten Wartezeit rechnen, ehe die Bauphase beginnen kann. Diese Zeit wird dafür genutzt, dass die Ausschreibungen versandt werden bzw. die Planung der Bauausführung weiter voranschreitet.

Außerdem werden die entsprechenden Aufträge vergeben – insgesamt gehen die Verantwortlichen derzeit von einer gesamten Bauzeit von rund drei Jahren aus, wobei Wartezeiten hier mit inbegriffen sind. Die Bauleitplanung der Stadt wird für diese Zeit angepasst, wobei dies erst möglich wird, wenn die Bezirksregierung ihre Entscheidung getroffen hat.

Erweiterung des Hafens Emmelsum: Ausgleich in Voerde

Damit der Hafen auf seinen geplanten 15 Hektar erweitert werden kann, müssen umfassende Eingriffe in Flora und Fauna der Region hingenommen werden. Dies darf keine naturschutzrechtlichen Konsequenzen nach sich ziehen, daher sind für derartige Eingriffe Ausgleichsflächen zu schaffen. Die Stadt Voerde fordert hier, dass diese Ausgleichsflächen auf ihrem eigenen Gebiet geschaffen werden sollten, wobei der Sprecher der DeltaPort GmbH bisher davon ausgeht, dass die Ausgleichsflächen zumindest zum Teil auf Voerder Stadtgebiet liegen werden. Konkrete Planungen dazu gibt es aber noch nicht oder sind noch nicht reif für die Veröffentlichung. Welche Flächen dafür infrage kommen, wird derzeit noch mit den jeweiligen Eigentümern geklärt.

DeltaPort bietet Platz: Zusätzliche Erweiterungen möglich

Derzeit prüft die DeltPort GmbH, welche Grundstücke noch für eine Erweiterung infrage kommen könnten. Die Grundstücke im Hafen Emmelsum sind bereits sicher, doch auch im Rhein-Lippe-Hafen in Wesel, der nur etwa zweieinhalb Kilometer entfernt liegt, sind verschiedene Grundstücke zu nutzen. Diese weisen eine Größenordnung zwischen fünf und neun Hektar auf und stehen zur sofortigen Bebauung bereit. Dazu kommen noch einmal 51 Hektar, die aktuell noch entwickelt werden. Von allen Grundstücken aus ist der Zugang zur Kaianlage möglich, die im Rahmen der Erweiterung des Hafens Emmelsum noch einmal verlängert werden soll und damit einen zusätzlichen Schiffsanlegeplatz bietet.

Alle Erweiterungen zeichnen sich dadurch aus, dass sie trimodal nutzbar sind, das heißt, sie sind von der Straße, vom Wasser und von Schienen aus zugänglich. Im Hafen Emmelsum ist die trimodale Nutzbarkeit gegeben, daher legen die Verantwortlichen bei DeltaPort größten Wert darauf, dass auch die Erweiterungen in den verschiedenen Häfen derart nutzbar sind. Unternehmen, die sich hier ansiedeln wollen bzw. das Gelände nutzen möchten, profitieren daher von einer ausgezeichneten Anbindung und Infrastruktur.


Bildnachweis:©Titelbild: riekephotos

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Marius Beilhammer Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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