Flughafen München präsentiert erstmals einen Nachhaltigkeitsbericht
Moderne Wirtschaftsbetriebe zeichnen sich nach heutigem Verständnis durch eine erfolgreiche Balance zwischen ökologischen, ökonomischen und sozialen Zielsetzungen aus. "In allen drei Bereichen lautet die entscheidende Maßgabe, dass die Unternehmenspolitik so auszurichten ist, dass die Fundamente der eigenen Geschäftstätigkeit langfristig erhalten und gestärkt werden, damit auch in Zukunft ein erfolgreicher Betrieb zugunsten der Sicherung von Mobilität und Standortqualität in Bayern gewährleistet werden kann", so der FMG-Vorsitzende Dr. Michael Kerkloh heute bei der Präsentation des Nachhaltigkeitsberichtes am Münchner Flughafen. Der Bericht kann über die Internetseite http://www.munich-airport.de/ nachhaltigkeit abgerufen werden.
Wie anspruchsvoll die Ziele eines nachhaltigen Flughafenbetriebs sind, wird am Beispiel des Klima- und Umweltschutzes deutlich. Hier hat sich die FMG ein überaus ehrgeiziges Ziel für die künftige Unternehmenspolitik gesetzt: Bis zum Jahr 2020 soll der Münchner Flughafen CO2-neutral wachsen. Eine ambitionierte Aufgabe, wenn man bedenkt, dass der von der FMG beeinflussbare CO2-Ausstoß von jährlich rund 160.000 Tonnen bezogen auf das Basisjahr 2005 trotz des zu erwartenden Verkehrswachstums nicht weiter ansteigen soll. Ohne konsequente Gegenmaßnahmen würden im Jahre 2020 zusätzlichen Emissionen in einer Größenordnung zwischen 50.000 und 70.000 Tonnen Kohlendioxid anfallen.
Um dies zu verhindern, hat die FMG eine Vielzahl von Maßnahmen zur Energieeinsparung entwickelt. Ein Schwerpunkt liegt hierbei im Bereich "Nachhaltiges Bauen". Mit dem verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien soll bei allen Neubauten eine Reduktion der CO2-Emissionen um rund 40 Prozent gegenüber dem Altbestand erreicht werden. Das größte in diesem Zusammenhang anstehende Projekt ist zweifellos der gegenwärtig in Planung befindliche Satellit zum Terminal 2. Dabei orientiert sich die FMG an den anspruchsvollen Vorgaben der "Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen", bei der das Unternehmen seit Juni dieses Jahres auch Mitglied ist. Darüber hinaus sollen auch bestehende Flughafenbauten nach den neuesten Erkenntnissen im Bereich Wärmedämmung und Energieeffizienz optimiert werden.
Energie spart die FMG auch bei der Vorfeldbeleuchtung am Münchner Airport ein: Rund ein Viertel der insgesamt knapp 3000 Flutlicht-Lampen, die bei Dunkelheit für den richtigen Durchblick auf den Vorfeldern und Parkpositionen des Airports sorgen, werden seit Juni dieses Jahres nur noch bedarfsweise eingeschaltet. Die Aktivierung der Vorfeldlampen erfolgt automatisch per Flugplanrechner. Der Nutzen für die Umwelt: Knapp eine Million Kilowattstunden Strom und rund 570 Tonnen Kohlendioxid werden auf diese Weise jährlich eingespart.
Neben der Durchführung eigener Projekte unterstützt die FMG auch die Partner auf Airline-Seite dabei, ihre Energieeffizienz zu steigern. Ein innovatives Projekt wird in diesem Zusammenhang die Klimatisierung der Flugzeuge an den gebäudenahen Abstellpositionen durch "Pre-Conditioned-Air" sein. Bisher setzen die Fluggesellschaften dafür Hilfstriebwerke - die sogenannten Auxiliary Power Units oder kurz APUs - ein, die allerdings eine geringe Energieeffizienz aufweisen. Vom kommenden Jahr an wird die FMG die Flugzeugbrücken schrittweise mit kompakten Klimageräten nachrüsten, die an das Versorgungsnetz des Flughafens angeschlossen sind. Über diese Klimageräte sollen die an den Abstellpositionen angedockten Maschinen künftig je nach Jahreszeit warme bzw. kühle Luft zur Klimatisierung der Flugzeuge beziehen. Nach Umrüstung aller gebäudenahen Positionen können bis zu 14.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden.
Die FMG befindet sich mit ihrem ökologischen Maßnahmenkatalog im Einklang mit den weltweiten Anstrengungen für einen möglichst umweltschonenden Luftverkehr. Obwohl der Luftverkehr gegenwärtig nur rund zwei Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes verursacht, haben die International Air Transport Association (IATA), der Weltflughafenverband ACI und weitere internationale Organisationen erst kürzlich anspruchsvolle Klimaziele beschlossen. Danach soll der spezifische Treibstoffverbrauch in der Luftfahrt bis 2020 jährlich um durchschnittlich 1,5 Prozent gesenkt werden. Ab 2020 wäre dann ein CO2-neutrales Wachstum des Luftverkehrs möglich. Für das Jahr 2050 wird ein Kohlendioxidausstoß angestrebt, der 50 Prozent unter dem Vergleichswert des Jahres 2005 liegen soll.
Der Nachhaltigkeitsbericht der FMG basiert auf den verbindlichen Richtlinien der international renommierten "Global Reporting Initiative", kurz GRI. Diese Richtlinien sollen dazu beitragen, die Unternehmensberichterstattung weltweit transparenter und vergleichbarer zu machen. Je nach Umfang und Intensität der Berichterstattung bewertet die GRI die ihr vorgelegten Nachhaltigkeitsberichte anhand eines breit gefächerten Kriterienkataloges mit Einstufungen von A bis C. "Wir sind durchaus ein bisschen stolz darauf, dass wir für unseren ersten Nachhaltigkeitsbericht bereits die beste Bewertung, also ein A, bekommen haben. Das ist umso bemerkenswerter als der Flughafen München damit zugleich der erste europäische Airport überhaupt ist, dessen Nachhaltigkeitsbericht mit dieser Bestnote beurteilt wurde.", so Flughafenchef Kerkloh.
Quelle: Pressemeldung Flughafen München GmbH
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