European Food Network: Hamburg-Norwegen in 1 Tag?

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Mit dem European Food Network werden die Lieferzeiten zwischen Deutschland und Skandinavien sowie anderen europäischen Ländern erheblich reduziert.

European Food Network: Neue Trends in der Lebensmittellogistik

Das European Food Network ist ein innovativer Zusammenschluss von insgesamt 13 Partnern und 11 Korrespondenten sowie anderen Unternehmen, die einen regelmäßigen Linienverkehr zwischen insgesamt 34 europäischen Ländern betreiben. Es handelt sich somit um das größte europäische Netzwerk für Lebensmitteltransporte. Die deutsche Spedition Dachser gründete dieses umfassende Netzwerk im Jahr 2013 und übernahm auch die Systemführerschaft. Ziel ist eine auf allen Ebenen verbesserte Zusammenarbeit im Bereich der länderübergreifenden Lebensmitteltransporte, sodass eine deutliche Reduzierung der Laufzeiten realisiert wird.

Im Zuge der Bestrebungen, einen nachhaltigeren Konsum zu fördern, wird immer wieder propagiert, Produkte aus regionaler Herkunft zu nutzen. Die Idee dahinter ist einleuchtend: Obst und Gemüse oder auch verarbeitete Lebensmittel aus der eigenen Region kommen ohne lange Transporte auf den Tisch.

Diesem Trend steht jedoch ein wesentlich mächtigerer Trend hin zu einer Internationalisierung der Lebensmittelindustrie gegenüber. Heutige Konsumenten sind weltoffen und weitgereist. Für diese Käufer ist es selbstverständlich, dass sie in den Lebensmittelgeschäften ihrer Wahl ein umfassendes Angebot an internationalen Lebensmitteln vorfinden. Die Zeiten, als im Winter nur Äpfel und Birnen, Kohl und Kartoffeln in den Regalen der Obst- und Gemüseabteilung lagen, sind längst vorbei. Auch im Hinblick auf das Angebot an Fleisch und Fisch ist der Verbraucher anspruchsvoll und erwartet eine internationale Auswahl.

Doch nicht nur von Seiten der Konsumenten besteht ein Druck hin zur Internationalisierung der Lebensmitteltransporte. Auch die Länder selbst streben einen verstärkten Export ihrer Erzeugnisse an. Aus den südeuropäischen Ländern werden Obst und Gemüse in die nördlichen Länder geliefert und aus Finnland und Norwegen kommt frischer Fisch, der innerhalb von einem bis vier Tagen sein Ziel erreicht. Auch Deutschland steigert seine Lebensmittelexporte ständig und gehört neben Frankreich zu den Top-5 im Bereich der Lebensmittelexporte. Ein gesättigter Binnenmarkt zwingt die Hersteller dazu, neue Absatzmärkte in anderen Ländern zu erschließen.

European Food Network folgt dem Trend der Internationalisierung

Das Logistikunternehmen Dachser hat den Trend nicht nur erkannt, sondern auch eine intelligente Strategie entwickelt, um die Logistik zu optimieren. Zu diesem Zweck gründete der Logistik-Experte das European Food Network (EFN), das zu einem führenden Netzwerk für Lebensmitteltransporte in Europa wurde.

Steigender Bedarf an länderübergreifenden Logistikangeboten

Es ist festzustellen, dass ein deutlicher Anstieg der Nachfrage nach gesamteuropäischen Logistikangeboten zu verzeichnen ist. International orientierte Lebensmittelproduzenten schreiben ihre Transporte und auch die Strukturen der Zentrallager nicht mehr nur für ihr Herkunftsland, sondern europaweit aus. Das hat für die Dienstleister in der Logistikbranche weitreichende Konsequenzen. Von den Speditionen wird erwartet, dass sie Lösungen liefern, die dem Trend zur Internationalisierung entsprechen und somit die Hersteller bei deren Internationalisierungsstrategie unterstützen.

Es werden sich die Logistikunternehmen im Wettbewerb behaupten, die ihren Kunden umfassende Transportlösungen anbieten. Um derartige multinationale Lösungen aus einer Hand zu liefern, bedarf es jedoch einer strukturierten Zusammenarbeit von Logistikunternehmen aus verschiedenen Ländern. Obwohl Dachser in Deutschland eine bedeutende Stellung einnimmt, kann nur ein konsequentes Networking mit anderen Firmen über Ländergrenzen hinweg die geforderte Servicequalität ermöglichen.

