Aktuelle DLR-Studie zum Luftverkehr: Wachstumstreiber „Fernreisen“

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Die Deutschen machen auch 2018 ihrem Ruf als Reiseweltmeister alle Ehre. Auch 2018 wächst der touristische Luftverkehr aus Deutschland stärker als der Luftverkehr insgesamt. Das zeigt die aktuelle Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zum touristischen Luftverkehr.

DLR-Studie sieht die Lufthansa-Gruppe im Wettbewerb vorne

Nachdem Air Berlin vom Markt verschwunden ist, haben sich die Marktanteile der einzelnen Fluggesellschaften deutlich verschoben. Speziell die Luf†hansa und ihre Tochter Eurowings, die Teile von Air Berlin samt Landerechten und 20 Flugzeugen übernahmen, legten zu. So verzeichneten beide Fluggesellschaften deutlich mehr Starts als 2017. Lufthansa steigerte sich auf rund 30 000 Starts, Eurowings auf 14 600 Starts. Zusammen mit den ebenfalls zur Lufthansa-Gruppe gehörenden Austrian Airlines und SWISS halten die vier Gesellschaften einen Marktanteil von rund 54 Prozent.

Lufthansa und Eurowings belegen die beiden vordersten Plätze. Auf Position drei folgt Ryanair, während EasyJet den vierten Platz einnimmt. Das unterstreicht einmal mehr die starke Position der so genannten Billig-Airlines. „Zwar erhöhen beide Low Cost Airlines ihr Angebot stark um 23 und sogar 93 Prozent, jedoch liegen sie mit 5800 und 4500 Starts weit hinter den Angeboten von Lufthansa und Eurowings zurück“, so Dr. Peter Berster vom DLR-Institut für Flughafenwesen und Luftverkehr. „Auf den Plätzen fünf und sechs liegen die Ferienfluggesellschaften Condor und TUIfly mit jeweils rund 1700 Starts, gefolgt von Germania und Sunexpress mit jeweils rund 1600 Starts.“

Infografik: Studie des DLR zum touristischen Luftverkehr 2017/2018.

Infografik: Studie des DLR zum touristischen Luftverkehr 2017/2018.

DLR-Studie zeigt: Die meisten Flüge sind Flüge in den Urlaub

Urlaubsreisen machen etwa zwei Drittel aller gebuchten Flüge aus. Allerdings streben die meisten Reisenden aus Deutschland auch weiterhin zu geographisch nahe gelegene Destinationen in Südeuropa. Mallorca hält seine Position als beliebteste Ziel der Ferienflieger. Daneben verzeichnen Bulgarien, Nordafrika und Rumänien deutliche Zuwachsraten. Außerdem scheint der Abwärtstrend im Türkeigeschäft gestoppt zu sein; hier steigen die Buchungen wieder. Dasselbe gilt für Griechenland. Rückgänge zeigten sich dagegen bei Zielen in der Karibik und in den USA.

„Der positive Trend auf dem Ferienflieger-Markt hält weiter an“, sagt Dr. Peter Berster. „Rund sieben Prozent Wachstum verzeichnen die Anbieter derzeit bei Flügen in nordafrikanische Länder wie Ägypten und Marokko, was eine weitere Erholung des Tourismus in dieser Gegend verdeutlicht. Schwarzmeerziele in Rumänien und Bulgarien legen sogar um 21 Prozent zu.“ Insgesamt legten die Flüge in touristisch geprägte Regionen um 0,7 Prozent zu, der gesamte Luftverkehr dagegen nur um 0,4 Prozent.

Große Flughäfen wachsen stärker als kleine Flughäfen

Rund die Hälfte aller Flüge zu touristischen Destinationen dienen dabei einer längeren Urlaubsreise. 15 Prozent aller Flüge sind private Kurzreisen, während 35 Prozent der Buchungen auf Geschäftsreisen entfallen. Im Interkontinentalverkehr liegt der Anteil der Urlaubsreisen sogar bei 70 Prozent.

Allerdings wirkt sich das Wachstum des Luftverkehrs sehr unterschiedlich auf die einzelnen Flughäfen aus. Flüge von den großen Flughäfen in Frankfurt und München nehmen weiter zu. Dagegen stagniert die Entwicklung bei kleineren Flughäfen. Zudem wird die Insolvenz von Air Berlin wahrscheinlich zu Rückgängen in Düsseldorf und Berlin-Tegel führen. Mit dem Ziel Mallorca werden allein 3400 Flüge angeboten, die meisten davon von Düsseldorf und Köln-Bonn aus.

Die meisten Flüge aus Deutschland sind innereuropäische Flüge

Dabei konzentriert sich der Luftverkehr auf Europa, denn 85 Prozent der Flüge steuern einen anderen europäischen Flughafen an. Jedoch werden über 100 Länder auf der Welt aus Deutschland angeflogen. Dabei ist die Nachfrage sehr unterschiedlich verteilt. Deutsche Touristen zieht es in die Karibik, nach Nordafrika und in Teile von Asien. Die Karibik musste jedoch mit einem Minus von 26 Prozent einen deutlichen Rückgang hinnehmen. Auch das ist eine Auswirkung der Air-Berlin-Pleite, so DLR-Experte Peter Berster. „In diesem Jahr fällt zum einen das Angebot von Air Berlin weg aber gleichzeitig reduziert auch Condor das Angebot in diese Region. Lediglich bei Eurowings findet ein Wachstum statt, das die Rückgänge bei den anderen aber nicht ausgleichen kann.“ Flüge in die USA gingen um zehn Prozent zurück, und auch der Flugverkehr in den Mittleren Osten schrumpfte.


Bildnachweis: © Titelbild shutterstock – Osugi, Infografik: DLR

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Mein Beruf ist das Schreiben; ich arbeite als freier Journalist, Texter und Buchautor. Das reicht für Leben und Modellbau, also auch für das eigentliche Leben. Beruflich wie als Modellbauer interessiert mich die Luftfahrt, speziell die der großen Luftfahrtländer. Ich baue auch gerne mal etwas, das aus dem Rahmen fällt. Hauptantriebskräfte: Neugier, Kaffee und ein guter Witz.

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