bayernhafen Nürnberg + Roth: 360.000 Tonnen Schiffsfracht umgeschlagen

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Der Hafen Nürnberg verzeichnet nach Angaben der Betreibergesellschaft Hafen Nürnberg-Roth GmbH ein stetiges Wachstum beim Güterumschlag und sorgt dafür, dass Schiffsfrachten in der Region an Bedeutung zunehmen.

Hafen Nürnberg: Wichtige Säule im Logistikkonzept Süddeutschlands

Der Hafen Nürnberg, in der Region besser bekannt unter der Bezeichnung Bayernhafen Nürnberg, ist ein bedeutender Binnenhafen und Güterverkehrszentrum (GVZ), das sich im Süden der Stadt direkt am Main-Donau-Kanal befindet. Dieses multifunktionale GVZ ist das größte Güterverkehrs- und Logistikzentrum im Süden Deutschlands. Insgesamt werden dort jährlich 15 Millionen Tonnen umgeschlagen.

Obwohl die Schiffsfracht einen wachsenden Anteil an der Bedeutung des GVZ hat, macht der Bereich der Lastwagenfracht weiterhin den größten Anteil am gesamten Transportvolumen aus. Auch der Bereich des LKW-Transports verzeichnete in den letzten Jahren ein kräftiges Wachstum. Als dritte Option steht der Container-Transport mit der Bahn zur Verfügung.

Güterverkehrszentrum Hafen Nürnberg

Die Fläche des GVZ beträgt 337 Hektar und bietet mehr als 200 Unternehmen einen perfekten Standort in Süddeutschland. Knapp 7.000 Menschen arbeiten in diesem trimodalen Güterverkehrszentrum, das über direkte Anschlüsse zu:

  • Straße,
  • Schiene und
  • Wasser

verfügt und diese Infrastruktur nutzt, um multimodale Transportketten zu ermöglichen und auf diese Weise den Firmen flexible Lösungen für den Gütertransport anzubieten.

Ein weiterer Vorteil des Standorts besteht darin, dass er sich genau dort befindet, wo sich die Transeuropäischen-Netze (TEN) schneiden und deshalb als Gateway für den gesamten süd-osteuropäischen Raum gilt. Der Hafen Nürnberg ist somit in Süddeutschland ein zentraler Distributionsstandort. Von dort aus werden in einem Radius von 200 Kilometern 27 Millionen Menschen erreicht. Das macht den Hafen Nürnberg zu einem der bedeutendsten Güterverkehrszentren in ganz Europa.

Dimensionen des Hafengebiets

Der Hafen Nürnberg umfasst eigentlich zwei Häfen, den Bayernhafen Nürnberg und den Bayernhafen Roth. Insgesamt verfügt der Hafen über 24 Hektar Wasserfläche, zwei Hafenbecken und 5.500 Meter Kaianlagen. 20 Kilometer entfernt, nahe der Stadt Roth, gibt es eine weitere Kaianlage, die 400 Meter umfasst.

Trimodal: Das TriCon Container-Terminal verbindet den bayernhafen Nürnberg per Containerzug mit anderen Güterverkehrszentren. Die Nordseehäfen Hamburg und Bremerhaven gehören ebenso dazu wie der Hafen Rotterdam und Chengdu in China

Trimodal: Das TriCon Container-Terminal verbindet den bayernhafen Nürnberg per Containerzug mit anderen Güterverkehrszentren. Die Nordseehäfen Hamburg und Bremerhaven gehören ebenso dazu wie der Hafen Rotterdam und Chengdu in China

Entwicklung des Güterumschlags im Hafen Nürnberg

Der Nürnberger Hafen verzeichnete 2017 ein Plus von 13 Prozent im Hinblick auf den Güterumschlag. Insgesamt wurden 360.000 Tonnen Schiffsfracht in diesem GVZ umgeschlagen. Ein Grund für den Anstieg liegt darin, dass vermehrt Straßenasphalt wiederverwertet wird. 2017 wurden vom Bayernhafen Roth allein 80.000 Tonnen mit Binnenschiffen zum Hafen Rotterdam transportiert. Damit hat der kleinere der beiden Häfen erheblich zum Gesamtwachstum beim Güterumschlag beigetragen, denn das Volumen hat sich dort sogar verdoppelt.

Im Zuge einer stärkeren Berücksichtigung des Prinzips der Nachhaltigkeit werden alte Straßenbaumaterialien zunehmend recycelt. Der Transport dieser Materialien führt dazu, dass immer mehr Schiffsfracht in der Region umgeschlagen wird. Bei der Erneuerung von Autobahnen fällt Asphalt in großem Umfang an und wird entweder im Straßenbau an anderer Stelle wiederverarbeitet oder landet als Heizmaterial in Kraftwerken.

