Großunternehmen: Abwerben von High Potentials möglich?

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In Großunternehmen ist das Abwerben von High Potentials eine wichtige Aufgabe, denn nur dadurch können sie die best qualifizierten Fachkräfte für Führungspositionen in das eigene Unternehmen holen. Mitarbeiter zu finden ist keine Frage von Glück oder Zufall, sondern bedarf bei der Besetzung von Spitzenpositionen einer großen Anstrengung und guten Taktik. Doch wie ist es eigentlich möglich, solche Spitzenkräfte abzuwerben und dauerhaft an den eigenen Konzern zu binden? Mit diesen Tipps gelingt es Großunternehmen, High Potential abzuwerben.

Tipp 1 für Großunternehmen: High Potentials abwerben durch Marktbeobachtung

Wer als Großunternehmen High Potentials abwerben möchte, muss diese zunächst finden. Das gelingt nur mit einer gründlichen Beobachtung des Marktes. Die Suche nach Spitzenkräften beginnt schon in den Abschlussjährgängen der Universitäten. Welche Absolventen zeichnen sich durch exzellente Noten aus und überzeugen auch sozial mit ihrer Kompetenz?

Tipp 2: Der richtige Zeitpunkt zum Abwerben

Außerdem lohnt sich ein Blick auf Mitbewerber am Markt. Wo gibt es derzeit Krisen mit Entlassungen oder Kurzarbeit? Diese Chance können Großunternehmen nutzen, um die High Potentials des kriselnden Unternehmens für sich zu gewinnen. Wenn Unsicherheit am Arbeitsplatz auftritt, gelingt das Abwerben besonders einfach. Fachkräfte sehen sich dann nach einer sicheren Anstellung um und sind bereit für einen Jobwechsel. Unternehmer und Personalabteilungen sollten diese Momente nutzen und sich intensiv um die High Potentials bemühen.

Die Abwanderung von High Potentials ist umgekehrt ein großes Risiko für Unternehmen. Der Abfluss von Wissen und Fähigkeiten kann ein Unternehmen lahmlegen und der Möglichkeiten berauben. (#1)

Die Abwanderung von High Potentials ist umgekehrt ein großes Risiko für Unternehmen. Der Abfluss von Wissen und Fähigkeiten kann ein Unternehmen lahmlegen und der Möglichkeiten berauben. (#1)

Tipp 3: Persönliches Networking statt Headhunter

Lange Zeit galten Headhunter als das beste Mittel, um High Potentials von anderen Konzernen abzuwerben. Hier fand in den letzten Jahren jedoch ein Wandel stat. Die Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung findet immer stärker über das Internet statt und Networking ist hierbei das Zauberwort. Dabei ist es durchaus sinnvoll, wenn sich der Firmenchef höchstpersönlich mit aussichtsreichen Fachkräften in einschlägigen Portalen vernetzt. Das Networking bietet außerdem die Möglichkeit, sich ganz unverbindlich und unkompliziert etwas besser kennenzulernen. Firmenchefs merken dabei schnell, ob eine Spitzenkraft zum eigenen Unternehmen passt oder nicht. Neben dem Internet stellen auch Fachmessen und Kongresse eine gute Gelegenheit zum Networking dar.

Tipp 4: Mitarbeiter für das Großunternehmen sprechen lassen

Für viele High Potentials auf Jobsuche gibt es keine zuverlässigere Informationsquelle als die Mitarbeiter eines Großunternehmens. Sie sind mit internen Aspekten vertraut und daher die beste Werbung für einen Konzern. Wer High Potentials abwerben möchte, sollte daher auf die Kraft der eigenen Belegschaft setzen. Das kann zum Beispiel durch kurze Videos geschehen, in denen Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz, Aufgaben und das Arbeitsklima vorstellen. Mit dieser Methode finden Großunternehmen übrigens nicht nur High Potentials, sondern erleichtern sich auch die Personalsuche für viele andere Bereiche. Idealerweise müssen Konzerne Fachkräfte dann nicht mehr abwerben, sondern werden von ihnen angesprochen.

Tipp 5: So binden Großunternehmen Spitzenkräfte dauerhaft

Hat ein Unternehmen seine Spitzenkräfte gefunden, sollten die Bemühungen in die Mitarbeiterbindung fließen. Schließlich sollen die hochqualifizierten Fachkräfte das Unternehmen möglichst lange mit ihrer Expertise bereichern. Das Abwerben der Top-Kräfte verhindern Arbeitgeber durch verschiedene Faktoren. Maßgeblich beteiligt daran sind:

  • ein angemessenen Gehalt für die erbrachte Leistung
  • Sonderzahlungen und Boni für besondere Leistungen
  • eine gute Arbeitsatmosphäre
  • ein freundliches Arbeitsklima

Während das Gehalt zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer bereits vor der Vertragsunterzeichnung ausgehandelt wird, können Aspekte wie das Arbeitsklima und Sonderleistungen auch während der Beschäftigung beeinflusst werden. Anreize für hochqualifizierte Fachkräfte sind zum Beispiel Zuschüsse zu Kursen und Aktivitäten, die die Life-Work-Balance fördern. Das können Beiträge für ein Fitnessstudio oder einen Sportkurs sein. Auch die Bereitstellung eines Firmenparkplatzes oder einer Monatskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel steigern die Zufriedenheit der High Potentials am Arbeitsplatz. Außerdem sollten Unternehmer die persönliche Beziehung innerhalb der Belegschaft mit Teamevents fördern. Das macht es anderen Großkonzernen schwieriger, die eigenen Spitzenkräfte abzuwerben.


Bildnachweis: © Fotolia – Titelbild Flexmedia, #1 vector AngelaStolle

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About Author

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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