Ohne Blessuren rund um die Welt - Styrol-Butadien-Copolymer der BASF in der Produktlogistik

29.06.2010 | Ludwigshafen
Wenn Waren in größeren Gebinden transportiert werden, egal ob zu Wasser, an Land oder in der Luft, sind sie aus Gründen der besseren Handhabbarkeit meist auf Paletten zusammengefasst. In aller Regel kommen hier Produkte aus Holz zum Einsatz. Eine neue Generation von Kunststoff-Transportpaletten, die die Hirsch-Gruppe aus Glanegg in Österreich derzeit auf den Markt bringt, beseitigt nun eine ganze Reihe von Nachteilen dieser traditionellen Lösung:

Sie sind unter anderem einfacher zu reinigen, sehr robust und vor allem erheblich leichter als Euro-Paletten aus Holz. Wesentlichen Anteil an der Innovation hat Styroflex" 2G66, ein hochelastisches Styrol-Butadien-(SB-)-Copolymer der BASF. Die Hirsch-Ingenieure setzen Styroflex 2G66 als Zähigkeitsmodifikator für die HIPS-Folie (HIPS: schlagzähes Polystyrol) ein, die den leichten Kern der neuen Palette vor Beschädigungen schützt.

Niedriges Gewicht - geringe Transportkosten

Im Vergleich zu 20 bis 40 Kilogramm schweren konventionellen Holzpaletten oder auch neueren, metallverstärkten Polyethylen-Paletten bieten die neuartigen Produkte der Hirsch-Gruppe zunächst den Vorteil des deutlich geringeren Gewichts: Sie sind 50 bis 75 Prozent leichter als Holz- oder Massivkunststoff-Paletten. Wie viele Euro-Paletten in den globalen Warenströmen mitfließen, ist schwer zu ermitteln. Spezialisierte Logistik-Anbieter haben einige 100 Millionen im Einsatz und stellen Jahr für Jahr einige Dutzend Millionen dieser vielseitigen Warenträger her. Insgesamt dürfte die Zahl der weltweit verstreuten Paletten bei einigen Milliarden liegen - entsprechend groß ist auch der Markt, der hier mit einer neuartigen Lösung zu erschließen is t.

Im Sinne niedriger Transportkosten und geringer CO2-Emissionen stellt eine leichte Palette einen erheblichen Umweltvorteil dar, auch wenn nur ein kleiner Teil der ungeheuren Menge an Paletten auf die neuartige, leichte Lösung umgestellt würde. Selbst die mit fünf Kilogramm leichteste der Paletten bewältigt Nutzlasten, die eine Tonne, also das Zweihundertfache ihres Eigengewichts betragen.

Geschäumter Kern mit schützender Folie

Um das Gewicht ihrer neuen Kunststoff-Palette zu minimieren, haben die Konstrukteure von Hirsch für den standardisierten Warenträger einen biegesteifen und tragfähigen Kern aus expandiertem Polystyrol entwickelt. Damit er im rauen Logistik-Alltag vor Beschädigungen gefeit ist, muss er durch eine sehr robuste Haut geschützt werden. Dazu verwenden die Entwickler eine zweischichtige Folie aus schlagfestem Polystyrol der BASF, deren Lagen mit einem Zusatz von Styroflex versehen wurden. Diese ein bis zwei Millimeter dicken Folien ummanteln die Palette eng.

Macht HIPS noch zäher

Während das spezielle SB-Polymer in anderen Anwendungen direkt in Folienform eingesetzt wird, dient es hier als Zähigkeitsmodifikator für schlagfestes Polystyrol. Bereits in kleinen Mengenanteilen kann es die Grundzähigkeit von HIPS nochmals deutlich anheben. Der Standardkunststoff verwandelt sich dadurch auf sehr wirtschaftliche Weise in einen mechanisch bemerkenswert belastbaren Werkstoff. Auch die Charpy-Schlagzähigkeit des Basispolymers und die für das Durchstoßen erforderliche Energie werden durch Styroflex 2G66 stark erhöht. Damit überstehen die neuen Paletten die Stöße, Schläge und Scherbelastungen im täglichen Warenverkehr ohne gravierende Schäden.