Neben der Steigerung des Transportaufkommens von Steinen wurde auch ein Wachstum im Bereich des Düngemittel-Transports erreicht. Im Gegensatz zu diesem positiven Trend entwickelte sich der Transport von Metallen rückläufig. Dieser Rückgang konnte jedoch durch die Steigerung in den anderen Bereichen mehr als ausgeglichen werden. Der Strukturwandel wurde also erfolgreich bewältigt.

Standortvorteile sorgen für weiterhin günstige Wachstumsprognose

Auch die künftige Entwicklung des Hafens in Nürnberg ist positiv zu beurteilen, denn das GVZ verfügt über zahlreiche wichtige Standortvorteile:

  • größtes GVZ im Süden Deutschlands
  • trimodale Verkehrsanbindung
  • Wirtschaftsmotor für die gesamte Region
  • optimale Infrastruktur
  • professionelles Standortmanagement

Größtes GVZ im Süden Deutschlands

Der Hafen Nürnberg belegt einen hervorragenden dritten Platz im gesamteuropäischen Vergleich. Ein wichtiger Faktor dafür ist die besondere geozentrale Lage, denn der Nürnberger Hafen liegt dort, wo sich die Transeuropäischen-Netze (TEN-V) von Schiene, Straße und Wasser schneiden.

Darüber hinaus erreicht man vom Nürnberger Hafen aus alle Main-Entryports. Zu diesen Main-Entryports gehören die bedeutenden europäischen Seehäfen. In Deutschland sind dies Hamburg, Bremen und Bremerhaven. Außerdem gehören die Häfen Rotterdam, Koper, Triest und Antwerpen zu diesen wichtigen Seehäfen. Der Nürnberger Hafen ist eine logistische Drehscheibe, die die Länder und Märkte in Westeuropa sehr gut mit denen in Osteuropa verbindet. Im kombinierten Verkehr werden nicht nur innereuropäische, sondern sogar internationale Transportketten realisierbar. Vom Hafen Hamburg aus kann beispielsweise der Weitertransport nach Chengdu in China erfolgen.

Trimodale Verkehrsanbindung

Zum einen besteht eine Anbindung an die Autobahnen A 3, A 6, A 9 sowie A 73 und zum anderen eine Bahnanbindung an das nationale und europäischen Bahn-Fernstreckennetz. Außerdem liegt das GVZ direkt am 171 Kilometer langen Main-Donau-Kanal. Dieser Kanal ist wiederum Teil der insgesamt 3.500 Kilometer langen Wasserstraße, welche das Schwarze Meer mit der Nordsee verbindet.

Wirtschaftsmotor für die gesamte Region

Das GVZ ist ein wichtiger Wirtschaftsmotor für die Region Süddeutschland. Ein breites Angebot an Flächen für verschiedene Zwecke hat dazu geführt, dass sich hier mehr als 200 Unternehmen angesiedelt haben, die ein optimales Potential für Kooperationen im Bereich der Logistik bieten:

  • Transport- und Logistikfirmen
  • Reedereien
  • Umschlagsfirmen
  • Recycling-Unternehmen
  • Industrieunternehmen
  • Handelsfirmen
  • Servicedienstleister aus dem Verkehrsbereich

Selbstverständlich nutzen auch Global Player der Logistikbranche wie DHL, Schenker und UPS die Standortvorteile des Nürnberger Hafens.

Optimale Infrastruktur

In den drei Hafenbecken sorgen acht Vollportalwippdrehkrane für das reibungslose Verladen der Fracht. 5.500 Meter Kaianlagen, ein Schwergutumschlagplatz sowie 54 Kilometer Gleisanlagen bieten ebenso wie der Hafenbahnhof, das Hafenzollamt und die trimodale Umschlagsanlage beste infrastrukturelle Voraussetzungen für die Realisierung von kombinierten Transportkonzepten.

Professionelles Standortmanagement

Die Hafen Nürnberg-Roth GmbH sorgt mit dem Standortmanagement im Bereich der Güterverkehrslogistik und Grundstückswirtschaft für beste Bedingungen, mit denen Firmen die Ansiedelung erleichtert wird. Dazu gehören übergreifende Kooperationen mit Unternehmen, Institutionen und Behörden sowie ein optimales Hafen-Facility-Management.

Die Standortvorteile machen den Hafen Nürnberg zu einem modernen und zukunftsfähigen Standort für Unternehmen der Logistikbranche.

Ausblick: LKW weiterhin wichtigstes Transportmittel

Auch wenn das Umschlagsvolumen des Hafen Nürnberg kontinuierlich wächst, bleibt der Bereich des LKW-Transports derzeit die wichtigste Säule des Unternehmens. Perspektivisch sollen jedoch der Anteil des Transports auf der Schiene und die Binnenschifffahrt erhöht werden. Das entspricht auch dem angestrebten Ziel, eine nachhaltige öko-effiziente Logistik zu erreichen. Diese Verkehrsträger sind besonders umweltfreundlich und ein erhöhter Tonnageanteil in diesen Bereichen führt zu einer Reduzierung der Emissionen.


Bildnachweis: © bayernhafen Nürnberg

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About Author

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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