Business Innovation: 6 Gewohnheiten, welche Firmen Innovationen verhindern

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Der einmal eingeschlagene Weg im Business hat zum Erfolg geführt. Jetzt bloß keine Innovationen zulassen oder überhaupt über sie nachdenken! Ein böser Fehler, der ein Unternehmen schnell ins Abseits führen kann.

Gewohnheiten führen Unternehmen ins Abseits

Existenzgründer haben Ideen, die sie umsetzen wollen. Mit denen sie sich selbst verwirklichen wollen und die zum Erfolg führen. Ein gestandenes Unternehmen fing auch einst an dieser Stelle an, musste dann aber erkennen, dass der Erfolg gut tat. Jetzt bloß nichts verändern und alles so lassen, wie es ist! Das ist jedoch ein Fehler, denn wenn Sie keine Innovationen zulassen, kann zwar ein Projekt durchaus erfolgreich abgeschlossen werden, ein nachhaltiger Erfolg wird sich aber nicht einstellen.

Irgendwann kommt der Punkt, an dem Sie von den Konkurrenten überholt werden, weil diese Risiken eingegangen sind und sich nicht nur auf Erfahrungen aus der Vergangenheit verlassen haben. Leider zählen persönliche Meinungen und Erfahrungswerte oft mehr als neue Beweise, was einer Innovation im Weg steht. Wenn einmal eine Sache schief gelaufen ist, muss sie unter anderen Bedingungen nicht zwangsläufig ohne Erfolg bleiben!

Trennen Sie sich als Unternehmer von Ihren Erfahrungen, festgefahrenen Wegen und der Angst, dass etwas schiefgehen könnte – gehen Sie das Risiko des Scheiterns ein und erfahren Sie somit selbst, warum Unternehmen Veränderungen zulassen sollten. Aber was verhindert die Verwirklichung neuer Ideen überhaupt? Woran liegt es, wenn ein Bereich im Unternehmen konsequent auf einer bestimmten Stufe weiterläuft, nicht mehr überdacht wird und Veränderungen gar nicht erst in Betracht gezogen werden?

Video: Leben oder Tod? Welche Unternehmen bleiben – und welche nicht // Alexander Müller

Gewohnheiten, die Innovationen verhindern

Einige Gewohnheiten sind überaus typisch für Unternehmen, die bereits länger am Markt vertreten sind. Gleichzeitig sind diese Gepflogenheiten aber auch dafür bekannt, Innovationen zuverlässig zu verhindern:

  • Wir folgen lieber der Herde!
    Sicherlich würde das kein Unternehmer zugeben, doch eine gewisse Orientierung am Markt ist immer da. Das heißt, dass viele Firmen sich lieber auf das konzentrieren, was auch andere machen. Der Vorteil: Sie lernen bei genauer Beobachtung aus den Fehlern anderer und gehen so ein geringes Risiko für Fehlschläge ein. Nachteil: Neue Produkte werden so nicht erfunden, es tun sich keine neuen Projekte auf und andere Ideen werden auch nicht entwickelt. Die Folge: Das Unternehmen stagniert, tanzt auf der Stelle und zeichnet sich lediglich dadurch aus, dass es besonders gut kopieren kann. Kein erstrebenswerter Zustand und Grund dafür, warum Innovationen keine Basis finden.
  • Das haben wir schon immer so gemacht!
    Na und? Dann wird es endlich Zeit für Veränderungen! Allerdings gehen viele Unternehmen lieber ausgetretene Pfade und machen das, was sie am besten können. Doch wer sagt, dass es nicht auch andere Dinge gibt, die sie gut können? Fehler können auch bei gewohnten Dingen auftreten, wenn auch – zugegeben – in geringerem Maße. Doch die immer gleichen Ergebnisse bringen kein Unternehmen voran, lassen keinerlei neue Ideen zu und die Welt immer kleiner werden. Der Horizont des Unternehmens verringert sich, und auch wenn sich so mancher Unternehmer in seinem gemachten Nest durchaus wohlfühlt, sind die Zeiten absehbar, in denen ein Misserfolg droht. Erfolgreiche Firmen passen sich neuen Gegebenheiten an und beharren nicht auf Althergebrachtem!
Viele Unternehmen sind gerade in Personalangelegenheiten festgefahren. Sie setzen auf die Mitarbeiter, die eine gefühlte Ewigkeit in der Firma sind, aber sich neuen Anforderungen nicht angepasst haben. (#01)