Warum ist eine länderübergreifende Kooperation im Bereich des Lebensmitteltransports sinnvoll?

Es ist nicht leicht, über die Landesgrenzen hinaus die nötigen Strukturen im Ausland aufzubauen. Dies wäre zum einen langwierig und teuer und außerdem sehr risikobehaftet. In die vorhandenen Marktstrukturen eines anderen Landes einzudringen und diese sogar erfolgreich zu verändern, ist schwierig. Die angestrebten Ziele eines länderübergreifenden Lebensmitteltransports sind schneller, kostengünstiger und mit großer Wahrscheinlichkeit auch besser über Kooperationen mit Logistikdienstleistern vor Ort zu erreichen.

EFN: Antwort auf die Trends des Lebensmitteltransports<7h2>

Dachser beschreitet seit 2013 genau diesen Weg und erweitert das internationale Netzwerk kontinuierlich. Da das deutsche Unternehmen sich die Systemführerschaft gesichert hat, bestimmt es größtenteils die Regeln dieses Netzwerks. Das Unternehmen aus Kempten im Allgäu bezeichnet die Generierung des European Food Network zu Recht als Meilenstein im Bereich der wichtigen Food-Logistics-Sparte. Dabei profitiert Dachser von den jahrelangen Erfahrungen, die in der Sparte Industriegüter gesammelt wurden.

European Food Network: Gründe für den Erfolg<7h2>

Das Netzwerk funktioniert so gut, weil dabei die einzelnen Partnerunternehmen ihre jeweiligen Kompetenzen und die Kenntnisse des eigenen Binnenmarktes optimal einbringen können.

Worin unterscheidet sich das EFN von seinen Konkurrenten?

Das Netzwerk unterscheidet sich von anderen europaweit agierenden Firmen oder Firmenzusammenschlüssen durch seine Größe. Im EFN arbeiten:

  • 13 Partner und
  • elf Korrespondenten in
  • 34 Ländern

zusammen, sodass das größte europäische Netzwerk im Bereich der Lebensmitteltransporte entstanden ist, das zudem ständig erweitert wird. Neuestes Partnerunternehmen ist Bring Frigo, das ein Teil der Bring Gruppe ist, einem der größten Logistikunternehmen in Norwegen. Bring Frigo beschäftigt fast 1.000 Mitarbeiter an mehr als 30 Standorten und stellt dem EFN 1.100.000 Kubikmeter Lagerfläche zur Verfügung. Mit mehr als 1.300 Fahrzeugen, die optimal für den Lebensmitteltransport ausgestattet sind, ist Bring Frigo ein leistungsstarker Partner, der den Kunden eine lückenlose Kühlkette bietet und temperatursensible Produkte innerhalb Norwegens aber auch nach Finnland, Schweden, Deutschland und ganz Europa liefert.

Die Digitalisierung trägt stark zum Erfolg des European Food Network bei

Das IT-Set-up und die informationstechnologische Ausstattung der Transportdienstleistungen sind ein weiterer wichtiger Erfolgsfaktor. Dank modernster vernetzter Computertechnologie können die Kunden jederzeit Online-Statusmeldungen erhalten. Elektronische Ablieferbelege führen zu einer Optimierung der gesamten Logistikkette. Es ist ein wesentliches Merkmal des Netzwerks, dass sich die Supply Chain dadurch auszeichnet, dass alle operativen Prozesse standardisiert sind. Das ermöglicht Synergieeffekte und sorgt außerdem für eine einheitlich hohe Qualität in allen Bereichen des EFN. Feste, verlässliche Laufzeiten und optimierte Informationsservices beschleunigen den Transport. Güter, die von Hamburg nach Norwegen transportiert werden, sind nur noch zwei bis vier Tage und nach Schweden sogar nur ein bis drei Tage unterwegs. Von Deutschland nach Spanien werden Laufzeiten von zwei Tagen erreicht.

European Food Network: ein Ausblick für Europa

Das European Food Network unterstützt logistisch den Trend zur Internationalisierung der Lebensmittelindustrie und führt zu einem Zusammenwachsen Europas in diesem Bereich, von dem alle Partner profitieren. Perspektivisch ist davon auszugehen, dass das Netzwerk erweitert und durch den Einsatz moderner IT-Technologie professionalisiert wird.


Bildnachweis: © shutterstock – Andrey Tirakhov

About Author

Marius Beilhammer Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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