Nach den Erfahrungen der BASF senkt Styroflex 2G66 gleichzeitig die Rissbildungsanfälligkeit des Folienmaterials - charakterisiert durch die sogenannte Environmental Stress Crack Resistance, ESCR. Darüber hinaus verbessert der Zusatz die Haftung und die Verträglichkeit zwischen den Materialgattungen und macht die Oberfläche rutschsicherer. Gelagerte Güter geraten auf der HIPS-Styroflex-Folie deutlich schwerer ins Rutschen als auf glattem Polyethylen.

Robust - abwaschbar - designfreudig

In der Praxis hat die Kombination aus leichtem Kern und Styroflex-modifizierter HIPS-Haut noch eine Reihe weiterer Vorteile. Die Paletten sind gegen wechselnde Witterungseinflüsse deutlich beständiger als Holz und absorbieren, anders als Holz, auch kein Wasser. Das macht sich nicht nur im Gefrierguttransport bemerkbar, wo aufgenommene Feuchtigkeit unnötig Kühlkapazitäten beansprucht: Kunststoff-Paletten müssen auch nicht mehr aufwändig vor Schimmel und Fäulnis geschützt werden. Zugleich sind Beschädigungen und Arbeitsunfälle durch Splitter oder hervortretende Nägel ausgeschlossen.

Dazu kommen Hygienegesichtspunkte: Die modifizierte HIPS-Oberfläche ist mit üblichen Hochdruckstrahlern leicht zu reinigen; zusammen mit den nötigen Zulassungen für den Lebensmittelkontakt wird aus den neuen Paletten so auch ein sicheres Transportwerkzeug für Lebensmittel. Dass alle beteiligten Werkstoffe aus der Polystyrol-Familie stammen, erleichtert darüber hinaus das Recycling der Paletten, wenn sie nach vielfachem Umlauf ausgedient haben.

Schließlich ist eine Ausführung in Kunststoff auch aus Designersicht viel flexibler als die spröde Holzvariante. So sind zum Beispiel in Kundenfarben eingefärbte und sogar bedruckte Paletten mit eingeformten Vertiefungen oder Firmenlogos denkbar. Auch RFID-Sender können problemlos unter der schützenden Folie untergebracht werden; der Weg damit ausgerüsteter Warenträger lässt sich weltweit lückenlos verfolgen.

Doppelter Nutzen im Transportwesen

Das Styrol-Butadien-Copolymer der BASF hat sich in der Produktlogistik bereits an anderer Stelle bewährt. In mehrschichtigen Stretch- oder Dehnhaubenfolien hilft der Werkstoff, Waren beim Be- und Entladen sowie beim Handling im Lagerhaus effektiv zu sichern. In dieser Anwendung finden sich Folien aus reinem Styroflex im mehrschichtigen Verbund mit Polyethylen. Hier kommen weitere besondere Eigenschaften des Kunststoffs zum Tragen. Durch ihr gutes Rückstellvermögen schmiegen sich Folien, die Styroflex-Schichten enthalten, selbst nach Dehnungen von 220 Prozent wieder fest an das Packgut an. Filme aus reinem Polyethylen lassen sich im industriellen Einsatz nur zwischen 20 und 50 Prozent dehnen, ohne ihre Stabilisierungsfunktion zu verlieren. Bei Styroflex-Dehnhauben wirkt sich neben der hohen Reißfestigkeit auch die hohe Durchstoßfestigkeit des elastischen Polymers positiv aus, vor allem beim Verpacken scharfkantiger Güter.

Auf diese Weise bietet das Styrol-Butadien-Polymer Styroflex im Transportwesen doppelten Nutzen - als Schutzhaut für neuartige leichte Schaumstoffpaletten und bei der Dehnhaubentechnologie zum Fixieren des Packguts auf der Palette. Geringe Mengen eines Spezialkunststoffs, das Wissen um seine Möglichkeiten und die gezielte Kooperation mit dem Kunden gestatten es hier, dass sehr wirtschaftliche neue Logistiklösungen technisch realisierbar werden.

Quelle: Pressemeldung BASF SE

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