Viele Unternehmen sind gerade in Personalangelegenheiten festgefahren. Sie setzen auf die Mitarbeiter, die eine gefühlte Ewigkeit in der Firma sind, aber sich neuen Anforderungen nicht angepasst haben. (#01)

  • Wir haben Angst!
    Gerade Existenzgründer haben häufig Ängste, denn nicht selten hängt bei ihnen die gesamte selbstständige Existenz vom Gelingen einer einzigen Idee ab. Hat diese keinen Erfolg, muss das junge Unternehmen oft den Weg zurück antreten. Doch ein gestandenes Unternehmen sollte in der Lage sein, ein Scheitern „wegzustecken“ und sich dennoch wieder auf dem Weg in Richtung Erfolg zu befinden. Denn der einmal eingeschlagene Weg bildet die Grundlage, auf die die Firma immer wieder zurückfallen kann. Ein Ausflug in unbekanntes Terrain kann zwar schiefgehen, kann aber auch ganz neue Wege eröffnen! Gehen Sie daher nicht mit Angst an Innovationen, sondern mit dem Mut zur Veränderung und mit dem Gedanken an den möglichen Erfolg.
  • Wir brauchen kein frisches Blut!
    Viele Unternehmen sind gerade in Personalangelegenheiten festgefahren. Sie setzen auf die Mitarbeiter, die eine gefühlte Ewigkeit in der Firma sind, aber sich neuen Anforderungen nicht angepasst haben. Dabei kommt es auf die richtige Mischung an! Firmen brauchen auf der einen Seite die Erfahrung der Alteingesessenen, die die Abläufe im Unternehmen wie ihre Westentasche kennen und beständig und zuverlässig ihre Arbeit abwickeln. Auf der anderen Seite brauchen sie aber auch junge Mitarbeiter, die innovative Ideen mit ins Unternehmen bringen, alte Pfade verlassen und vielleicht eine ganz andere Herangehensweise haben. Sicherlich bringt neues Personal auch immer wieder Unruhe und ein gewisses Durcheinander in das Firmenleben, doch gerade das hält das Denken auf Trab! Jeder muss sich auf jeden einstellen und ist somit auch für Verhandlungen mit immer neuen Geschäftspartnern bestens gerüstet.
In vielen Unternehmen werden Innovationen „tot gequatscht“. Hier wird einfach so lange darüber geredet, bis endlich alle möglichen Risiken gefunden wurden und diese gelten dann als zu groß. (#02)

In vielen Unternehmen werden Innovationen „tot gequatscht“. Hier wird einfach so lange darüber geredet, bis endlich alle möglichen Risiken gefunden wurden und diese gelten dann als zu groß. (#02)

  • Wir reden erst mal drüber!
    In vielen Unternehmen werden Innovationen „tot gequatscht“. Hier wird einfach so lange darüber geredet, bis endlich alle möglichen Risiken gefunden wurden und diese gelten dann als zu groß. Bloß nicht genau dieses Projekt angehen, das bringt zu vieles durcheinander! Denn nicht nur Gewohnheiten verhindern Innovationen, sondern auch das Reden darüber. Viele Gespräche enden in endlosen Laberrunden, in denen weder etwas Effektives herauskommt noch eine wirkliche Veränderung das Thema ist. So hat man darüber gesprochen und muss dennoch nicht das Risiko einer Veränderung eingehen. Dabei ist für jeden Bereich im Unternehmen das Reden zwar wichtig, den Worten müssen aber auch Taten folgen! Und die sollen nicht darin bestehen, besser die Hände in den Schoß zu legen, sondern wirklich mutig und unternehmerisch voranzuschreiten.
  • Wir sind doch keine Gründer mehr!
    Existenzgründer gehen häufig mit dem Wunsch an den Start, ihr junges Unternehmen voranzubringen und ihren Traum zu verwirklichen. Dabei handelt es sich um eine bestimmte Leistung oder um ein Produkt, kaum um ein monetäres Ziel. Daran sollten sich gestandene Unternehmen ein Beispiel nehmen, denn oft können sie es sich sogar leisten, einen finanziellen Verlust wegzustecken, wenn dafür eine neue Idee auf den Markt gebracht wird, die eventuell erst in einiger Zeit oder nach diversen Optimierungsrunden erfolgreich ist. Viel lieber bleiben die Unternehmen aber auf ihrem Weg und sehen eine Gewinnmaximierung als Ziel – Innovationen lassen sich dadurch aber nicht erreichen.

Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild:_Sergey Nivens  -#01: Marcin Balcerzak -#02: _Monkey Business Images

About Author

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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