Amazon Prime: Preiserhöhung um 20%

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Jetzt ist es soweit bei Amazon Prime. Preiserhöhung zum 11. Mai 2018 – so verkündet es Amazon Finanzchef Brian Olsavsky. Doch was steckt dahinter? Wie begründet Amazon diesen Schritt?

Amazon Prime erhöht die Preise um 20 Prozent

Stattliche 20 Prozent sind es, die der Jahrespreis für Amazon Prime in den USA steigen wird. Statt bisher 99 Dollar werden Neukunden bei Amazon dann 119 Dollar pro Jahr für ihre Prime-Mitgliedschaft entrichten müssen. Diese Information macht seit der Analystenkonferenz von Brian Olsavsky die Runde. Als Stichtag für die Preiserhöhung wird der 11. Mai 2018 genannt. Wer bereits bei Amazon Kunde ist, wird ab dem 16. Juni 2018 zur Kasse gebeten.

Video zur Preiserhöhung von Amazon Prime

Für Amazon Prime gibt es in den USA nicht nur die Jahresmitgliedschaft. Auch ein Monats-Abo wird angeboten, das von vielen US-Bürgern genutzt wird. Für das Prime-Monats-Abo stiegen die Preise bereits im Januar 2018 von 10,99 Dollar auf 12,99 Dollar. Darüber hinaus erhöhte Amazon auch den Preis für die Studentenmitgliedschaft. Dieses spezielle Abo hatte Amazon erst kurz zuvor, nämlich im Herbst 2017 in den USA eingeführt. Der Preis für das Studenten-Prime-Abo stieg von 5,49 Dollar auf neuerdings 6,49 Dollar.

Nicht die erste Preiserhöhung bei Amazon

Amazon hat in seiner Firmengeschichte seine Preise nicht zum ersten Mal erhöht. Amazon hatte in seiner bislang dreizehnjährigen Firmengeschichte bereit zwei Preiserhöhungen. Zuletzt im März 2014 wurde der Preis der Amazon Prime-Mitgliedschaft von 79 Dollar auf 99 Dollar jährlich angehoben.

Olsavsky: Wert von Amazon Prime ist gestiegen

Im Jahr 2005 begann Amazon Prime bei einem Jahrespreis von 75 Dollar. Die Mitgliedschaft bewirkt, dass man die sogenannten FBA-Artikel (FBA = Fulfillment by Amazon) portofrei geliefert bekommt. Darüber hinaus gibt die Prime-Mitgliedschaft auch Zugang zu Streaming-Diensten.

Brian Olsavsky verteidigt seine Preiserhöhung. Der Wert von Amazon Prime für die Kunden habe sich erhöht. Dies basiert er auf der gestiegenen Zahl der Artikel, welche im 2-Tages-Versand erhltlich sind. Waren es früher 20 Millionen Artikel, sind es nunmehr über 100 Millionen Artikel.

Preiserhöhung für Amazon Prime auch in Deutschland?

Die letzte Preiserhöhung für Amazon Prime in Deutschland liegt schon etwas zurück. Im Februar 2014 erhöhte Amazon die Jahresgebühr von 29 Euro auf 49 Euro. Dann, zum 1. Februar 2017 erhöhte Amazon den Preis für die Prime-Mitgliedschaft erneut. Der Preis stieg von 49 Euro auf 69 Euro. Einen Sonderpreis gibt es für Studenten. Diese zahlen seit Februar 2917 34 Euro (vorher 24 Euro) jährlich.

Das Amazon Monats-Abo wurde zeitgleich mit der letzten Preiserhöhung eingeführt. Wer nicht jährlich zahlen möchte, kann dies auch mit Monatsbeträgen tun. Der Monatsbetrag liegt bei 8,99 Euro. Wer kurz nachrechnet, wird feststellen, dass somit aufs Jahr gesehen insgesamt 108 Euro an Gebühren anfallen. Das sind immerhin knapp 40 Euro mehr als bei jährlicher Zahlweise.

Ebenfalls in Deutschland bietet Amazon das reine Prime-Video-Abo an. Das Prime-Video-Abo beinhaltet keine Versanddienste, keine Musik-Streamings und auch die Kindle-Bibliothek bleibt verschlossen. Wer ausschließlich das Prime-Video-Abo abschließen möchte, ist monatlich mit 7,99 Euro dabei.

Ob der Preis für die Prime-Mitgliedschaft sich im Jahr 2018 im Zuge der Preiserhöhung in den USA ebenfalls steigt, wurde nicht erklärt. Allerdings weiß man, dass im Allgemeinen nach dem Rollout auf dem amerikanischen Markt Amazon auch die übrigen Märkte nachzieht. Insofern darf man gespannt sein, was im weiteren Verlauf dieses Jahres passieren wird.

Zubrot für Jeff Bezos

Die Preiserhöhung spült auch kräftig Geld in Amazons Kassen. Von Jeff Bezos war zu erfahren, dass die Prime-Mitgliedzahlen auf weltweit über 100 Millionen angestiegen ist. Multipliziert man diese Zahl mit den 20 Dollar Differenz – spült die Erhöhung der Preise jährlich zusätzliche 2 Milliarden Dollar in Amazons Kassen, sobald die Erhöhung weltweit ausgerollt ist.

Amazon geht es generell recht gut. Amazons Erlöse stiegen im 1. Quartal 2018 auf immerhin 51 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Wwachstum von etwa 43 Prozent. Beigetragen haben dazu vor allem der immer stärker zunehmende Internethandel und die Cloud-Dienste von Amazon. Der Gewinn von Amazon erreichte 1,6 Milliarden Dollar.

Ausblick

Glaubt man einem aktuellen Artikel des Capital, haben wir von Amazon bislang nur den ersten Teil der Erfolgsgeschichte mitbekommen. Autor Bernd Ziesemer sieht fünf Chancen für eine weiter prosprierende Entwicklung von Amazon.

  1. Amazon kann sein Sortiment künftig noch stärker erweitern. Bernd Ziesemer blickt hier auf Maschinen und Autos. Aber auch den Marktanteil bei Lebensmitteln sieht er als ausbaufähig an.
  2. Amazon hat noch Potential, mehr Menschen zu erreichen. Afrika als Region führt er auf, aber auch in den bereits bedienten Märkten seien noch Möglichkeiten vorhanden. Hier nennt Ziesemer vor allem den bereits krankenden stationären Einzelhandel.
  3. Nischenmärkte stehen auch auf der Liste der Wachstumspotentiale. Hier sei Amazon noch nicht unterwegs, können diese Bereiche aber flugs integrieren.
  4. Downloads sieht Ziesemer als weiteres Feld der Betätigung für Amazon. Über Zukauf oder Verdrängung könnten so digitale Produkte von Musik über Software bis Film + Spiel in das Amazon-Portfolio wandern.
  5. Die Cloud-Dienste sieht Ziesemer als besonders interessante Option für Amazon. Der letzte Quartalsumsatz liegt hier bei 5,4 Milliarden Dollar, ein Anstieg um 49 Prozent.

Bildnachweis: © shutterstock – Hadrian

About Author

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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